nostr:npub1juy0ma8ld9jtn6v0s040n46c4m849cvukrhazdnl8azh5zx23peq0anawn noch nich gehört, aber da ich seine Geschichte ziemlich gut kenne: Obvious choice! What a character!
Als nächstes dann Alexander Grothendiek bitte, wenn ihr noch mehr Mathematikerbiografien dürft ;)
nostr:npub1krhrv86susvkezxnkym4pnr25jvazy7x6sf6fcp5wg9ck39qn0wqsnr4dh Also er zerstört sich gerade sehr öffentlich. Wie kann man das nicht sehen? Oder glaubst Du in einer Welt mit permanenten Katastrophen und ohne stabile globale Lieferketten kann es Kapitalismus geben?
nostr:npub1l3k4l3mp332nc5aj7n2vh6lpvucedcht0lzw225jautknyeu2rjqdp2skg in some times in some regions, there where better in some sense, yes. There where times when people in cities complained about a lack of beggars for instance.
(but regardless of this, you completely missed the point of my thread)
Den Kapitalismus eine "Wirtschaftsweise" zu nennen, ist eine Verharmlosung. Dann kann man auch gleich "Marktwirtschaft" sagen.
nostr:npub1krhrv86susvkezxnkym4pnr25jvazy7x6sf6fcp5wg9ck39qn0wqsnr4dh also die wirtschaftsweise zerfällt wegen ganz anderen gründen. das war ja eher ein beispiel, wie die sich halt ideologische ressourcen flexibel zusammen suchen kann und deswegen stabil ist.
und btw: Kapitalismus ist keine bloße Wirtschaftsweise sondern eine Form von Gesellschaft.
Vielleicht ist der zur Zeit wieder verschärft zu beobachtende Rassismus eine Folge davon, dass das Bündnis von Kapitalismus und Patriarchat vergleichsweise stark bröckelt? Kapitalismus braucht ideologische Verbündete um sich über Wasser zu halten. Das Patriarchat war traditionell Verbündeter Nr.1. Je mehr das bröckelt umso mehr braucht es ideologische Verstärkung auf anderen Achsen.
nostr:npub167x7uz5dw5uyykyj8vxa96x0epldtl0dapl9pvpfvdpl08ranmsslgkqk7 Klar lebe ich ich im Kapitalismus. Aber ich lebe auch im Patriarchat und im Postkolonialismus. Und ich lebe sogar im Kommunismus oder Anarchismus. Alle diese Logiken strugglen jeden Tag in jeder einzelnen Handlungsentscheidung jedes einzelnen Menschen miteinander. Und klar ist der Kapitalismus dabei sehr viel mächtiger als der Kommunismus und er hat in Rassismus und Patriarchat mächtige Verbündete, weil die oft - aber eben nicht immer - sich gegenseitig stützen.
Lustig, dass es tatsächlich Leute gibt, die jetzt überrascht tun, dass nostr:npub1wq0qceen73c67umx7cueam6ta2kzll2vwksdds7f0uaacmrw7yyq3atu0t sich offen antikapitalistisch und antirassistisch äußert. Das hat sie im Grunde schon von Tag 1 an sehr deutlich getan, nur halt ein paar Triggerwörter vermieden.
Aber guter Anzeiger dafür, _wie_ tabuisiert das immer noch ist.
nostr:npub1ly0s7q6xmmjue5ke8swy4ewuz8p2ymuf4nh0tss63pjkz462wrrsys68kq aus "der Kapitalismus erfordert wachstum und ist deswegen unser untergang" folgt nicht "alles im kapitalismus ist durch seine logik bestimmt".
nostr:npub1xuwf66le5tv7hp0ey7nq9ucuscsqgng62g79fkhl83kuvn4nva4qwt6hl2 aber es heißt doch auch Seefahrt und nicht Seeschwimm!
Lustig, dass es tatsächlich Leute gibt, die jetzt überrascht tun, dass nostr:npub1wq0qceen73c67umx7cueam6ta2kzll2vwksdds7f0uaacmrw7yyq3atu0t sich offen antikapitalistisch und antirassistisch äußert. Das hat sie im Grunde schon von Tag 1 an sehr deutlich getan, nur halt ein paar Triggerwörter vermieden.
Oder kurz gesagt: Nur weil etwas im Kapitalismus passiert folgt daraus nicht automatisch, dass es etwas kapitalistisches ist. Ja, es wird immer Spuren von kapitalistischer Logik enthalten, weil der Kapitalismus in diesem Sinn ein totalitäres System ist, aber umgekehrt wird man nirgendwo finden, dass etwas _nur_ nach kapitalistischer Logik funktioniert. Schon alleine deswegen, weil eine Gesellschaft, die nur nach der Logik von Konkurrenz und Profit funktioniert nur wenige Tage lang stabil wäre.
Und umgekehrt müssten mir Linke schon mal genauer erklären warum jetzt "der Kapitalismus" für die Toten im Mittelmeer verantwortlich sein soll. Ja, Kapitalismus braucht irgendeine Form von Migrationsregime um die Arbeiterklasse zu spalten, aber er könnte das durchaus weniger tödlich organisieren. Da kommt einfach noch Rassismus dazu, der sich eben nicht einfach durch Kapitalismus erklären lässt, sondern sich schon vor Jahrhunderten verselbstständigt hat.
nostr:npub1ly0s7q6xmmjue5ke8swy4ewuz8p2ymuf4nh0tss63pjkz462wrrsys68kq vielleicht nicht wörtlich. Aber als Argumentationsstrategie sehr oft zu erkennen.
Um wirklichen Fortschritt zu erreichen, muss man komplett neue Dinge ausprobieren und die meisten davon scheitern. Das ist niemals eine gute Investitionsstrategie. Nein, auch nicht für sogenanntes "Risikokapital".
Oder man guckt sich im Detail an, welche wissenschaftlichen Entdeckungen oder technischen Entwicklungen denn wirklich konkret zu einer Verbesserung beigetragen haben. Fast immer wird man auf Leute stoßen, die komplett anders als kapitalistisch motiviert waren. Oder auf enorme Staatsinterventionen. Ja Kapitalismus kann Innovation, aber nur wenn der Staat massiv unterstützt (was nichts anderes ist als eine Umverteilung nach oben) oder Kapitalisten sich Erfindungen von anderen aneignen.
Um zu zeigen, dass es nicht der Kapitalismus war, der diese Dinge hervorgebracht hat muss man nur in seine Anfangszeit gucken. In jedem Land, in dem der Kapitalismus ankam kam in seiner Folge eine Flut von Not und Elend. Erst in den Fällen wo es Ländern gelang sich in der kapitalistischen Welthierarchie nach oben zu arbeiten, wurde es besser - auf Kosten von wieder anderen.
Viele Linke und alle Rechten machen den selben Fehler, wenn sie über "den Kapitalismus" sprechen. Sie machen ihn für alles Schlechte (oder alles Gute im Fall der Rechten) verantwortlich.
So hört man von Rechten oft, der Kapitalismus sei für längeres Leben oder weniger Hunger verantwortlich. Was halt einfach nicht der Kapitalismus zu verantworten hat, sondern Wissenschaft und Technik. Die finden zwar unter kapitalistischen Bedingungen statt. aber ihre Logik erschöpft sich nicht darin.
Ansonsten: Ich hab inhaltlich jetzt nicht so wahnsinnig viel neues erfahren, aber es ist schon erstaunlich wie sehr es einen Unterschied macht, wenn jemand direkt vor Dir sitzt, und Dir erzählt wer alles schon von ihren Freund*innen umgekommen ist als wenn das irgendwie mehr oder weniger anonym durch den Newsfeed rauscht.
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