Um da mal konkret drauf einzugehen: Ich sehe, dass der Begriff „Norm“ hier die von dir angesprochene Interpretationsmöglichkeit bietet, von daher wäre ich beim „etwas unglücklich“ noch dabei.
Ich würde ihm das aber nicht per se als unmittelbar verstanden wollene Lesart unterstellen, denn ich finde, dass er auf das Thema schon auch genereller und differenzierter eingeht (zum Nachhören: Minute 27:30-29:40). Seine These hier ist meinem Verständnis nach schon, dass es auch Offenheit und Möglichkeiten für diese Themen geben soll, dies aber nur stattfinden kann, wenn es in einem angemessenen Rahmen repräsentiert und diskutiert wird.
Bei diesem „Rahmen“ würde ich das sehen, was der Wahrnehmung der Breite der Gesellschaft entspricht – ja, auch das ist interpretierbar, diffus und vom eigenen Umfeld abhängig: Eben genau daher ist es wichtig, dass diese Themen offen verhandelbar bleiben. Wo ich bei seinen Ausführungen mitgehe ist, dass genau dies durch die unverhältnismäßige Betonung einzelner Betrachtungsweisen zunehmend schwieriger wird. Ob diese Erschwerung bewusst herbeigeführt wird, muss jeder für sich selbst einordnen.