Anti-Spiegel

Die russische Luftabwehr hat anscheinend versehentlich ein Passagierflugzeug abgeschossen

Am 25. Dezember stürzte ein aserbaidschanisches Verkehrsflugzeug in Kasachstan ab. Nach allem, was bekannt ist, wurde es versehentlich von der Flugabwehr in Grosny getroffen, als diese einen massiven ukrainischen Drohnenangriff abwehrte.

von Anti-Spiegel

30. Dezember 2024 12:15 Uhr

Dass westliche Medien so zurückhaltend über den offensichtlichen Abschuss eines Verkehrsflugzeugs durch die russische Flugabwehr am 25. Dezember berichten, kann ich mir nur dadurch erklären, dass sie es schwierig finden, ihrem Publikum zu erklären, dass ein ukrainischer Drohnenangriff zu so einer Katastrophe geführt hat. Trotz aller anti-russischen Hetze in westlichen Medien scheint man Angst zu haben, dass der Vorfall das Kiewer Regime bei den Menschen im Westen Sympathiepunkte kosten könnte.

Dass der Flugzeugabsturz kein normales Unglück war, konnte man sofort ahnen, denn der aserbaidschanische Präsident brach einen gerade stattfindenden Russlandbesuch ab, um sofort nach dem Absturz nach Hause zu fliegen, während die ersten im Netz kursierenden Bilder der Wrackteile des Flugzeugs deutlich Löcher zeigten, wie sie typisch sind für Luftabwehrmunition mit Splittergefechtsköpfen.

Da das Flugzeug den Versuch, in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny zu landen, abbrechen musste und dort gerade Luftalarm wegen eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs herrschte, war schnell klar, dass das Flugzeug wohl versehentlich von der Luftabwehr getroffen wurde.

Den Piloten gelang es noch, die beschädigte Maschine aus dem Gefahrengebiet herauszubringen und einen Flughafen im Nahen Kasachstan anzusteuern, doch bei dem Versuch einer Landung brach das Flugzeug auseinander.

Wie unangenehm der russischen Regierung der Vorfall ist, sieht man den zurückhaltenden Reaktionen. Der Kreml meldete beispielsweise, dass Präsident Putin den aserbaidschanischen Präsidenten Alijew am 28. Dezember wegen des Flugzeugunglücks angerufen und sich entschuldigt hat, aber weitere Details gab es nicht.

Jedem in Russland ist klar, dass es ein versehentlicher Abschuss war, aber das erwähnen die russischen Medien nur sehr ungern. Übrigens ist auch Aserbaidschan bei seinen Formulierungen vorsichtig und umschreibt die unangenehme Tatsache mit der Formulierung, das Flugzeug sei durch „physische Einwirkungen von außen“ beschädigt worden, was zur Bruchlandung geführt habe.

Offensichtlich sind beide Länder daran interessiert, dass der Vorfall die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht mehr belastet als unvermeidbar ist.

Hier übersetze ich, wie das russische Fernsehen in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick über den Absturz berichtet hat.

Beginn der Übersetzung:

Die Aktionen der Piloten in der Nähe von Aktau haben fast der Hälfte der Passagiere das Leben gerettet

Nach dem Flugzeugabsturz in Aktau, Kasachstan, werden die Ermittlungen fortgesetzt. In Grosny, wohin das Flugzeug der Fluglinie AZAL flog, arbeiten Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft Aserbaidschans mit ihren russischen Kollegen zusammen.

Es ist bereits bekannt, dass ukrainische Drohnen gezielt zivile Flüge gestört haben. Im Grunde ist das ein Terrorakt, wie der Bericht unseres Korrespondenten zeigt.

Ermittler und Luftfahrtexperten arbeiten weiterhin an der Absturzstelle in Aktau. Die Zusammensetzung der Gruppe, die alle Umstände des Absturzes des Passagierschiffs ermitteln muss, ist international. Die Gruppe besteht aus 17 Personen aus Kasachstan, Russland, Aserbaidschan und Brasilien. Sie haben bereits mit der Entschlüsselung der an der Absturzstelle gefundenen Flugschreiber begonnen. Es wurden ballistische und Sprengstoffuntersuchungen angeordnet. Jedes noch erhaltene Teil des Flugzeugs ist im Blickfeld der Forensiker.

Um herauszufinden, was am Himmel passiert ist, untersuchen Experten am Boden weiterhin die erhaltenen Fragmente des Verkehrsflugzeugs: den fast vollständig ausgebrannten vorderen Teil des Flugzeugs und das ein paar hundert Meter davon entfernt liegende, aber fast intakte Heckteil des Verkehrsflugzeugs. Dort befanden sich die meisten Überlebenden.

Insgesamt waren 62 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord. 29 Menschen wurden gerettet.

Die Überlebenden des Flugzeugabsturzes wurden in das Regionalkrankenhaus Mangistau in Aktau gebracht. Hier wurde umgehend die notwendige medizinische Hilfe organisiert. In ganz Kasachstan bildeten sich Warteschlangen derer, die Spender für die Opfer werden wollten. In zwei Tagen spendeten Kasachstaner mehr als 800 Liter Blut.

Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes, Ärzte und Retter, bekommen staatliche Auszeichnungen verliehen, gab der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew auf einer Regierungssondersitzung bekannt: „Wir konnten weitaus schwerwiegendere Folgen des Unfalls verhindern und viele Menschenleben retten. Die Öffentlichkeit wurde umgehend umfassend über den Vorfall informiert. Von den ersten Minuten an reichten unsere Bürger den Opfern ihre helfende Hand und zeigten ihre Solidarität und zeigten ehrliches Mitgefühl.“

Der kasachische Präsident wies die Regierungskommission und die Generalstaatsanwaltschaft des Landes an, eine umfassende und objektive Untersuchung sicherzustellen. Auch Russland und Aserbaidschan haben Strafverfahren wegen Verstoßes gegen Flugsicherheitsvorschriften eingeleitet. Gemeinsam mit Kollegen aus Russland führen Vertreter der aserbaidschanischen Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungsmaßnahmen am Flughafen Grosny durch.

Nach vorläufigen Angaben war das Flugzeug im russischen Luftraum äußeren physischen und technischen Einwirkungen ausgesetzt und verlor vollständig die Kontrolle.

Die Situation in der Nähe von Grosny war in den Stunden der Katastrophe schwierig, es herrschte dichter Nebel, außerdem wurde der zivile Flughafen an diesem Morgen von Drohnen der ukrainischen Streitkräfte angegriffen, die absichtlich zivile Flugzeuge störten, wie Dmitri Jadrow, der Chef der russischen Flugsicherheitsbehörde, erklärte: „Zu der Zeit starteten ukrainische Kampfdrohnen Terroranschläge auf die zivile Infrastruktur in den Städten Grosny und Wladikawkas. In diesem Zusammenhang wurde im Bereich des Flughafens Grosny das Regime ‚Teppich‘ ausgerufen, das für alle Flugzeige den sofortigen Abflug aus dem angegebenen Gebiet vorsah. Zudem herrschte im Bereich des Flughafens Grosny dichter Nebel. In einer Höhe von 500 Metern gab es keine Sicht. Der Flugzeugkommandant unternahm zwei Versuche, das Flugzeug in Grosny zu landen, die jedoch erfolglos blieben. Dem Kommandanten wurden andere Flughäfen angeboten. Er beschloss, zum Flughafen Aktau zu fliegen.“

Den letzten Bildern nach zu urteilen, verlor das Flugzeug in der Luft nicht an Geschwindigkeit und geriet nicht ins Trudeln. Dank der Bemühungen der Piloten stürzte das Flugzeug nicht ab, sondern legte eine harte Landung hin. Der Unterschied ist riesig.

Dank des selbstlosen Handelns des Kommandanten Igor Kschnjakin und des Co-Piloten Alexander Kaljaninow konnte die Hälfte der Passagiere gerettet werden.

Ende der Übersetzung

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