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Telegram-Chef will Nutzerdaten mit Behörden teilen

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Telegram-Chef Pavel Durov

Foto: Albert Gea/REUTERS

Robert Becker

(https://www.bild.de/autor/robert-becker)

23.09.2024 - 22:37 Uhr

Telegram-Chef Pavel Durov gibt nach! Der Milliardär, der in Frankreich festgenommen wurde, will jetzt IP-Adressen und Telefonnummern von Nutzern seiner verschlüsselten Messenger-App an Behörden weitergeben, wenn diese klar kriminell handeln.

Der französisch-russische Staatsbürger Durov wurde letzten Monat in Frankreich verhaftet und mit mehreren Anklagen konfrontiert, darunter die Verbreitung von Kinderpornografie über seine beliebte Messaging-App. Am Montag verkündete er, dass Telegram seine Nutzungsbedingungen geändert hat, um Kriminelle abzuschrecken.

Bislang hat Telegram Regierungsanfragen nach Nutzerdaten oft ignoriert. Die App, die weltweit Hunderte Millionen Nutzer hat, ist bekannt für ihren Schutz der Privatsphäre und die Ablehnung der Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden. Sie bietet End-to-End-verschlüsselte Chats, die nur der Absender und der Empfänger lesen können.

Kritiker behaupten jedoch, dass Telegram das bevorzugte Kommunikationsmittel für kriminelle Organisationen ist, die sich mit Geldwäsche, Menschenhandel und der Verbreitung von Kinderpornografie beschäftigen.

Telegram sammelt im Vergleich zu anderen Messaging-Plattformen sehr wenige Daten. In der Vergangenheit hat das Unternehmen gesagt, dass es Daten nur dann mit Regierungen teilen würde, wenn die Anfrage durch einen Gerichtsbeschluss gestützt ist, der in der jeweiligen Gerichtsbarkeit rechtlich bindend ist.

Anfang des Monats versprach Durov, die Bemühungen zur Bekämpfung krimineller Aktivitäten auf seiner Messaging-App zu verstärken, nachdem die französischen Behörden vorläufige Anklagen gegen ihn erhoben hatten.

Die französischen Vorwürfe gegen Durov beinhalten, dass Telegram für den Austausch von kinderpornografischem Material und Drogenhandel genutzt wird und dass die Plattform sich weigerte, Informationen oder Dokumente mit Ermittlern zu teilen, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben war.

Durov, der lange gesagt hat, dass er „nichts zu verbergen“ habe, darf Frankreich nicht verlassen, während die Ermittlungen andauern.

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