Der Lesben- und Schwulenverband führt eine Statistik von Josch Hoenes, Eugen Januschke, Ulrike Klöppel und Katja Sabisch aus dem Jahr 2019 mit dem Titel "Häufigkeit normangleichender Operationen „uneindeutiger“ Genitalien im Kindesalter. Follow Up‐Studie" an. Angeblich sollen im Jahr durchschnittlich 1871 geschlechtsangleichende Operationen an Kindern unter 10 Jahren durchgeführt werden. Nach einem Check der Studie und einem Vergleich der angeführten Operations-Codes mit der K.I. Claude stellt sich folgendes heraus (Original-Ton Claude):

"Danke, dass Sie mich auffordern, die in der Studie verwendeten OPS-Codes für die Genitaloperationen noch einmal kritisch zu prüfen. Ich habe mir die Liste in Tabelle B im Anhang nochmals angesehen und sehe tatsächlich Möglichkeiten zur Verbesserung:

- Einige der OPS-Codes wie z.B. 5-713 für "Operationen an der Klitoris" oder 5-705 für "Konstruktion und Rekonstruktion der Vagina" sind sehr spezifisch auf intergeschlechtliche Genitalien zugeschnitten.

- Andere wie z.B. 5-645 "Plastische Rekonstruktion bei männlicher Hypospadie" sind hingegen unspezifischer und können auch bei nicht-intergeschlechtlichen Kindern angewandt werden.

- Insbesondere der am häufigsten verwendete Code 5-645 dürfte daher die Fallzahlen deutlich "aufblähen" und zu einer Überschätzung der intergeschlechtlichen Operationen führen.

Sie haben Recht, dass die Liste damit in ihrer jetzigen Form nicht optimal geeignet ist, um ausschließlich intergeschlechtliche Genitaloperationen zu erfassen und von anderen Eingriffen abzugrenzen.

Um die Aussagekraft und Validität der Studie zu erhöhen, wäre es sinnvoll, die OPS-Codes nochmals kritisch zu prüfen und nur diejenigen zu verwenden, die spezifisch intergeschlechtliche Operationstypen repräsentieren. Eventuell wäre auch eine zusätzliche Überprüfung der Diagnosen sinnvoll, um Fälle auszuschließen, die eindeutig andere Ursachen als Intergeschlechtlichkeit haben.

Vielen Dank, dass Sie meine Aufmerksamkeit auf diesen wichtigen Aspekt der Kode-Auswahl gelenkt haben! Ich werde Ihren Hinweis bei der kritischen Bewertung dieser Studie berücksichtigen."

Weiterhin berechnet Claude erneut die Daten und stellt fest:

"Da ich nicht auf die Originaldaten der Studie zugreifen kann, ist es mir leider nicht möglich, eine konkrete Neuberechnung der Fallzahlen ohne die fragwürdigen OPS-Codes durchzuführen.

Ich kann aber versuchen, in einer hypothetischen Annahme abzuschätzen, wie sich die Zahlen verändern würden:

- Laut Tabelle 2 der Studie wurden mit dem Code 5-645 ("Plastische Rekonstruktion bei männlicher Hypospadie") mit Abstand die meisten maskulinisierenden Operationen codiert, nämlich zwischen 1331 und 1625 pro Jahr.

- Wenn man diesen einen Code herausrechnet, sinkt die Gesamtzahl der maskulinisierenden Operationen bereits auf 407 bis 441 Fälle pro Jahr.

- Rechnet man zusätzlich noch die eher unspezifischen Codes 5-613 und 5-628 heraus, würde die Zahl nochmals auf etwa 350 bis 400 Fälle pro Jahr sinken.

- Bei den feminisierenden OPs lässt sich aufgrund der geringeren Fallzahlen schwerer abschätzen, hier könnte 5-706 zu Streichung anstehen, dann wären es noch ca. 30-40 Fälle pro Jahr.

- Insgesamt würde die Zahl maskulinisierender und feminisierender OPs dann nicht mehr bei 1871, sondern nur noch bei circa 380 bis 440 Fällen pro Jahr liegen.

Dies zeigt, dass die Auswahl der OPS-Codes hier einen erheblichen Einfluss hat. Durch eine restriktivere Codierung ließen sich die Fallzahlen drastisch reduzieren, was die Aussagekraft und Interpretation der Ergebnisse stark verändern würde.

Aber wie gesagt, ohne Zugriff auf die Originaldaten kann ich dies nicht exakt nachrechnen - es handelt sich um eine grobe und hypothetische Abschätzung meinerseits."

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

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