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Völlig verfilzt – die Medienlandschaft hinter Corona
9. Mai 2024
Von Dr. Christine Born
Die Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung (BMGF) nahm in der Coronazeit durch ihre Spendenpolitik auch Einfluss auf die Medien. Sie wurden „unterstützt“, so wie der amerikanische Fernsehsender CNN, der öffentlich-rechtliche Rundfunk in England, die BBC, und beispielsweise auch der Spiegel in Deutschland. 1
Im Zeitraum von 2018 bis 2021 erhielt der Spiegel rund 5,1 Millionen Euro von der Gates-Stiftung. 2 Zuwendungen gab es auch für die PR-Agentur „AFP Factstory“, die ebenfalls in das Corona-Treiben involviert war und global Content für hochprominente Kunden, wie UNICEF, die Europäische Kommission oder den amerikanischen Fernsehsender CNN kreiert. 3 AFP Factstory gehört zu Agence France-Presse oder kurz AFP, der ältesten internationalen Nachrichtenagentur. Gekrönt wird das Ganze dann noch vom AFP Faktencheck, der in rund 80 Ländern Online-Inhalte in vielen Sprachen vor Ort „überwacht“. 4 AFP Faktencheck ist beispielsweise auch Teil des Faktenprüferprogramms von Facebook. 5 Man sieht daran, wie viele Standbeine Presseagenturen haben können, und wie sie ihren Einfluss erweitern.
Neuartige Allianzen der Faktenchecker
Der AFP-Faktencheck steht beim Faktenchecken nicht allein auf weiter Flur, sondern hat seit Februar 2023 verlässliche Partner in einem Zusammenschluss von Faktencheck-Teams, in der GADMO (German-Austrian Digital Media Observatory). GADMO wird von der EU gefördert, um regionale Desinformation im deutschsprachigen Raum zu „bekämpfen“. „Dabei kommen deutsche und österreichische Faktencheck-Teams von Agence France-Presse (AFP), Deutsche Presse-Agentur (dpa), Austria Presse Agentur (APA) und des unabhängigen Recherchenetzwerks Correctiv in einer neuartigen Allianz zusammen. Auch Forschende der Technischen Universität Dortmund – die das Projekt koordiniert – und des österreichischen Technologie-Instituts AIT sowie das griechische Unternehmen ATC, das für alle technischen Aspekte des Projekts zuständig ist, sind Teil des Bündnisses.“ 6
Aber es kommt noch kämpferischer: GADMO ist Teil des europaweiten Netzwerks des European Digital Media Observatory (EDMO), das ebenfalls von der EU gefördert wird. Diese „unabhängige Koordinationsstelle“ bündelt seit 2020 „die Kräfte von Faktencheckorganisationen, Forschung und weiteren Expertinnen und Experten im Kampf gegen Desinformation. Das Netzwerk besteht inzwischen aus 14 regionalen Zentren, die alle Länder der EU abdecken.“ 7 Nun kann sich jeder selbst überlegen, ob Faktenchecker unabhängig arbeiten oder nicht.
Vielleicht könnte man Faktenchecking eher als eine Art Endkontrolle von Medienprodukten verstehen? Die Bedeutung des Faktenchecks hat auf alle Fälle deutlich zugenommen. Es ist gar von einer „weltweiten Fact-Checking-Industrie“ die Rede. 8 Es fließen mehr Geld und mehr Aufmerksamkeit in diesen Bereich. Checker-Kooperationen und -Projekte dieser Art hypertrophieren und bilden eine vermutlich erwünschte Unübersichtlichkeit. 9 Die Verstrickung des Medienbereichs in politische Agenden und Großprojekte, vornehmlich die Agenda 2030, erscheint demnach mit einem Dschungel vergleichbar, den der normale Medienkonsument kaum noch durchdringen kann.
Industriell gefertigte Nachrichtenkost
Diese Informationen machen bereits deutlich, dass es mit der Nachrichtenkost, die wir über die Mainstreammedien erhalten, ähnlich bestellt sein muss wie mit industriell hergestellten Fertiggerichten. Eine für den Medienkonsumenten undurchsichtige, verschachtelte Nachrichtenindustrie verkauft an bestimmten Agenden und Wertekriterien, vornehmlich der Agenda 2030, ausgerichtetes, PR-durchtränktes Infotainment, mit entsprechenden Fotografien, in kleinen leicht verdaulichen, vitaminisierten Häppchen. 10 Mittlerweile hat es sich aber herumgesprochen, dass es bekömmlicher und gesünder ist, Gemüse und Obst regional und direkt beim Bauern einzukaufen. Ähnlich sieht es mit dem alltäglichen Medienkonsum aus. Auch hier kann man „direkt beim Bauern“ einkaufen, d. h. sich über die freien Medien versorgen oder zumindest eine einigermaßen genießbare Mischkost zusammenstellen. Man sollte nur nicht vergessen, auch einen angemessenen Betrag für die Freien ins danebenstehende Körbchen zu werfen, also einen Obulus zu überweisen.
Verstärkt Geldströme vor politischen Großereignissen
Zahlungsflüsse an Organisationen und Medien lassen sich anhand öffentlich zugänglicher Netzfunde nachverfolgen, was natürlich Korruptionsvorwürfe befeuert. Politische Großereignisse werden – laut Datenanalyse – mit Zuwendungen der Philanthropen vorbereitet. Woraus sich in der Umkehr schließen ließe, dass eine Zunahme an Förderungen eine Art von Ereignisknoten, eine politische Großkrise, zur Folge haben könnte.
Gates hat z.B. im Jahr 2016 rund sechs Milliarden Euro an Fördergeldern ausgezahlt, hingegen im Jahr der globalen Pandemie 2020 nur rund 4,5 Milliarden Euro an Zuschüssen. 2021 und 2022 stieg das Spendenaufkommen wieder etwas an auf ca. 5,4 und rund fünf Milliarden Euro. Im Jahr 2023 kletterten die Fördergelder der BMGF wieder auf etwa 6,6 Milliarden Euro. 11 Die Spenden flossen u. a. an das Gates Medical Research Institute, den Global Fund, die European Investment Bank und an die WHO. Steht uns ein neues politisches Großereignis bevor?
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Quellen & Links
1Gates-Stiftung unterstützt den Spiegel mit weiteren 2,9 Millionen Dollar (berliner-zeitung.de)
2Committed Grants | Bill & Melinda Gates Foundation
3FACTSTORY – Audiovisual creative agency
4Über uns | Faktencheck (archive.org)
5Agence France-Presse und Facebook starten Faktencheck auf Whatsapp | AFP.com
6Kampf gegen Desinformation: Das German-Austrian Digital Media Observatory (kurz: GADMO) startet online | AFP.com
7Kampf gegen Desinformation: Das German-Austrian Digital Media Observatory (kurz: GADMO) startet online | AFP.com
8Die Faktenchecker-Industrie: Reichweite und Aufgaben (tkp.at)
9So finanziert der digital-finanzielle Komplex weltweite Propaganda durch Faktenchecker (tkp.at)
10GlobaleGesundheitsstrategie_Web.pdf (bundesgesundheitsministerium.de)
11Committed Grants | Bill & Melinda Gates Foundation
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Dr. Christine Born ist Autorin und freie Journalistin.
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https://tkp.at/2024/05/09/voellig-verfilzt-medienlandschaft-hinter-corona/