Sehr schön geschrieben!
Geld ist keine Münze, kein Schein, keine Zahl auf dem Konto deiner Bank or code.
Geld ist eine Idee!
Geld ist eine intersubjektive Vorstellung davon, was etwas wert ist. Ein kollektives Gedächtnis darüber, wer wem etwas schuldet.
Diese Idee braucht ein Objekt, das greifbar ist. Etwas, das man messen, speichern und übertragen kann.
Doch das Objekt, dem wir sie zuschreiben, prägt die Wirkung der Idee stärker, als wir wahrhaben wollen.
Wenn Geld beliebig vermehrbar ist, entsteht Macht nicht durch Leistung, sondern durch Nähe zur Quelle.
Wer zuerst Zugriff hat, tauscht frisch geschöpftes Geld gegen reale Werte. Wer später kommt, zahlt mit seiner Kaufkraft. Und verliert.
So wird nicht gerecht verteilt, sondern systematisch verschoben. Nicht sichtbar, aber spürbar. Nicht illegal, aber tief ungerecht. Was als Werkzeug beginnt, wird zur Waffe. Aus Vertrauen wird Kontrolle. Aus Kontrolle wird Zwang.
Nicht der Mensch macht das Geld schlecht.
Aber schlechtes Geld macht aus Menschen genau das, was gebraucht wird: Steuerzahler, Schuldner, Soldaten.
Wer das begriffen hat, fragt nicht mehr, wie viel er verdient, sondern in welchem System er lebt.
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Discussion
Inspiriert durch argentarius 🧡.
Und ich hatte natürlich auch ein wenig AI Hilfe den text glatt zu ziehen 😅
Was dich auch interessieren dürfte ist, dass ich seit heute auch verstehe was das Problem der Österreicher und Libertären mit argentarius' Verwendung des Begriff Anspruch ist 🤯
Ich dachte zuerst, Argentarius hat das perfekte Wort gewählt. Anspruch klang für mich weicher, fast ideell. Anrecht dagegen wirkte streng, bürokratisch, irgendwie zu nah am Gesetz.
Aber ich habe heute kurz recherchiert und gemerkt, dass es genau andersherum ist. Früher war ein Anspruch einfach eine gedachte Erwartung. Aber wieder einmal hat der Sozialstaat eingegriffen und ihn zu etwas gemacht, das man einklagen kann 🙈
Kindergeld, Rente, Wohngeld wurde zu einem „gesetzlichen Anspruch“ erklärt und wurde zur einseitigen Pflicht mit Formular, Frist und Nachweispflicht gemacht. Damit haben sich auch die Bedeutungen verschoben. Anfang des 20. Jahrhunderts war Anspruch eher abstrakt, eine vage Erwartung an Leistung.
Heute ist es genau umgekehrt. Anspruch steht für Paragraphen und Pflicht. Anrecht klingt plötzlich weich, fast menschlich und beschreibt viel besser, was Geld eigentlich ist.