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Die NZZ in Deutschland

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Die NZZ in Deutschland (NZZ/Horizont

Publiziert: Oktober 2024

Was die Neue Zürcher Zeitung in Deutschland erreichen möchte.

Seit 2017 und verstärkt seit 2020 versucht die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) aus der Schweiz in Deutschland zu expandieren ( https://www.horizont.net/medien/nachrichten/zeitungsmarkt-nzz-will-in-deutschland-die-zahl-der-digital-abos-steigern-184540 ). Mit einigem Erfolg: Insbesondere bürgerlich-liberale sowie konservative deutsche Leser sehen die Schweizer Zeitung als wertvolle Erweiterung des deutschen Medien­angebots oder sogar als neues “Westfernsehen”

( https://www.stern.de/politik/deutschland/hans-georg-maassen--das-steht-in-dem--westfernsehen--artikel-der-nzz-8793910.html )(so etwa der ehemalige BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen). Bisher hat die NZZ in Deutschland rund 50.000 Abonnenten gewonnen.

Die NZZ verfolgt in Deutschland im Wesentlichen zwei Ziele: ein verlegerisch-kommerzielles und ein politisch-strategisches. Das verlegerisch-kommerzielle Ziel ergibt sich daraus, dass die NZZ im kleinen Schweizer Markt nicht mehr wachsen kann und durch Digitalisierung und Generationen­wechsel die Abo- und Werbeeinnahmen zurückgehen. Nach einem gefloppten Projekt ( https://de.wikipedia.org/wiki/NZZ_%C3%96sterreich ) in Österreich bietet sich deshalb Deutschland als Expansionsmarkt an.

Ohne diesen deutschen Wachstumsmarkt würde die NZZ früher oder später in finanzielle Schwierigkeiten geraten und müsste womöglich sogar eine Kooperation mit einem deutschen Medium eingehen, wie dies andere Schweizer Verlage bereits getan haben (so Tamedia ( https://swprs.org/tagesanzeiger/ ) mit der Süddeutschen Zeitung oder Ringier ( https://www.blick.ch/news/wirtschaft/medien-ringier-und-axel-springer-gruenden-gemeinschaftsunternehmen-in-der-schweiz-id3357037.html ) mit Axel Springer). Selbst die Schweizer Nachrichtenagentur SDA bezieht ihre internationalen Meldungen inzwischen weitgehend von der deutschen DPA ( https://swprs.org/dpa-uebernimmt-sda-auslandsdienst/ ) aus Berlin, die ihrerseits mit der amerikanischen AP kooperiert (siehe dazu: Der Propaganda-Multiplikator)( https://swprs.org/der-propaganda-multiplikator/ ).

Das politisch-strategische Ziel besteht wiederum aus zwei Komponenten. Einerseits möchte die NZZ als bürgerlich-liberales Medium der “öko-sozialistischen Kulturrevolution” in Deutschland entgegenwirken, die den Wirtschaftsstandort Deutschland absehbar schwächen und damit auch die Volkswirtschaften Europas und der Schweiz gefährden würde. Die NZZ vertritt dabei auch Positionen, die man in traditionellen deutschen Medien zumeist nicht mehr findet und die gerade deshalb bei bürgerlichen und konservativen Lesern gefragt sind (“der andere Blick”).

Andererseits möchte die NZZ als international und transatlantisch orientiertes ( https://swprs.org/medien-navigator/ ) Medium des Schweizer Finanzplatzes den national-konservativen und Nato-skeptischen Tendenzen in der deutschen Politik entgegenwirken, die Globalisierung und US-Hegemonie gefährden könnten. Aus diesem Grund unterscheiden sich NZZ-Berichte zu geopolitischen Themen wie Russland, China oder Nahost nur wenig von Berichten traditioneller deutscher Medien. Auch bei Themen wie Corona oder globale Migration ( https://swprs.org/migration-und-medien/ ) konnte und kann sich die NZZ letztlich nur oberflächlich abgrenzen.

Es liegt auf der Hand, dass diese beiden divergenten politischen Ziele einen publizistischen Spagat erfordern, aus dem sich verschiedene Irritationen und Komplikationen ergeben: Einerseits möchte die NZZ national-konservative deutsche Leser gewinnen und irritiert damit liberale deutsche Leser und Kommentatoren, andererseits möchte die NZZ ihre national-konservativen Leser in gewissen Punkten gerne “umerziehen” und irritiert damit zuweilen auch diese selbst.

Tatsächlich ist die NZZ auf ähnliche Weise in transatlantische Netzwerke eingebunden wie klassische deutsche Medien: So war der jeweilige NZZ-Chefredakteur während Jahrzehnten Schweizer Medienvertreter bei der Nato-nahen Bilderberg-Konferenz ( https://swprs.org/netzwerk-medien-schweiz/ ). In den 1980er-Jahren wurde zudem bekannt ( https://www.spiegel.de/politik/victory-for-strauss-a-f61552fe-0002-0001-0000-000014351703 ), dass der damalige NZZ-Chefredakteur auch Mitglied ( https://www.wikispooks.com/wiki/Fred_Luchsinger ) in der geheim­dienst­nahen Gruppe “Le Cercle” ( https://www.wikispooks.com/wiki/Le_Cercle ) war, die unter anderem Gladio-Mann (

https://odysee.com/@swprs:3/gladio-terror-und-franz-josef-strauss-zdf-kennzeichen-d-2000:5 ) Franz Josef Strauß als Kanzler installieren wollte ( https://www.spiegel.de/politik/victory-for-strauss-a-f61552fe-0002-0001-0000-000014351703 ). Der NZZ-Chef versprach ( https://www.wikispooks.com/w/images/0/01/Rogue_Agents_-_the_Cercle_and_the_6I_in_the_Private_Cold_War_1951_-_1991_by_David_Teacher_(5th_edn%2C_2017).pdf#page=191 ) laut einem geleakten Protokoll drei positive Leitartikel.

Der seit 2015 amtierende NZZ-Chefredakteur pflegt ebenfalls Kontakte zu Geheimdiensten ( https://swprs.org/nzz-new-american-century/ ) sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland. 2010 verfasste ( https://swprs.org/nzz-new-american-century/ ) er zudem einen Beitrag zum “Global War on Terror” für ein Buch des ehemaligen Direktors des neokonservativen Project for the New American Century (PNAC)( https://de.wikipedia.org/wiki/Project_for_the_New_American_Century ). Angesichts dieser Hintergründe ist es nicht überraschend, dass eine SPR-Studie 2016 zum Ergebnis kam, dass NZZ-Berichte zu geopolitischen Themen eine hohe Dichte an Propaganda-Botschaften aufweisen und diese Botschaften zu knapp 90% pro-amerikanisch sind.

Die NZZ besetzt daher im SPR Medien-Navigator ( https://swprs.org/medien-navigator/ ) seit Jahren eine herausragende Position als archetypisch bürgerliches und Nato-konformes Medium. Eine ähnliche publizistische und politische Deutschland-Strategie wie die NZZ verfolgt derweil auch die Schweizer Weltwoche, die jedoch deutlich national-konservativer und Nato-skeptischer positioniert ist. Inzwischen sind zudem mehrere dissidente Journalisten und Autoren von der zunehmend repressiven ( https://swprs.org/manipulierte-demonstrationen/ ) BRD in die scheinbar weniger autoritäre Schweiz umgesiedelt und schreiben oder senden ( https://de.wikipedia.org/wiki/Kontrafunk ) nun von dort.

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Quellen & Links

Die NZZ im Medien-Navigator

Die Neue Zürcher Zeitung ist als konservativ-konformes Medium eingestuft. Mehr dazu.

https://swprs.org/medien-navigator/

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Der Medien-Navigator 2024 (SPR)

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Videos/Dokus

Videos zur Schweiz

https://odysee.com/$/playlist/79ffc33547594c3ba1ffbed60263fdf5f3bb3504

Videos Deutschland

https://odysee.com/$/playlist/06ab391a1a304d14cc7e9fd85da18b211173c572

CIA und Medien

https://odysee.com/$/playlist/e7f2ee6b47c680edc8532f40cedaa7ea1e4ada2e

Siehe auch

Schweizer Medien-Netzwerk

https://swprs.org/netzwerk-medien-schweiz/

Deutsches Medien-Netzwerk

https://swprs.org/netzwerk-medien-deutschland/

Schweizer Kriegspropagand

https://swprs.org/kriegspropaganda-in-schweizer-medien/

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https://swprs.org/die-nzz-in-deutschland/

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