Die Beobachtung, dass linke Parteien häufig eine expansive bzw. laxe Geldpolitik unterstützen, ist kein innerer Widerspruch zu ihrem sozialpolitischen Anspruch, sondern lässt sich auch strategisch erklären. Eine dauerhaft lockere Geldpolitik begünstigt Vermögensinflation, schwächt die Kaufkraft von Löhnen und Ersparnissen und trifft damit insbesondere einkommensschwache Haushalte ohne Sachwerte.

Gerade diese Entwicklung vergrößert jedoch den politischen Interventionsbedarf: Steigende Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot und wachsende Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen schaffen ein Umfeld, in dem Umverteilung, Subventionen und soziale Programme als notwendig erscheinen. Damit wächst zugleich die politische Klientel, die auf staatliche Unterstützung angewiesen ist und entsprechende Parteien wählt.

In diesem Sinne fungiert eine inflationäre Geldpolitik als stiller Mechanismus zur Ausweitung staatlicher Einflussnahme. Soziale Probleme werden nicht gelöst, sondern strukturell verstetigt – mit dem Effekt, dass politische Nachfrage nach „mehr Staat“ kontinuierlich reproduziert wird. Aus dieser Perspektive ist die Kombination aus lockerer Geldpolitik und sozialpolitischer Rhetorik weniger ein unbeabsichtigter Zielkonflikt als vielmehr ein sich selbst stabilisierendes politökonomisches Modell.

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Discussion

Nur lernt da halt, niemand dazu, es muss immer im sozialismus enden, ein system das sich selber nich “halten” kann und jedes al bedeutet es leid, wir sind es leid 👍