Inside Paradeplatz

Fliegen CS-AT1s Schweizer Taxpayer um die Ohren?

Laut Financial Times springt mit AllianceBernstein ein mächtiger Finanzplayer auf den Klagezug gegen die Eidgenossenschaft auf.

10.12.2024

Lukas Hässig

Die News hats in sich. „AllianceBernstein to sue Switzerland over $17bn Credit Suisse debt wipeout“, titelt heute früh die Financial Times (FT).

Laut dem Wirtschaftsblatt will der „large institutional investor“, der 800 Milliarden US-Dollar verwalte, die Eidgenossenschaft über 225 Millionen Dollar verklagen.

Und zwar in New York, am berühmt-berüchtigten Gerichtshof des Southern District. AllianceBernstein würde sich laut der FT der am Gericht bereits eingereichten Klage anschliessen.

Switzerland am Haken (FT)

Bei dieser geht es um die 17 Milliarden US-Dollar schwere Ausradierung der sogenannten AT1-Bonds der Credit Suisse.

Diese hatte die Finma wenige Stunden vor dem Aus der 167-jährigen Zürcher Grossbank angeordnet.

Die Schweiz habe die Gläubiger-Hierarchie auf den Kopf gestellt, so das Argument der Kläger von New York. Während die AT1-Anleger nichts erhielten, kriegten die Aktionäre 3,3 Milliarden Dollar.

Risikokapital-Geber werden „beglückt“, Fremdkapital-Geber gehen leer aus.

Die „Angreifer“ gehen nicht auf die CS respektive die UBS los. Obwohl letztere die grosse Gewinnerin des Wipe-outs ist.

Sie konnte 30 Milliarden Sondergewinn mit dem CS-Schnäppchen einfahren.

Doch das ist nicht die „Schuld“ von Colm Kelleher, Lukas Gähwiler und später Sergio Ermotti. Die nutzten einfach die Notlage ums CS-Drama geschickt aus.

And the Winner is … einmal mehr (IP)

Kelleher und Co. stellten harte Bedingungen für ihre Bereitschaft, die CS zu schnappen. Bern akzeptierte dies.

Für die Finma wird der Wipeout-Beschluss zum Drama. Ihre Präsidentin, Marlene Amstad, könnte vor dem Rücktritt stehen.

Dies, wenn voraussichtlich noch diese Woche im PUK-Bericht ihre Rolle kritisch gewürdigt würde. Warum liessen die Finma-Chefs die CS-Bosse ein ums andere Mal davonschleichen?

Als die Behörde dann endlich Zähne zeigte, war es um die Escher-Bank geschehen.

Die 17 Milliarden AT1-Klage in Übersee wird für die Schweiz und ihre Bürger zum Stresstest. Wenn am Ende der Steuerzahler einige Milliarden dafür berappen muss, dann hiesse das:

Alles für die UBS, nichts für Helvetien.

Zur Verteidigung im Grossfight mandatierte das Finanzministerium von Karin Keller-Sutter die bekannte Wachtell-Kanzlei.

Diese holte im Steuerkrieg USA gegen Schweiz vor 15 Jahren für Auftraggeberin UBS einen Traumdeal heraus.

Die UBS zahlte mit 780 Millionen Dollar einen lächerlichen Ablass für ihre Vergehen, entging aber einer Strafanzeige, weil die Schweiz ihr legendäres Bankgeheimnis hergab.

Schon damals also lautete das Ergebnis: Die UBS wird gerettet, die Schweiz zahlt die Zeche.

Wachtell-Anwälte sei Dank. Die stimmten die US-Staatsanwälte milde – weil sie zusammen mit ihren UBS-Auftraggeberin in Bern gute Stimmung für den Kniefall machen konnten.

Was für einen Deal holen die Wachtells diesmal für die Schweiz heraus? Und wie stark führen die UBS-Mächtigen dabei Regie?

Die Bank will nur eines: Keinen Penny der geschenkten 17 Milliarden AT1s zurückzahlen. Diese Rechnung soll brav der Schweizer Taxpayer begleichen.

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https://insideparadeplatz.ch/2024/12/10/fliegen-die-cs-at1s-den-schweizer-taxpayern-um-die-ohren/

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