Fassadenkratzer
Das gigantische Lügen-Konstrukt von den Viren als Krankheitsursache
(IC: Feb 2025)
Dass Viren die Ursache von Infektionskrankheiten seien, ist suggestiv tief in das Bewusstsein der Menschen eingebrannt worden und gilt als wissenschaftliche Selbstverständlichkeit. Mit dieser Theorie konnte Angst und Panik geschürt und künstlich der Anschein einer Pandemie erzeugt werden, in der die Herrschenden in einem totalitären Staatstreich von oben glaubten, den gegenwärtigen Demokratie-Versuch weitgehend außer Kraft setzen zu können. Die Aufklärung ist daher nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftspolitisch von allergrößter Wichtigkeit. Sie gehört mit zur noch immer krampfhaft verweigerten öffentlichen Aufarbeitung der beispiellosen totalitären Ungeheuerlichkeiten der Corona-Krise.
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Suggeriertes Killer-Schreckensbild des unwahrnehmbaren Virus (tkp.at)
Unter den Medizinern waren und sind es nur wenige, die das eigene Denken nicht aufgegeben haben und den Dingen auf den Grund gehen. Aber man muss gar nicht Mediziner sein, um den Wissenschaftsbetrug aufdecken zu können.
Virus-Wahn
Schon vor der inszenierten Corona-Krise haben der Arzt Claus Köhnlein und der Journalist Torsten Engelbrecht in Ihrem Buch „Virus-Wahn“ scharf kritisiert, dass man nicht Gesetze der anorganischen, toten Natur (hier eine Ursache – dort eine Wirkung) einfach auf einen höchst komplizierten menschlichen Organismus übertragen könne.
„Entscheidend geformt wurde dieses monokausale und eindimensionale Denkmodell durch die Mikrobiologie, deren Aufstieg Ende des 19 Jahrhunderts begann und die ganz bestimmte (spezifische!) Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze) zur Ursache von ganz bestimmten Krankheiten erklärte, darunter von Massenleiden wie Cholera oder Tuberkulose. Die Begründer dieser so genannten Mikroben-Theorie, die Forscher Louis Pasteur und Robert Koch, stiegen noch zu Lebzeiten in den Olymp auf.“
Und so sei mit der Mikroben-Theorie der „Markstein gelegt für die Grundformel der modernen Biomedizin mit ihrem monokausal-mikrobiellen Ansatz und ihrer Suche nach den Wunderpillen: Eine Krankheit, eine Ursache, ein Heilmittel. … Doch so faszinierend einfach diese monokausale Vorstellung ist, so wenig hat sie mit den komplexen Geschehnissen im menschlichen Körper zu tun. Die weitaus meisten Krankheitszustände haben eben weitaus mehr als nur eine Ursache, weshalb die Suche nach der einen Krankheitsursache und somit auch die Suche nach der einen Wunderpille in den weitaus meisten Fällen ein hoffnungsloses Unterfangen bleiben wird.“ 1
Dabei sei die Existenz und krankmachende oder gar tödliche Wirkung der angeblichen Virus-Erreger, die eine Größe von Millionstel Millimeter haben sollen, nach Aussagen vieler Wissenschaftler nie wirklich nachgewiesen worden.2
Vergebliche Ansteckungsversuche
Bei der Spanischen Grippe am Ende des 1. Weltkrieges ging man noch davon aus, dass Bakterien die Ursache seien. Dazu machte man Versuche, auf die auch Engelbrecht/Köhnlein hinweisen. Im November 1918 habe man in Boston einen Ansteckungsversuch mit 62 freiwilligen gesunden Matrosen gemacht: Marineärzte sammelten das zähflüssige Sekret aus den Nasen und Rachen todkranker Männer und sprühten es einigen Testpersonen in deren Nasen, Rachen und Augen. Anderen rieben sie den Schleim von der Nasenscheidewand eines Schwerkranken in die Nasenscheidewand.
„In dem Versuch, die Vorgänge zu simulieren, die normalerweise ablaufen, wenn Menschen sich mit Grippe anstecken, nahmen die Ärzte zehn der Testpersonen mit ins Lazarett, um sie grippekranken Soldaten auszusetzen. Die Kranken lagen eingerollt und mit fieberheißen Gesichtern auf ihren schmalen Betten und glitten abwechselnd vom Schlaf ins Delirium. Die zehn gesunden Männer erhielten die Anweisung, sich jeweils einem Patienten zu nähern, sich über ihn zu beugen, seinen übel riechenden Atem einzuatmen und fünf Minuten lang mit ihm zu plaudern. Um sicherzugehen, dass der Gesunde der Krankheit auch vollständig ausgesetzt war, musste der Kranke kräftig ausatmen, wobei der Gesunde den Atem des Kranken inhalierte. Schließlich musste der Grippekranke dem Freiwilligen noch fünf Minuten lang ins Gesicht husten. Jede gesunde Testperson vollzog diese Prozedur bei 10 verschiedenen Grippepatienten, deren Krankheitsbeginn nicht länger zurückliegen durfte als 3 Tage.“
So wollte man gewährleisten, dass der Erreger sich noch im Sekret aus Nase oder Lunge befand.
„Aber kein einziger gesunder Mann wurde krank.“
Ein vergleichbares Experiment habe unter noch strengeren Bedingungen in San Francisco stattgefunden. „Zu aller Überraschung wurde keine einzige Testperson krank. Die Wissenschaftler waren verblüfft. Wenn diese gesunden Freiwilligen sich nicht ansteckten, obwohl die Ärzte alles daransetzten, um sie krank zu machen, was war dann der Auslöser der Krankheit? Wie infizierten die Menschen sich dann mit der Grippe?“ 3
Nach dem 3. der berühmten drei Koch´schen wissenschaftlichen Postulate muss ein Mikroorganismus, der ein Krankheitserreger sein soll, die Krankheit auslösen, wenn er einem Versuchstier oder einem menschlichen Probanden zugeführt wird. Sonst kommt er wissenschaftlich als Krankheitsursache nicht in Betracht.
Fehlende Viren bei Kranken
Der ehemalige langjährige Radiologie-Chefarzt und profunde Medizinkritiker Dr. Gerd Reuther wies darauf hin, dass die am Robert Koch-Institut angesiedelte Arbeitsgruppe „Influenza“ seit vielen Jahren wöchentlich die Untersuchungsergebnisse ambulanter Atemwegs-Kranker publiziert.
Dabei werde regelmäßig bei zwischen 40 % und 60 % der Kranken keinerlei Viren gefunden. –
Wenn bei bis zu 60 % der Kranken keinerlei Viren nachgewiesen werden, dann können selbstverständlich Viren auch nicht die Ursache ihrer Atemwegserkrankung sein. Es muss andere Ursachen geben.
Und dann ist auch anzunehmen, dass ebenfalls bei den anderen Kranken, bei denen Viren festgestellt wurden, diese anderen Ursachen wirksam waren und die Viren – oder das, was man dafür hält – nur unbedeutende Begleit- oder Folgeerscheinungen sind.
Ja, es wurden sogar in der Corona-Panik mit PCR-Tests massenweise Menschen ohne Krankheitssymptome, also Gesunde, positiv getestet und zu Infizierten erklärt. Ein Unsinn und Betrug ohne gleichen.
Daher setzt Dr. Reuther fort:
„Die erste Generation der Mikrobiologen um einen Robert Koch hat dies im Gegensatz zu heutigen Virologen noch gewusst. Nach den zu Unrecht Robert Koch zugeschriebenen Forderungen („Koch’sche Postulate“) ist ein Mikroorganismus nur dann als Krankheitsursache in Betracht zu ziehen, wenn er bei allen Kranken mit gleicher Symptomatik, aber bei keinem Gesunden nachweisbar ist. Diese zwingende Logik trifft für kein einziges Virus zu.“ 4
Virologie keine Wissenschaft
Dr. Reuther kam in einem kürzlich veröffentlichten Artikel erneut auf die Viren-Lügen zurück und leitete ihn mit folgenden Worten ein:
„Die Covid-Inszenierung sollte für alle zutage gefördert haben, dass es sich bei der Lehre von Infektionskrankheiten nicht um Wissenschaft handelt. Mit Tests können angebliche Erreger aus dem Nichts auftauchen oder verschwinden. Wie in einer Zaubershow – Abrakadabra.
Die zwingende Logik, einer Mikrobe nur dann eine Kausalität für eine Infektionskrankheit zuzubilligen, wenn diese bei allen Kranken, aber keinem Gesunden nachgewiesen wird, hat in der Infektiologie keine Geltung (s. PCR-Tests, die angeblich Viren bei zahllosen Gesunden ohne Symptome feststellen, hl). Das Scheitern aller Ansteckungsversuche zum ultimativen Beweis, ficht in Bakteriologie und Virologie bis heute niemanden an.
Die Krankheitserreger-Medizin des ausgehenden 19. Jahrhunderts war keine kopernikanische Wende, sondern eine pharmazeutisch gesteuerte Irrlehre. Seit 150 Jahren haben sich die Mediziner in dieser Sackgasse des Denkens häuslich eingerichtet und das Mobiliar immer weiter aufgestockt.
Inzwischen führen Virologen das Zepter. Deren vermeintliche Erreger sind noch luftiger, so dass man auf einen direkten Nachweis verzichtet.“ (Hervorhebung von mir, hl)
In dem Artikel wies er darauf hin, dass in Bezug auf das Masern-Virus höchstrichterlich in Deutschland entschieden sei, dass es keine beweisende Identifikation eines Masernvirus gebe. Im Gegensatz zu den Bazillen würden die Entdecker der Viren entweder verschwiegen, oder es gebe keinen Entdecker. Und wenn einer namentlich erwähnt werde, wie der Hamburger Impfarzt Enrique Paschen (1860–1936) als Entdecker des Pockenvirus, dann handele es sich um Fake News. Denn 1907 habe Paschen nur ein Lichtmikroskop zur Verfügung gehabt, mit dem er Viren gar nicht habe erkennen können. (Das Elektronenmikroskop, mit dem sie als wahrnehmbar gelten, wurde erst 1931 entwickelt.)
Dann zeigte er am Beispiel der als Viruserkrankung nicht in Frage gestellten Tollwut, wie man hier sehr gut erkennen könne, dass beim Virus-Konstrukt Fakten einfach stören. Sie werden ignoriert, damit das Dogma unangetastet bleibt.
Die Tollwut gelte seit mehr als 10 Jahren in den meisten EU-Ländern als „ausgerottet“. Nach erfolglosen Tötungskampagnen von Füchsen, so heiße es, hätten ausgelegte Impfköder den Tollwutviren den Garaus gemacht.
„Auch Impfgläubige, die annehmen wollen, dass ein Impfvirus nach einer Magen-Darm-Passage noch den gewünschten Effekt haben könnte, müssen sich fragen, wie die gesamte europäische Fuchspopulation durch diese Impfköder erreicht worden wäre. Flächendeckende Ausbringungen sind unrealisierbar und Impfköder werden auch von anderen Fleischfressern aufgenommen. Eine erfolgreiche Impfaktion könnte bestenfalls einen zeitweiligen Rückgang der Tollwut, aber kein Verschwinden erklären. Gar nicht davon zu reden, dass nicht in allen „tollwutfreien“ Ländern diese Aktion stattfand, und Polen oder Ungarn als direkte Nachbarländer nicht als tollwutfrei eingestuft sind. Werden wieder einmal politische Grenzen von Viren respektiert?“
Jeder Viruslogik widerspreche es auch, dass zwar allen Fleischfressern bescheinigt werde, als Reservoir für das Tollwut-Virus dienen zu können, aber in Europa nur die Füchse schuld gewesen seien. Die früher für die Erkrankung berüchtigten Wölfe, deren Zahl in den letzten Jahrzehnten wieder zugenommen habe, schienen heute ebenso wenig eine Rolle zu spielen wie Dachse, Marder, Waschbären oder Wildkatzen. Gar nicht davon zu reden, dass auch domestizierte Hunde und Katzen Betretungsverbote von Wald und Flur ignorierten.
Haustiere als gefährliche Überträger seien allerdings in Europa kein Thema. In den USA dagegen schon. Dort werde ein Rückgang der Tollwuterkrankungen seit den 1950er Jahren auf Impfaktionen an den Haushunden zurückgeführt! Das Virus wäre in Nordamerika im Gegensatz zu Europa merkwürdigerweise also kein Problem der freien Wildbahn gewesen. Von den wenigen Fällen in den USA (125 Fälle von 1960-2018) wären jetzt 70% auf Fledermäuse zurückzuführen, die wiederum anderswo kein Problem darstellen würden. Jetzt wären es in Afrika und Asien vor allem Hunde…
Doch der Absurditäten seien noch nicht genug. Auf einer aktuellen Weltkarte seien die Europäische Union (mit Ausnahme von Polen und den meisten südosteuropäischen Staaten), Japan und Australien als tollwutfreie Länder markiert.
Trotz einer globalen Bewegungsfreiheit von Waren und Lebewesen würden diese dem Wertewesten zuzurechnenden Staaten eine Krankheit besiegt haben, die überall sonst in der Welt weiterhin für Todesfälle sorge! Angeblich etwa 60.000 Tote pro Jahr wären vor allem in Afrika und Asien auf die Tollwut zurückzuführen.
Alle Zahlen seien allerdings geschätzt, schon da die Tollwut nur nach dem Tod sicher zu diagnostizieren sei und Obduktionen selten seien. Die Länder des Wertewestens schafften dies inzwischen ohne Impfaktionen, während Impfereien zur Kontrolle anderer Krankheiten unabdingbar wären. Wer wolle das glauben?
Dr. Reuther:
„Lügen haben bekanntlich kurze Beine und führen zu vielen Widersprüchen. Das gilt auch für Viro-Lügen. Es ist längst überfällig, anzuerkennen, dass es anderer Konzepte bedarf, um Infektionskrankheiten plausibel zu erklären. Jede Theorie ohne maßgebliche Beteiligung des Immunsystems des erkrankten Lebewesens führt in die Irre.“ 5
Die Virologie wird den methodischen Anforderungen der Naturwissenschaften überhaupt nicht gerecht. Sie ist eine betrügerische Pseudowissenschaft, wie auch der britische Biomediziner Simon Lee konstatiert. Sie behaupte die Existenz eines krankmachenden „Virus“, ohne die erste Bedingung einer wissenschaftlichen Methode zu erfüllen, nämlich das Virus als wahrnehmbares Phänomen überhaupt erst mal nachzuweisen.
Er schildert, dass Forscher anfangs immer nach bakteriellen Ursachen für Krankheiten gesucht haben. Als sie damit immer mehr scheiterten, vermuteten sie, dass es in den Flüssigkeiten kranker Menschen etwas noch Kleineres, Unsichtbares als Ursache geben müsse, das sie „Virus“ (Gift) nannten.
„Bis 1952 glaubten Virologen, dass ein Virus ein giftiges Protein oder Enzym sei, das den Körper vergiftet und sich im Körper vermehrt und sich sowohl innerhalb des Körpers als auch zwischen Menschen und Tieren ausbreitet.“
Diese vermuteten „Viren“ hätten jedoch auch mithilfe der inzwischen entwickelten Elektronen-Mikroskopie nicht direkt im erkrankten Gewebe wahrgenommen und nachgewiesen werden können. Auch sei erkannt worden, dass gesunde Tiere, Organe und Gewebe während des Zerfalls die gleichen Abbauprodukte freisetzen, die zuvor fälschlicherweise als „Viren“ interpretiert worden seien.
Jahrzehntelang sei es den Virologen nicht gelungen, die vermeintlichen „Virus“-Partikel zu reinigen und zu isolieren, um ihre Existenz und Pathogenität (krank machende Wirkung) direkt nachzuweisen. Die Virologen hätten nur indirekte Hinweise auf eine Zersetzung in menschlichen und tierischen Gewebekulturen, die angeblich durch das fragliche „Virus“, das selber direkt nicht wahrgenommen worden sei, verursacht werde. Der gleiche Zerfall sei aber auch im Gewebe gesunder Wirte beobachtet worden.
Auch seien verschiedene Forschergruppen nicht in der Lage gewesen, die Ergebnisse der anderen zu reproduzieren oder zu bestätigen. Tatsächlich seien die Ergebnisse oft widersprüchlich, wie ein Aufsatz von Karlheinz Lüdtke aus dem Jahr 1999 zeige:
„Befunde, die damals von einzelnen Virusforschern häufig berichtet wurden, konnten von anderen Forschern durch eigene Experimente nicht bestätigt werden, oder die Beobachtungen konnten nicht von allen mit dem Virus arbeitenden Wissenschaftlern reproduziert werden. Häufig wurden gegenteilige Befunde gemeldet oder die untersuchten Befunde als Artefakte (künstlich entstandene Produkte) angesehen … Zu den Befunden, die einen vermuteten Zusammenhang empirisch bestätigten, gesellten sich oft bald negative Befunde anderer Forscher“.
Im Grunde, so Simon Lee, habe sich die Virologie als Wissenschaft bereits damals selbst widerlegt.
Näher: https://fassadenkratzer.de/2023/09/15/das-virus-konstrukt-einer-betrugerischen-pseudowissenschaft/
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Quellen & Links
Weitere Anmerkungen:
1 Virus-Wahn, erweiterte 8. Auflage 2020, S. 17
2 Vgl. https://fassadenkratzer.de/2020/07/16/die-wissenschaft-vom-virus-das-einfach-nicht-nachzuweisen-ist/
Siehe auch:
3 Anm. 1, S. 243 f.
5 https://tkp.at/2025/01/06/die-private-wissenschaft-der-virologen/
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Uncut News
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Die versteckten Gefahren der KI im Finanzwesen – es könnte den globalen Markt zum Absturz bringen
uncut-news.ch
Februar 7, 2025
Jim Rickards hat kürzlich einen überzeugenden Artikel über das KI-Risiko für Insider-Intel-Abonnenten veröffentlicht.
Darin erörtert Jim eine andere Art und Weise, wie KI die Märkte zum Absturz bringen könnte. Eine, die vollkommen unabhängig von der DeepSeek-, China- und NVIDIA-Perspektive ist, über die wir in der letzten Woche berichtet haben.
Heute werden wir seine wichtigsten Punkte überprüfen und sie im Detail untersuchen.
Hier ist Jim:
„Die ultimative Gefahr entsteht, wenn eine große Kohorte von Vermögensverwaltern, die Billionen von Dollar an Vermögenswerten kontrollieren, alle die gleichen oder ähnliche KI-Algorithmen im Risikomanagement einsetzen. Ein einzelner Roboter, der für einen bestimmten Vermögensverwalter arbeitet, sagt dem Verwalter, dass er in einem abstürzenden Markt Aktien verkaufen soll. In einigen Fällen kann der Roboter ermächtigt werden, einen Verkauf ohne weiteres menschliches Eingreifen einzuleiten.
Einzeln betrachtet kann dies für einen einzelnen Manager die beste Vorgehensweise sein. In der Summe führt eine Verkaufskaskade ohne ausgleichende Kaufaufträge von aktiven Managern, Spezialisten oder Spekulanten zu einem direkten Rückgang der Aktienkurse. Die Verstärkung durch Rückkopplungsschleifen macht die Sache noch schlimmer.
Die einzelnen KI-Systeme haben verschiedene Auslösungspunkte für den Verkauf. Nicht alle werden auf einmal ausgelöst, aber alle werden irgendwann ausgelöst, da Verkäufe weitere Verkäufe nach sich ziehen, was wiederum weitere automatisierte Systeme auslöst, die den Verkaufsdruck verstärken, und so weiter. Unter den Robotern gibt es keine Querdenker. Der Einbau von Gefühlen in Systeme ist noch in einem primitiven Stadium.
Dies ist ein anschauliches Beispiel dafür, warum ich Jims Arbeiten lese. Er nähert sich den Themen immer aus einem einzigartigen und durchdachten Blickwinkel.
Dieses Risiko ist eindeutig real. Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem Handelsunternehmen LLMs (KI-Modelle) in ihre eigenen Algorithmen integrieren.
Was passiert, wenn die Mehrheit der Handelsunternehmen dieselbe KI-Software für ihren Handel verwendet? Es ist unter anderem wahrscheinlich, dass viele Vermögensverwalter die ChatGPT-Modelle von OpenAI in ihre Algos integriert haben.
Nun, da DeepSeek R1 das neue glänzende Objekt ist, wechselt vielleicht ein erheblicher Teil des Unternehmens zu diesem Modell.
Vielleicht hat DeepSeek einen vollkommen anderen Ansatz für den Handel. Was passiert, wenn ChatGPT die Daten bullisch interpretiert, DeepSeek die gleichen Informationen aber als bearisch ansieht?
Das bedeutet, dass die Veröffentlichung eines neuen, hochmodernen Modells tatsächlich die Richtung des Marktes ändern könnte. Es ist neuer, es ist schlauer, und es glaubt, dass Aktien um 40% überbewertet sind! Verkaufen!
Oder, was vielleicht noch beunruhigender ist, was ist, wenn alle führenden Modelle zu fast identischen Schlussfolgerungen kommen? Wenn sich alle gleichzeitig zum Kauf oder Verkauf entschließen, ist das ein Rezept für Probleme. Dies würde die Bewegungen auf dem Weg nach oben und unten verstärken und könnte zu einer unangenehmen Rückkopplungsschleife führen (wie Jim anmerkt).
70% der Märkte
Auf den algorithmischen (softwaregesteuerten) Handel entfallen heute schätzungsweise 65-70 % des amerikanischen Aktienmarktvolumens. Und diese Zahl steigt weiter an.
Wir wissen nicht, wie tief KI-Modelle (insbesondere LLMs) derzeit in die Handelsalgorithmen integriert sind. Investitionssoftware ist bekanntermaßen geheimnisvoll. Aber ich vermute, dass sie einen bedeutenden Teil des Marktes ausmacht und schnell wächst.
Wir können zum Beispiel davon ausgehen, dass große Handelsunternehmen LLMs/GPTs für die Analyse der Marktstimmung nutzen. Sie lesen und verarbeiten soziale Medien wie LinkedIn und X, um herauszufinden, ob die Öffentlichkeit ängstlich oder gierig ist. Diese Daten werden dann in Kern-Algos integriert.
Die KI-Stimmungsanalyse hat das Potenzial, ein sehr nützliches Instrument für Händler zu sein. Die von Jim erwähnten Risiken bestehen jedoch auch. Infolgedessen werden wir wahrscheinlich ein verstärktes „Herdenverhalten“ erleben.
Stimmungsanalysen sind eine Sache. Aber sind wir an dem Punkt angelangt, an dem LLMs tatsächlich Handelsentscheidungen bei einem großen Prozentsatz der Unternehmen treffen? Meine Vermutung ist, dass wir, wenn wir bisher nicht so weit sind, es bald sein werden. Der Einsatz von KI-Modellen ist um Größenordnungen billiger als die Einstellung von Harvard-MBAs und Princeton-Doktoren.
Wie ich bereits erwähnt habe, neigen KI-Nutzer dazu, sich auf das neueste, heißeste Modell zu stürzen. ChatGPT dominierte anfangs, dann wurde Claude von Anthropic zum neuen Trend. Jetzt schlägt das chinesische DeepSeek Wellen.
Es besteht ein sehr reales Risiko von Herdenreaktionen, wenn alle auf der Grundlage ähnlicher Analysen handeln. Und wenn jeder ständig auf das neueste Modell umsteigt, gibt es unzählige Möglichkeiten, wie dies die Märkte in Zukunft beeinflussen könnte.
Herr Rickards schließt seinen Beitrag mit einer kraftvollen Metapher ab:
„Vielleicht sollten Sie Frankenstein von Mary Shelley noch einmal lesen. In dem Roman geht es um die von Dr. Victor Frankenstein geschaffene Kreatur. Der Begriff „Kreatur“ ist nicht zufällig, sondern soll an den Begriff „Schöpfer“ erinnern. Im Gegensatz zu den Filmdarstellungen der Kreatur als brutales, mörderisches Monster war die literarische Version tatsächlich hochintelligent, lernte Französisch, las Shakespeare und konnte lange philosophische Diskurse führen.
Natürlich sind diese natürliche Sprachverarbeitung und das Selbstlernen genau das, worum es bei der KI geht. Die Kreatur kann als das erste vollständig realisierte KI-System in der Literatur betrachtet werden. Das zentrale Dilemma in Frankenstein war nicht, ob die Kreatur intelligent war (sie war es). Das Dilemma war, ob sie eine Seele hatte. Sie können Ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen. Meiner Meinung nach hatte die Kreatur keine Seele … aber vielleicht hätte sie eine verdient. Jetzt stehen wir bei der KI vor demselben Dilemma.“
Eine Möglichkeit, sich vorzubereiten, besteht darin, die digitale Welt mit der analogen (Gold und Silber) abzusichern, wie Jim gestern vorschlug. Besonders gut gefällt mir hier Silber (das während ich dies schreibe um 3,6 % zugelegt hat und gut aussieht).
Abonnenten von Insider Intel können Jims vollständige KI-Analyse hier lesen. Und wenn Sie sich für dieses Thema interessieren, empfehle ich Ihnen dringend, Jims neues Buch zu lesen: MoneyGPT – AI and the Threat to the Global Economy. Das Buch könnte nicht aktueller sein.
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RT DE
Dollar endgültig toxisch: USA gehen die Möglichkeiten für Wirtschaftssanktionen aus
8 Feb. 2025 19:57 Uhr
Washington beklagt immer weniger Möglichkeiten für Wirtschaftssanktionen: Abrechnungen, die nicht in Dollar und daher nicht über SWIFT ablaufen, kann man dort schlechter einsehen – und deren Anteil wird immer größer. Auswege? Andere Überwachungsmethoden, Terror und Krieg.

Symbolbild, KI-erstellt.
Von Michail Deljagin
Washington riskiert, schon in den nächsten fünf Jahren seine Fähigkeit zu verlieren, Wirtschaftssanktionen gegen andere Länder zu verhängen. Dieses Eingeständnis machte US-Außenminister Marco Rubio im US-Fernsehen. Ihm zufolge werde der Hebel des wirtschaftlichen Drucks aufgrund der massiven Ablehnung der US-Währung durch die Länder schwächer werden.
Die Anteile des Dollars an weltweiten Zahlungsabwicklungen nehmen allgemein ab, wenn auch nicht so schnell wie noch vor einigen Jahren erwartet. Und damit gehen enorme politische Risiken einher. Das heißt, der US-Dollar ist nach dem Einfrieren der betroffenen Vermögenswerte Russlands im Ausland tatsächlich zu einer toxischen Währung geworden.
Klar, Sie können den Dollar nach wie vor verwenden, wie Sie wollen, was aus rein kommerzieller Sicht sehr praktisch ist. All dieser Komfort jedoch wird durch die Tatsache zunichtegemacht, dass Ihnen dieses Geld jederzeit gestohlen werden kann. Und zu allem Überfluss liefern Sie der US-Regierung durch die Verwendung des Dollars und daher auch des SWIFT-Systems umfassende Informationen über Ihr gesamtes Tun, Sie machen sich für die US-Regierung vollkommen transparent ( https://www.justice.gov/archives/opa/press-release/file/1365301/dl ) und damit absolut schutzlos ( https://www.cis.org.au/publication/dealing-with-the-digital-yuan-policy-choices-facing-australia/ ) gegenüber der Einführung bestimmter Sanktionen oder schlicht gegenüber feindseligen Aktionen, darunter auch terroristischen ( https://freedert.online/international/227302-russlands-aussenaufklaerung-nord-stream-anschlag-direkt-geheimdienste-angelsachsen/ ). (Dieser Absatz betrifft ausschließlich Digitalzahlungen und -abrechnungen – doch wer zahlt im internationalen Handel heute noch in bar? Anm. d. Red.)
Sprich, Sie geben sämtliche Daten über sich selbst preis – genau so, als würden Sie beispielsweise das Google-Ökosystem verwenden. Vor dem Hintergrund, als sich Amerika als Kämpfer für gleiche Rechte für alle inszenierte, war dies in Ordnung und kümmerte niemanden wirklich.
Doch nun, da die Vereinigten Staaten von Amerika de facto zum größten Terroristen in der Geschichte der Menschheit geworden sind, stellt dies tatsächlich eine direkte und offensichtliche Bedrohung für jeden dar, der Geld für sich selbst und nicht für die Staatskasse der Vereinigten Staaten von Amerika verdienen möchte. Diese Bedrohung ist kolossal – und nun schwächt jede Materialisierung dieser Bedrohung das Vertrauen in den US-Dollar und führt zu einem Übergang zur Abrechnung in nationalen Währungen.
Soweit der erste Grund dafür, warum der Sanktionshebel für die USA immer kürzer wird.
Und der zweite Grund ist, dass die finanzielle Lage Amerikas allen Angst macht. Die Staatsverschuldung der USA wächst, sie drucken ganz offen Geld nach Bedarf. Natürlich kann man dies mit viel Wohlwollen so interpretieren, dass an der Wall Street eine spezielle Form des spekulativen Kommunismus geschaffen wurde, bei der man so viel Geld druckt, wie nötig ist. Klar ist jedoch, dass Amerika die damit verbundenen Probleme auf den Rest der Welt abwälzen wird. Das heißt, wenn für Washington die Zeit kommt, zu sagen: "Wem ich schulde, dem erlasse ich!", wird dies nicht den US-Bürgern gesagt – sondern eben jenen, die außerhalb Amerikas mit Dollars bezahlen.
Und so muss heute der Rest der Welt damit leben, dass Washington in der einen oder anderen Form Zahlungsunfähigkeit erklären könnte; oder jegliche Dollar-Bargeldbestände im Ausland für kriminell und nicht bei US-Instituten einlösbar erklären könnte; oder einfach einen weiteren Währungsumtausch vornehmen könnte (bei dem alle Banknoten alten Musters ungültig werden und eine geringere Geldmasse für den Umtausch gedruckt wird, die ausschließlich zum Ersetzen der Bestände in den USA selbst reicht. Anm. d. Red.); oder willkürlich die Währungsreserven nicht nur Russlands, sondern auch Gelder anderer Länder einfrieren könnte.
Sprich, man lebt in konstanter Erwartung dieser Finanzaggression, die angesichts der buchhalterischen Machenschaften der Amerikaner, die beispielsweise vorgeben, die Obergrenze ihrer Staatsverschuldung nicht überschritten zu haben, durchaus wahrscheinlich erscheint.
Denn tatsächlich wurde dieser Betrag schon vor langer Zeit überschritten und nun geschieht es bereits zum zweiten Mal, dass diese wachsende Überschreitung durch Bilanzfälschung dergestalt erfasst und formuliert wird, als handele es sich nicht um eine Überschreitung. Das heißt, auch bei einer weiteren Überschreitung der Obergrenze der Staatsverschuldung der USA wird dieser Sachverhalt entsprechend nachträglich übertüncht. Auch das ist alles sehr beängstigend.
Nun zu Prognosen möglicher Veränderungen im Wirtschaftsleben der Welt in den wichtigsten Bereichen der Realwirtschaft: Erstens wird es in den USA rund 20 Prozent weniger Geld geben. Dementsprechend werden ihre Ressourcen reduziert und sie selbst beträchtlich schwächer werden. Der Welthandel wird für alle anderen Seiten vorteilhafter und stärker an kommerziellen Interessen ausgerichtet sein. Der Ölpreis könnte beispielsweise noch weiter fallen als heute, weil einige Länder in die globalen Energiemärkte neu eintreten könnten.
Allerdings muss gesagt werden, dass die wichtigsten US-Sanktionen derzeit nicht den Finanzbereich, sondern den Infrastrukturbereich betreffen, wodurch bestimmte Möglichkeiten zur Marktbildung von vornherein blockiert oder zerstört werden.
So sollte mit der Zerstörung Syriens der Zugang von Erdöl und Erdgas aus dem Iran zum europäischen Markt verhindert werden, sodass die Iraner auch keine Öl- und Gaspipelines zur Mittelmeerküste bauen würden. Derzeit wird über den Bau einer Gaspipeline von Katar durch Syrien diskutiert. Allerdings – und nochmals: Den USA ist nicht an der Entwicklung Europas gelegen. Die Amerikaner und die Briten werden das Projekt höchstwahrscheinlich torpedieren. Das heißt, die Rede ist jetzt davon, den Zugang von Waren zu bestimmten Märkten nicht durch die Einführung formeller Sanktionen zu bekämpfen, sondern durch die Zerstörung oder Verhinderung von Handelsrouten.
Neben dem oben Umrissenen sind etwa Sabotageakte am Suezkanal möglich, oder auch die Unterstützung somalischer Piraten bei deren Unwesen, dann auch Zwischenfälle auf See, die man bequem als "Angriffe der Huthi" deklarieren kann. Daher werden finanzielle Sanktionen höchstwahrscheinlich durch Piraterie auf See und Angriffe auf die Infrastruktur an Land ersetzt – sogar in Eurasien.
Zudem muss berücksichtigt werden, dass Marco Rubios Aussage, die zum Beispiel in Russland von manchen als hilflose Klage eines plötzlich pferd- und waffenlos gewordenen Cowboys wahrgenommen wurde: "Seht nur, bei uns läuft nichts mehr", in Wahrheit ein Schlachtruf und eine Aufforderung ist.
In Anbetracht dessen, dass die Erkenntnis der Unzulänglichkeit des militärisch-industriellen Komplexes der USA sehr rasch Prozesse zu seiner Modernisierung in Gang setzte, handelt es sich dabei um eine Aufforderung zum Überarbeiten der Mechanismen zur Verhängung von Sanktionen und der Mechanismen zur Organisation des Wirtschafts-Terrors außerhalb der Vereinigten Staaten ( https://freedert.online/international/227302-russlands-aussenaufklaerung-nord-stream-anschlag-direkt-geheimdienste-angelsachsen/ ).
Denn was ist der Sinn von Rubios Aussage? Da Brasilien und China auf die gegenseitige Handelsabrechnung in ihren Landeswährungen umgestiegen sind, sehen die USA diesen Handel gar nicht erst und können ihn daher auch nicht beeinflussen. Nochmals:
Wenn Handel in US-Dollar abgewickelt wird, merkt Washington das. Dementsprechend können die USA darauf reagieren: dies und jenes verbieten, Sanktionen verhängen. Nun jedoch werden die US-Amerikaner vom brasilianisch-chinesischen Handel nur noch den Teil sehen, der sich in den internen Transaktionen brasilianischer und chinesischer Banken im SWIFT-System widerspiegelt.
Doch darunter haben die Chinesen bereits gelitten, und auch Russland. Denn die Sanktionen gegen russisch-chinesische Zahlungsausgleiche wurden nach meinem Verständnis ja eben deshalb verhängt, weil viele chinesische Banken das interne chinesische SWIFT-System nutzten und so ihre Zahlungsausgleiche dementsprechend für die USA sichtbar waren. Daher denke ich, sowohl die Chinesen als auch die Brasilianer werden aus dieser Geschichte lernen und ihre Abrechnungen für die USA gänzlich unsichtbar gestalten – das bedeutet, dass ihr Handel für die Amerikaner weitgehend unverwundbar wird.
Darum ruft US-Außenminister Marco Rubio ja auch dazu auf, angesichts der abnehmenden Bedeutung des Dollars und der somit geringeren wirtschaftlichen Druckmittel auf den Rest der Welt, schon im Vorfeld neue Mechanismen zu entwickeln: Sie sollen es Washington ermöglichen, auch gegen jene Zahlungen Sanktionen zu verhängen, die nicht in Dollar und nicht über SWIFT abgewickelt werden und die Washington daher nicht sehen kann. Dies ist die Bedeutung seiner Aussage.
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Quellen & Links
Übersetzt aus dem Russischen.
https://t.me/c/1686844692/7211
Michail Deljagin ist ein Abgeordneter von der Partei Gerechtes Russland in der Unterkammer (Staatsduma) des russischen Parlaments – und dort stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftspolitik.
Politologe, Doktor der Wirtschaftswissenschaften, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates beim Sicherheitsrat der Russischen Föderation.
Chefredakteur der russischen internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift "Swobodnaja Mysl" (zu Deutsch: Freier Gedanke). Diesen Kommentar verfasste er exklusiv für RT.
Mehr zum Thema – Neuordnung der Welt – Trump will Lieferwege von Rohstoffen kontrollieren
https://freedert.online/meinung/231063-neuordnung-welt-trump-will-lieferwege/
Weitere RT DE Links:
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rtde.expert
freedert.online
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Meet Your Mentor
25 Grundrechte verloren! Die Wahrheit nach 5 Jahren Corona
Christian Felber
Published on Feb 8, 2025
5 Jahre Corona: Was ist mit unseren Grundrechten passiert? 😡 25 Grundrechte verloren, die Wissenschaft wurde gekapert – und kaum jemand spricht darüber! Gleichzeitig revolutionieren künstliche Intelligenz und Elon Musk die Welt, während die Kontrolle über Informationen zunimmt. 💥 Christian Felber und Simo Azzaoui decken im Video "25 Grundrechte verloren! Die Wahrheit nach 5 Jahren Corona" die Wahrheit auf – was bedeutet das für unsere Zukunft, Freiheit und Demokratie?
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00:34 Drosten hat uns alle getäuscht!
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26:51 Kommt jetzt der „Klimanotstand“ – und wieder Grundrechte weg?
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Quellen & Links
YT-Kanal Meet Your Mentor https://www.youtube.com/channel/UCxOGWb_OYoaz2V3QclJT3YA
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Invidious Link:
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Wie man die Woken in Militär und NATO lockte – oder: „Transatlantisch? Traut Euch!“
L. Ensel, NDS
Published on Feb 9, 2025
Nicht nur manche Linke – oder solche, die sich dafür halten – zieht es neuerdings mächtig in den Krieg. Auch woken Lifestyle-„Linken“ stehen längst die Kasernentore sperrangelweit offen. GRÜNE und transatlantische Think Tanks haben dafür bereits vor Jahren die Weichen gestellt. Von Leo Ensel.
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NachDenkSeiten Audiocast (MP3):
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„Wenn ich Streitkräfte habe, die in ihren Grundstrukturen die Diversität ihrer Gesellschaft widerspiegeln, sexuell, ethnisch, religiös, dann wissen die, was sie verteidigen.“ So zitierten Oliver Schlaudt und Daniel Burnfin kürzlich in ihrem lesenswerten – leider im Freitag hinter einer Bezahlschranke verschanzten – Essay „Die Geburt der woken Falken ( https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/politisch-links-und-trotzdem-fuer-den-krieg-wie-geht-das-zusammen ): Wie Progressive lernten, das Militär zu lieben” den Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr Carlo Masala. Die deutschen Streitkräfte seien, so Masala griffig-alliterierend, „woke und wehrhaft“.
In der Tat eine erstaunliche Entwicklung einer scharfen Truppe, für die noch vor wenigen Jahrzehnten Homosexualität ein – je nach persönlicher Einstellung bzw. Orientierung – begrüßenswerter oder bedauerlicher Ausschlussgrund war! Von weiblichen, gar trans- oder diversen Soldat-Sternchen-innen ganz zu schweigen. Selbst dass „Deutsche mit Einwanderungsgeschichte“ ihr neues Vaterland mal mit der Waffe verteidigen würden (und dürfen), war lange Zeit kaum vorstellbar. „The times, they are a-changing“, indeed … Nicht nur Linke (oder solche, die sich dafür halten) zieht es neuerdings mächtig in den Krieg ( https://www.nachdenkseiten.de/?p=128046 ), auch woken Lifestyle-„Linken“ stehen die Kasernentore mittlerweile sperrangelweit offen.
Diese höchst bemerkenswerte Volte von Bundeswehr und Gesellschaft ist allerdings keineswegs plötzlich vom Himmel gefallen. Wie immer ist man hinterher schlauer. Schaut man genauer hin, so kristallisieren sich in der Retrospektive einzelne Etappen deutlich heraus. Und wieder mal erweisen sich – welch Wunder! – ausgerechnet die GRÜNEN als Avantgarde. Vor genau vier Jahren (es begab sich zu der Zeit, als Annalena Baerbock – „mit Gewehren, die schießen und Nachtsichtgeräten, die funktionieren“ ( https://www.spiegel.de/politik/deutschland/annalena-baerbock-gruenen-chefin-plaediert-fuer-gezielte-investitionen-in-die-bundeswehr-a-7fa372ae-74eb-49c6-9533-feb804cc80bd ) – noch Kanzlerin-Allüren hatte) lieferten sie einen gewichtigen Meilenstein, den es sich heute nochmals genauer anzuschauen lohnt. Denn er ist in seiner Bedeutung vermutlich nicht zu überschätzen.
„Transatlantisch? Traut Euch!“
Punktgenau zur Vereidigung von Joe Biden – ein Seufzer der Erleichterung durchzog gerade die westliche Welt – legte ausgerechnet die Heinrich-Böll-Stiftung in trauter Einheit mit nahezu sämtlichen transatlantischen Think Tanks dem frischgebackenen US-Präsidenten eine devote Morgengabe auf den Tisch: „Transatlantisch? Traut Euch!“ ( https://www.boell.de/de/2021/01/18/transatlantisch-traut-euch )prangte es auf dem Titel.
Was sich auf den ersten Blick las wie die Werbung für einen Swinger-Club, war in Wirklichkeit, wie der Untertitel „Für eine neue Übereinkunft zwischen Deutschland und Amerika“ deutlich machte, ein 60.000 Zeichen langes Strategiepapier. Unterzeichnet von Atlantik-Brücke, Aspen Institute, German Marshall Fund und Brookings Institution, European Council on Foreign Relations, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, der Hans-Seidel-Stiftung, dem Kieler Institut für Sicherheitspolitik wie der Münchner Sicherheitskonferenz und stolz der Öffentlichkeit präsentiert von der damaligen Co-Vorständin der Heinrich-Böll-Stiftung, der Theologin Ellen Ueberschär, in deren heiligen Hallen zu Berlin. Nach der erratischen Trump-Ära sollte nun wieder ein transatlantischer ‚Ruck‘ in Gestalt einer „Neuen Übereinkunft“ ( https://www.atlantik-bruecke.org/transatlantisch-traut-euch/ ) durch Deutschland und die ganze westliche Welt gehen. Nein, nicht nur das: „Aus dem Teufelskreis der vergangenen vier Jahre“ sollte – man traut seinen Augen nicht! – „eine Engelsspirale werden.“
Von Anfang an irritierte ein merkwürdig koketter, geradezu aufdringlich-salopper Ton, der vom Titel bis zur letzten Zeile das gesamte Dossier durchzog. Obwohl es doch um harte Politik ging, wurden die Leser-Doppelpunkt-innen, als handele es sich um Kunden eines großen schwedischen Möbelhauses oder User des neuesten Smartphones aus Cupertino, gleich kumpelhaft geduzt.
Mit LGBTI* und Fridays for Future für die ‚nukleare Teilhabe‘
Ein Zitat aus der Präambel bringt uns auf die richtige Spur:
„Die Neue Übereinkunft“ – im Papier durchgehend schon gleich mal als Eigenname großgeschrieben – „wird aber nur tragfähig sein, wenn sie die neuen zivilgesellschaftlichen Entwicklungen in unseren Ländern erkennt und berücksichtigt. Gerade junge Menschen und vielfältige Minderheiten (die in ihrer Summe gerade in den Vereinigten Staaten schon mehrheitsfähig sind) haben in den vergangenen Jahren neue Bewegungen gegründet und Energien entfaltet, die Amerika nachhaltig verändern werden. In Deutschland und Europa sind solche Bewegungen – beispielsweise zur Bekämpfung des Klimawandels und der Überwindung von Rassismus und Sexismus, aber auch mit Blick auf Themen wie den Wandel der Arbeitswelt – anschlussfähig. Vor allem weisen sie weit über die bestehenden ‚klassischen‘ transatlantischen Eliten, die vor allem handels- und sicherheitspolitisch geprägt sind, hinaus und ergänzen diese. Die Annäherung an jüngere, diversere und weniger ‚klassische‘ Akteure wird die transatlantische Erzählung fortschreiben.“
Das W-Wort taucht hier zwar noch nicht explizit auf, aber es liegt schon fast greifbar in der Luft!
Und natürlich brauchen diese jüngeren, diverseren Akteure auch eine etwas weniger „klassische“ Ansprache. Schließlich haben die weit in die Zukunft vorausdenkenden transatlantischen Autoren – Sie ahnen es bereits – mit den LGBTI*-Menschen, Black Lives Matter und den „Bewegungen zur Bekämpfung des Klimawandels“ noch Großes vor.
Zum Beispiel im Kapitel: „Nato: Mehr Verantwortung wagen“.
Der „lodernde Glutkern“
Sprache ist verräterisch. „Das Sicherheitsbündnis ist der Glutkern der transatlantischen Partnerschaft“, lautet der Eröffnungssatz. Leidenschaftlicher und poetischer ist das nordatlantische Militärbündnis noch niemals besungen worden!
Gegen wen es – unter anderem – wieder gehen wird, steht bereits im dritten Satz zweifelsfrei fest: „Die Konfliktstrategie Russlands und sein wachsendes militärisches Potential verlangen amerikanisches Gegengewicht.“ Und dazu „sollte Deutschland den Nato-Generalsekretär darin unterstützen, das Strategische Konzept von 2010, in dem von Russland nur als Partner und von China gar nicht die Rede ist, den neuen Gegebenheiten anzupassen.“
Aber es geht nicht nur um Russland. Das Papier ist bekanntlich „ambitioniert“! Der erheblich ehrgeizigere „New Deal“ (kein Wort der Autoren) und „Glutkern“ der „Neuen Übereinkunft“ lautet kurzgefasst so:
„Die europäischen Nato-Staaten – mit Deutschland an erster Stelle – erhöhen ihre Fähigkeiten zur konventionellen Verteidigung erheblich. Dadurch entlasten sie die USA in Europa und erleichtern es ihnen, im Indo-Pazifik die Interessen der liberalen Demokratien zu schützen. Im Gegenzug bekräftigen die USA ihr Bekenntnis zur Verteidigung des Bündnisgebietes. Sie untermauern dies durch ihre dauerhafte militärische Präsenz in Europa sowie durch ihre nukleare Schutzzusage, die Deutschland durch die Nukleare Teilhabe unterstützen sollte, solange es Nuklearwaffenstaaten außerhalb der Nato gibt.“
Endlich ist die Katze aus dem Sack! Und das bedeutet natürlich auch, dass Europa deutlich stärker werden muss. „Europa muss als Partner der USA und tragende Säule der transatlantischen Gemeinschaft handlungsfähig sein.“
Es folgt eine wahre Kaskade von Forderungen im Detail. Vom Zwei-Prozent-Ziel über die Modernisierung der Beschaffungsprozesse der Bundeswehr und eine berechenbare Rüstungszusammenarbeit mit den NATO-Partnern bis hin zu einer „politischen Kraftanstrengung“, sprich: Initiativen, mit denen Deutschland die USA entlasten und angeblich zur Sicherheit Europas beitragen soll.
„Das betrifft vor allem die Peripherie von EU und NATO. Vom Hohen Norden über die Ostsee, Belarus und die Ukraine, den Westbalkan und den Kaukasus bis zum Mittelmeerraum des Nahen Ostens und Nordafrikas: Überall bestehen Krisen oder gar tatsächliche Konflikte, die durch größeres Engagement, gezielteres und besser abgestimmtes Vorgehen gemildert werden könnten.“
Und nun verstehen wir endlich den tiefen Sinn der angestrebten Annäherung an die berühmten jüngeren, diverseren und weniger ‚klassischen‘ Akteure: Von der farbenfrohen Queer-Szene über MeToo und Black Lives Matter bis zu den rührigen Klimaschützern – alle sind sie eingeladen zur Stärkung der westlichen Verteidigungsfähigkeit, zur Bekräftigung der (großgeschrieben) „Nuklearen Teilhabe“ und zum Schutz der liberalen Demokratien. Von Europas Peripherie bis zum indopazifischen Raum!
Denn, so heißt es abschließend: „Diese Nato ist unsere Nato. Und Deutschland hat es mehr als jede andere Nation in der Hand, durch mehr Initiative und verstärkte Beiträge die Allianz so zu formen, dass sie als Glutkern des Westens weiter lodert.“
Die woke Truppe
Man sieht, das Papier war seiner Zeit, will sagen: dem Stellvertreterkrieg in der Ukraine, dem 100 Milliarden schweren ‚Sondervermögen‘ und der zunehmend auf „Kriegstüchtigkeit“ getrimmten deutschen Gesellschaft weit voraus!
Und die olivgrüne Saat ging auf: Krieg ist mittlerweile schick. Männer, Frauen, Diverse und Transmenschen; Hetero-, Homo- und A-Sexuelle; Christen, Muslime, Agnostiker und Atheisten stehen heute stramm in einer Reihe ihren woken Mann – pardon: Mensch! Mit schlaffen, langhaarigen Zivis, die in Krankenhäusern und Altersheimen Rollstühle schieben, Schwerstkranke füttern und Pflegebedürftigen den Hintern abwischen, will heute keiner mehr was zu tun haben.
Das hat jetzt sogar Wolfgang Niedecken von BAP kapiert.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=115036
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Quellen & Links
Mit freundlicher Genehmigung von Globalbridge.
Titelbild: Bundeswehr/Tom Twardy
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NachDenkSeiten Artikel:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=128382
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Imperiale Hybris in Syrien – und deren Folgen
Von Alastair Crooke
veröffentlicht am: 6. Februar 2025,
Dieser Text wurde zuerst am 01.01.2025 auf httpwww.strategic-culture.su unter der URL https://strategic-culture.su/news/2025/01/01/imperial-hubris-and-its-consequences-in-syria/
veröffentlicht. Lizenz: Alastair Crooke, Strategic Culture, CC BY-NC-ND 4.0

Syrien, Taftanaz, 12.1.2013. (Foto: IHH Humanitarian Relief Foundation, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0)
Die Geschichte Syriens scheint nicht so einfach zu sein, wie „Präsident Assad ist gestürzt“ und die „technokratischen Salafisten“ sind an die Macht gekommen [1].
In gewisser Hinsicht war der Zusammenbruch vorhersehbar. Dass Assad seit einigen Jahren von Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten beeinflusst wurde, war bekannt. Sie hatten ihn gedrängt, mit dem Iran und Russland zu brechen und sich dem Westen zuzuwenden. Seit etwa 3 bis 4 Jahren hatte er einen solchen Schritt vorsichtig angedeutet und umgesetzt. Vor allem der Iran sah sich in operativen Fragen, in denen er mit den syrischen Streitkräften zusammenarbeitete, immer größeren Hindernissen gegenüber. Assads Kurswechsel war als Botschaft an den Iran gedacht.
Die finanzielle Lage Syriens war nach Jahren der US-amerikanischen Caesar-Sanktionen katastrophal [2]. Durch den Verlust aller Einnahmen aus Landwirtschaft und Energie, die von den USA im besetzten Nordosten beschlagnahmt worden waren, hatte Syrien schlichtweg keine Wirtschaft mehr.
Zweifellos wurde Assad die Kontaktaufnahme mit Israel und Washington als einziger gangbarer Ausweg aus seinem Dilemma präsentiert. „Normalisierung“ könnte zur Aufhebung der Sanktionen führen, beknieten sie ihn. Und Assad, so berichten ihm nahestehende Personen, glaubte (selbst in der elften Stunde vor der „Invasion“ der HTS), dass die arabischen Staaten, die Washington nahestehen, sich für seine weitere Führung entschieden hätten, anstatt zuzusehen, wie das Land salafistischen Fanatikern zum Opfer fällt.
Um es klar zu sagen: Moskau und Teheran hatten Assad gewarnt. Seine Armee insgesamt sei zu schwach, zu unterbezahlt und zu sehr von ausländischen Geheimdiensten unterwandert und bestochen, als dass man erwarten könne, sie würde den Staat wirksam verteidigen. Assad wurde auch wiederholt vor der Bedrohung durch Dschihadisten in Idlib gewarnt, die planten, Aleppo einzunehmen. Aber der Präsident ignorierte die Warnungen nicht nur – er wies sie zurück.
Nicht nur einmal, sondern zweimal, sogar in den „letzten Tagen“, als Jolanis Milizen auf dem Vormarsch waren, wurde ihm eine sehr große externe Streitmacht angeboten. Assad lehnte ab. „Wir sind stark“, sagte er bei der ersten Gelegenheit einem Gesprächspartner. Doch kurz darauf, bei einer zweiten Gelegenheit, gab er zu: „Meine Armee läuft davon“.
Assad wurde von seinen Verbündeten nicht im Stich gelassen. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät. Einmal zu oft hatte er sich um 180 Grad gedreht. Zwei der Hauptakteure – Russland und der Iran – waren frustriert und konnten ohne Assads Zustimmung nicht helfen.
Ein Syrer, der die Familie Assad kannte und kurz vor der Invasion Aleppos ausführlich mit dem Präsidenten gesprochen hatte, fand ihn überraschend zuversichtlich und gelassen – er versicherte seinem Freund, dass es in Aleppo genügend Truppen (2.500) gebe, um mit Jolanis Drohungen fertig zu werden. Und er deutete an, Präsident Sissi könnte bereit sein, Syrien mit Hilfe zu unterstützen. (Ägypten fürchtete natürlich, dass Islamisten der Muslimbruderschaft in einem ehemals säkularen Baath-Staat die Macht übernehmen könnten).
Ibrahim Al-Amine, Herausgeber von Al-Akhbar, teilte eine ähnliche Wahrnehmung von Assad [3]:
„Assad schien mehr und mehr überzeugt zu sein, dass Abu Dhabi in der Lage sei, sein Problem mit den Amerikanern und einigen Europäern zu lösen. Und er hörte viel über wirtschaftliche Versuchungen, wenn er der Strategie zustimmte, das Bündnis mit den Widerstandskräften fallen zu lassen. Einer von Assads Mitarbeitern, der bis zu den letzten Stunden vor seinem Verlassen von Damaskus bei ihm blieb, sagte, dass der Mann immer noch hoffte, dass etwas Großes geschehen würde, um den Angriff der bewaffneten Gruppen zu stoppen. Er glaubte, dass ‚die arabische und internationale Gemeinschaft‘ es vorziehen würden, dass er an der Macht bleibt, anstatt dass Islamisten die Verwaltung Syriens übernehmen“.
Doch selbst als die Jolani-Truppen auf der Autobahn M5 in Richtung Damaskus unterwegs waren, machten die Mitglieder der Assad-Familie und wichtige Beamte keine Anstalten, sich auf eine Abreise vorzubereiten oder enge Freunde zu warnen, über solche Möglichkeiten nachzudenken, so der Gesprächspartner. Selbst als Assad auf dem Weg nach Moskau in Richtung Hmeimin fuhr, wurde Freunden nicht geraten „das Land zu verlassen“.
Letztere erklärten, dass sie nach Assads stillschweigendem Abgang nach Moskau nicht wüssten, wann und wer genau der syrischen Armee befohlen habe, sich zurückzuziehen und den Übergang vorzubereiten.
Assad machte am 28. November einen Kurzbesuch in Moskau – einen Tag nach den HTS-Angriffen in der Provinz Aleppo und ihrem raschen Vormarsch nach Süden (und einen Tag nach dem Waffenstillstand im Libanon). Die russischen Behörden haben sich nicht zum Inhalt der Treffen des Präsidenten in Moskau geäußert, und die Familie Assad sagte, dass der Präsident ebenfalls wortkarg aus Russland zurückgekehrt sei.

Screenshot: Deutsche Welle (DW), erstellt am 21.1.2025 – 17:06:14, https://www.dw.com/de/aufstand-in-syrien-dieses-regime-ist-tot/a-70988481
Anschließend reiste Assad endgültig nach Moskau ab (entweder am 7. Dezember, nachdem er ein Privatflugzeug zu mehreren Flügen nach Dubai geschickt hatte, oder am 8. Dezember) – auch hier teilte er praktisch niemandem in seinem unmittelbaren und familiären Umfeld mit, dass er für immer abreisen würde.
Was war die Ursache für dieses untypische Verhalten? Niemand weiß es, aber Familienmitglieder haben spekuliert, dass Bashar Al-Assad durch die schwere Krankheit seiner Frau Asma, der er sehr verbunden ist, emotional stark verwirrt war.
Offen gesagt: Während die drei Hauptakteure klar erkennen konnten, in welche Richtung sich die Ereignisse entwickelten (die Fragilität des Staates war keine Überraschung), waren Assads Verweigerungshaltung und die daraus resultierende Rasanz der militärischen Auflösung dennoch überraschend. Das war der wahre „schwarze Schwan“.
Was hat die Ereignisse ausgelöst? Erdoğan forderte seit mehreren Jahren, dass Assad erstens mit der „legitimen syrischen Opposition“ verhandelt, zweitens die Verfassung ändern und drittens Präsident Erdoğan persönlich trifft (was Assad konsequent ablehnte). Alle drei Mächte drängten Assad, mit der „Opposition“ zu verhandeln, aber er wollte nicht – und sich auch nicht mit Erdoğan treffen. (Beide verabscheuen einander). Die Frustration darüber war groß.
Erdoğan ist nun unbestreitbar „Besitzer“ des „ehemaligen Syriens“ [4]. Die osmanischen Irredentisten [Irredentismus: Ideologie, Gebiete eines anderen Staates dem eigenen Staatsgebiet anzuschließen, um möglichst alle Vertreter einer bestimmten Ethnie in einem Staat mit festen Territorialgrenzen zu vereinen. Quelle: Wikipedia; Anm. d. Red] sind ekstatisch und fordern mehr türkischen Revanchismus. Andere – die eher säkularen Stadtbewohner der Türkei – sind jedoch weniger begeistert von der Zurschaustellung des türkischen religiösen Nationalismus.
Erdoğan könnte jedoch (oder wird bald) die Kaufreue verspüren: Ja, die Türkei ist stolz darauf, Syriens neuer Hausherr zu sein. Aber er ist jetzt „verantwortlich“ für das, was als Nächstes passiert. (HTS ist eindeutig als türkischer Proxy entlarvt). Minderheiten werden getötet; brutale Hinrichtungen aufgrund der Religionszugehörigkeit nehmen zu; das Sektierertum wird extremer. Eine syrische Wirtschaft ist noch nicht in Sicht; es gibt keine Einnahmen und keinen Treibstoff für die Benzinraffinerie (der zuvor vom Iran geliefert wurde).
Erdoğans Eintreten für eine umbenannte und verwestlichte Al-Qaida war schon immer ein riskantes Unterfangen (wie die sektiererischen Morde auf grausame Weise zeigen). Wird es Jolani gelingen, seine Al-Qaida-im-Anzug Aufmachung bei seinen andersgläubigen Anhängern durchzusetzen? Abu Ali al-Anbari, damals (2012–2013) der wichtigste Berater von al-Baghdadi, gab diese vernichtende Einschätzung von Jolani ab [5]:
ung von Jolani ab [5]:
„Er ist ein gerissener Mensch; hat zwei Gesichter; vergöttert sich selbst; seine Soldaten sind ihm egal; er ist bereit, ihr Blut zu opfern, um sich in den Medien einen Namen zu machen – er strahlt, wenn er seinen Namen auf Satellitenkanälen hört.“
Auf jeden Fall ist eines klar: Erdoğans Taktik hat das ehemals (und größtenteils) ruhende sunnitische Sektierertum und den osmanischen Imperialismus neu entfacht. Die Folgen werden vielfältig sein und sich auf die gesamte Region auswirken. Ägypten ist bereits besorgt – ebenso König Abdullah in Jordanien.
Viele Israelis sehen sich als die „Gewinner“ des syrischen Umsturzes, da die Nachschublinie der Achse des Widerstands in der Mitte durchtrennt wurde. Der israelische Sicherheitschef Ronan Bar wurde höchstwahrscheinlich von Ibrahim Kalın, dem türkischen Geheimdienstchef, instruiert, als sie sich am 19. November in Istanbul wegen der erwarteten Invasion in Idlib trafen – rechtzeitig, damit Israel den Waffenstillstand im Libanon einleiten und den Durchmarsch der Hisbollah-Kräfte nach Syrien verhindern konnte (Israel bombardierte sofort alle Grenzübergänge zwischen dem Libanon und Syrien).
Dennoch könnten die Israelis entdecken, dass ein neu entfachter salafistischer Fanatismus nicht ihr Freund – und letztlich auch nicht zu ihrem Vorteil ist.
Der Iran wird am 17. Januar 2025 das lang erwartete Verteidigungsabkommen mit Russland unterzeichnen.
Russland wird sich auf den Krieg in der Ukraine konzentrieren und sich aus dem Sumpf des Nahen Ostens heraushalten – um sich auf die langsame globale Umstrukturierung zu konzentrieren, die sich vollzieht. Und auf den Versuch im großen Zusammenhang, Trump dazu zu bringen, zu gegebener Zeit die Sicherheitsinteressen der asiatischen Kernländer und der BRICS-Staaten anzuerkennen und sich auf eine Grenze zur (atlantischen) Sicherheitssphäre der Randgebiete zu einigen, so dass eine Zusammenarbeit in Fragen der globalen strategischen Stabilität und der europäischen Sicherheit vereinbart werden kann.
(Teil 1 dieses Artikels kann auf dem Substack-Blog des „Conflicts Forum“ eingesehen werden [6]):
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Quellen & Links
[1] News Lines Magazine, Hassan Hassan, Michael Weiss „The Backstory Behind the Fall of Aleppo“, am 2.12.2024: https://www.conflictsforum.org/mailster/3794/cd55a8bc957e4746f3f008aa7da8526b/aHR0cHM6Ly9uZXdsaW5lc21hZy5jb20vcmVwb3J0YWdlL3RoZS1iYWNrc3RvcnktYmVoaW5kLXRoZS1mYWxsLW9mLWFsZXBwby8
[2] Conflicts Forum’s Substack, Alastair Crooke „Clarity: A New ‘Balance of Power Equation’“, am 22.12.2024: https://www.conflictsforum.org/mailster/3794/cd55a8bc957e4746f3f008aa7da8526b/aHR0cHM6Ly9jb25mbGljdHNmb3J1bS5zdWJzdGFjay5jb20vcC9jbGFyaXR5LWEtbmV3LWJhbGFuY2Utb2YtcG93ZXItZXF1YXRpb24
[3] al-Akhbar Tageszeitung, Ibrahim Al-Amin وقائع «7 أكتوبر السوري» [1]“ am 18.12.2024: https://www.conflictsforum.org/mailster/3794/cd55a8bc957e4746f3f008aa7da8526b/aHR0cHM6Ly9hbC1ha2hiYXIuY29tL2xlYmFub24vODE2NzEwLyVEOSU4OCVEOSU4MiVEOCVBNyVEOCVBNiVEOCVCOS0tNy0lRDglQTMlRDklODMlRDglQUElRDklODglRDglQTglRDglQjEtJUQ4JUE3JUQ5JTg0JUQ4JUIzJUQ5JTg4JUQ4JUIxJUQ5JThBLS0tMQ
[4] X (Twitter), Critical Threats „An explosion from a former SAA position in Homs City suggests that HTS does not yet have full control on the ground and that local groups and individuals can access and repurpose unexploded ordinance.“, am 28.12.2024: https://www.conflictsforum.org/mailster/3794/cd55a8bc957e4746f3f008aa7da8526b/aHR0cHM6Ly94LmNvbS9jcml0aWNhbHRocmVhdHMvc3RhdHVzLzE4NzI4MDgzNDY2OTAxNzUwMzY
[5] siehe [1]
[6] siehe [2]
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https://free21.org/imperiale-hybris-in-syrien-und-deren-folgen/
Kontrafunk (Audio & Artikel)
Freitag, 7. Februar 2025, 10:05 Uhr
(Wdh.16:05, 21:05)
Der Rechtsstaat: Was zu beweisen wäre
Tobias Gall im Gespräch mit Tobias Ulbrich, Artur Terekhov, Carlos A. Gebauer und Ulrich Fischer
Wenn die Rechtswidrigkeit staatlichen Handelns einem Gericht nicht als offenkundig erscheinen mag, wenn die Toxizität einer modRNA nicht als hochgefährlich erkannt werden soll, wenn ein grüner Bundestagsabgeordneter irgendwie aus dem Weg geräumt werden muss oder wenn verfassungswidrige Brandmauern halten sollen – der Beweis ist eine Schwelle zum Recht, die erst mal überwunden werden muss und die vielfältig manipuliert werden kann. Gelingt diese Manipulation aber, dann wird das Recht gebrochen, Menschen werden massenhaft diskriminiert und schwer geschädigt, und der demokratische Rechtsstaat kommt unter die Räder. Wenn da nicht die kritischen Blicke der Rechtsanwälte Artur Terekhov, Tobias Ulbrich, Ulrich Fischer und Carlos Gebauer wären, könnte man es vielleicht übersehen.
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Aktualisiert am Feb. 7, 2025
Geld und Geo-Politik sind seit jeher Triebfedern für Krieg und Eroberung
Ein Standpunkt von Wolfgang Effenberger
In der für den 23. Februar 2025 angesetzten Bundestagswahl wird ein essentielles Thema von allen Parteien weitgehend ausgespart: Das Überleben in einem Weltkonflikt zwischen der unipolaren Welt (USA) und einer multipolaren Welt (Globaler Süden). In Deutschland müssten alle Parteien jetzt eigentlich gemeinsam versuchen, das Abdriften in einen dritten Dreißigjährigen Krieg mit aller Kraft zu verhindern. Der erste Dreißigjährige Krieg tobte von 1618-1648 und nach Ansicht von Charles de Gaulle und Winston Churchill der zweite Dreißigjährige Krieg von 1914-1945. Aktuell befinden sich die USA gem. dem operativen Konzept TRADOC 525-3-1 „Win in a Complex World 2020-2040", das bereits im September 2014 veröffentlicht wurde, real im Krieg gegen Russland und China (an 2. Stelle dann gegen Nord-korea und den Iran). Die militärischen und infrastrukturellen Vorbereitungen werden seit 2015 in gigantischen Dimensionen vorangetrieben.
Mitte Januar 2024 hatte die NATO das Manöver "Steadfast Defender" als die seit Jahrzehnten größte Übung seit Ende des Kalten Krieges angekündigt, und mit etwa 90.000 Soldaten im Mai 2024 durchgeführt. Aktuell läuft bereits unter dem Kommando der britischen Streitkräfte die erste Übung der neuen "Allied Reaction Force" (ARF) im Rahmen von "Steadfast Dart 25" (STDT25). Über 10.000 Soldaten von neun NATO-Verbündeten führen bis Ende Februar Manöver in Rumänien, Bulgarien und Griechenland durch.(1) Für diese neugeschaffenen „Reaktionskräfte“ stellt Deutschland rund 35.000 Soldaten sowie mehr als 200 Flugzeuge und Schiffe. Diese Kräfte sind ausgelegt, um Operationen in allen klimatischen Zonen an der Peripherie des Bündnisses durchführen zu können.(2) Die deutlich wahrnehmbaren Kriegsvorbereitungen sind aber im Bundestags-wahlkampf kein Thema. Im Parlament werden dramatische Scheingefechte geführt, und die Wahlplakate sind auf einem so niedrigen Niveau, wie es der Verfasser des Artikels in den letzten 60 Jahren nicht erlebt hat; da gibt es z. B. ein Porträt von Außenministerin Baerbock, unter dem nur in großen Lettern das Wort "Zusammen" zu lesen ist. Was soll das bedeuten? "Zusammen" mit den Kriegsbefürwortern oder "Zusammen" mit denen, die nach einer diplomatischen Lösung rufen?
Deutschland kann und darf aus der Erfahrung des letzten Jahrhunderts keine Kriege führen, sonst könnte das eintreten, was Berthold Brecht 1951 warnend schrieb:
„Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten“.(3)
Dieses hochtechnisierte Deutschland kann nicht kriegstauglich gemacht werden. Die modernen Waffen würden Deutschland noch weiter zurückwerfen als im „Ersten“ Dreißigjährigen Krieg. Deshalb muss der Frieden höchste Priorität haben. Zudem leben in Deutschland Millionen von Menschen, die aus Kriegs- oder Bürgerkriegsregionen kommen und eine andere Weltsicht mitbringen als die der westlichen Wertegemeinschaft. Auch leben in Deutschland an die 3 Millionen Menschen aus Russland oder mit Verbindung zu Russland. Deutschland braucht daher als Erstes den Frieden im Innern, denn ein Deutschland im Kriegszustand dürfte auch von innen zerrissen werden.
Die großen Kriege der letzten 2.200 Jahre
A Punischen Kriege
118 Jahre lang - von 264 bis 146 v. Chr. - kämpfte die See- und Handelsmacht Karthago gegen das junge Römische Reich in den drei punischen Kriegen um die Vorherrschaft im Mittelmeer, aus denen das Römische Reich siegreich hervorging. Karthago war anschließend nicht mehr auffindbar.
B Erster Dreißigjähriger Krieg (1618-1648)
Im Westfälischen Frieden wurden Frankreich die ehemals habsburgischen deutschsprachigen Gebiete im Elsass zugesprochen. Kardinal Richelieu unterzeichnete im Namen Ludwigs XIII. mit dem schwedischen König Gustav Adolf am 23. Januar 1631 in Bärwalde einen Bündnisvertrag gegen das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Richelieu war ein Machtpolitiker mit geo-strategischen Visionen. 1627 hatte er im Lande der Huronen und Irokesen eine Monopolgesellschaft ins Leben gerufen und dazu ermächtigt, große Landgüter an geeignete Personen zu verteilen, was 150 Jahre später mit zum "French and Indian War" beitragen sollte.
1631 verpflichtete sich Frankreich, die schwedische Armee bis zum Ende des Konflikts unter der Bedingung zu finanzieren, dass die elsässischen Bistümer nach dem Krieg an Frankreich fallen. Schweden schickte 6.000 Ritter und 30.000 Infanteristen in die deutschen Lande. Bis dahin waren Elsass und Lothringen vom Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verschont geblieben.(5) Der größte Teil des späteren Reichslandes wurde durch Frankreich unter Ludwig XIV. in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mittels Waffengewalt nach und nach annektiert. Straßburg wurde 1681 von Truppen Ludwigs XIV. besetzt. 1650 musste sich das verwüstete Elsass, das auf der Seite der Besiegten stand, an der Rückzahlung der französischen Kriegsschulden an die Schweden beteiligen, die sich auf fünf Millionen Rixdales beliefen.(6)
Die Ergebnisse des dreißigjährigen Krieges sagen viel über die Motive derjenigen aus, die ihn geführt haben. Der Krieg endete mit Gebietsgewinnen von Frankreich im Elsass und Schweden in Norddeutschland. Die Niederlande und die Schweiz bekamen ihre Unabhängigkeit. Die Position des habsburgischen Kaisers im Reich wurde geschwächt.
Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) beschädigte nachhaltig das Heilige Römische Reich deutscher Nation und zerstörte endgültig den Handelsraum der Hansekaufleute - alle Seehäfen in Norddeutschland waren danach entweder in niederländischer, dänischer oder schwedischer Hand. Die Ostsee konnte von da an von Schweden beherrscht werden. An einen geordneten Warenverkehr war nicht mehr zu denken. Im Jahr 1669 fand in Lübeck mit lediglich sechs anwesenden Städten der letzte Hansetag der historischen Hanse statt. Der Niedergang der Hanse veränderte die Wirtschaftsstruktur der Nord- und Ostseeregionen grundlegend und damit auch die Machtverhältnisse Europas. Dreißig Jahre später wurde in London die älteste Aktienbörse der Welt gegründet.
"French and Indian War" (1754–1763) Weltkrieg, "Siebenjähriger Krieg" (1756-1763) Krieg in Europa
"Der French and Indian War" war ein globaler Konflikt, in dem sich Auseinandersetzun-gen in Europa, Nordamerika und Indien miteinander verflochten. In deutschen Schulbüchern werden die Kriegsjahre 1756-1763 als der „Siebenjährige Krieg“ behandelt und die Welt-dimension weitgehend vernachlässigt. Diesen wirklichen ersten Weltkrieg führten Groß-britannien und Frankreich mit ihren lokalen Verbündeten in Nordamerika, der Karibik, in Afrika, Indien und kurz vor Kriegsende sogar auf den Philippinen, um die koloniale Vorherr-schaft in der Welt zu erlangen.
Preußen war nur das „Schwert“ Englands auf dem europäischen Kontinent und wurde von London in einen Krieg gegen Österreich, Russland, Schweden, Sachsen, einige deutsche Reichsstände und Frankreich gezogen - als Lohn lockte die habsburgische Provinz Schlesien.
1754 hatten die mit den Indianern verbündeten Franzosen die rotröckigen Grenadiere des Generalmajors Edward Braddock aus den tiefen Wäldern am Monongahela River (westlich der 13 britischen Kolonien) vertrieben. Für England bahnte sich eine Katastrophe an. Unverzüglich wurden kriegerische Handlungen im Mittelmeerraum und in Indien eingeleitet, die sich auf Asien und Afrika ausdehnen sollten - der Beginn eines ersten tatsächlich weltweiten Eroberungskrieges der modernen Geschichte. In Europa sah sich England nun nach geeigneten Verbündeten um.
Diesen Verbündeten war die Aufgabe zugedacht, das französische Kontinentalheer so zu binden, dass sich England im Schutz seiner starken Flotte auf den Kolonialkrieg konzentrieren konnte. Da die Kernfrage („Wo sind die Feinde meiner Feinde?“) nicht klar beantwortet werden konnte, musste eben gekauft werden. Obwohl Friedrich II. von Preußen befürchtete,
„…dass ein europäischer Brand aus der Kriegsflamme entstehen konnte, die sich im amerikanischen Wald entzündet hatte“(8),
wurde mit England ein Subsidien-Vertrag (also eine Vereinbarung über Unterstützungsleistungen) geschlossen, der die Zahlung jährlicher Hilfsgelder vorsah. Der Griff nach Schlesien war letztlich für Friedrich II. zu verlockend. Dagegen verbündete sich Frankreich mit Österreich, Russland und bald auch mit Spanien. In Europa wurden die österreichisch-preußischen Gegensätze ausgetragen, die in der Eroberungspolitik Preußens während des Österreichischen Erbfolgekrieges begründet waren. In erster Linie jedoch ging es um den französisch-englischen Gegensatz, um die Vormacht zur See und um die Vorherrschaft in den indischen Kolonien. Auch standen Handelsinteressen von ungeheurem Ausmaß auf dem Spiel. Es war ein Kampf um Märkte und billige Rohstoffquellen sowie um einen Besitz, der hundertmal kostbarer erschien als Europa und zehntausendmal größer war als Schlesien - einschließlich der Grafschaft Glatz.
Nachdem die preußische Armee die französischen Truppen am europäischen Kriegsschauplatz band und William Pitt 1757 für England die Kriegsführung übernommen hatte, gelang es den Briten, 1758 Louisbourg und 1759/60 Kanada zu erobern. Der letzte bedeutende französische Stützpunkt Pondichery (in Indien) wurde im Oktober 1760 von den Engländern eingeschlossen. Im Gegensatz zu Pitt sahen der König und das englische Bürgertum die Kriegsziele im Wesentlichen verwirklicht. Folgerichtig wurde im Dezember 1761 die Zahlung der Hilfsgelder an Preußen eingestellt. Aus Sicht der Engländer hatte Preußen seine Aufgabe vortrefflich erfüllt. Nun lag es, wie Friedrich selbst eingestehen musste, in der Agonie und erwartete die letzte Ölung.(9) Die Russen hatten die Festung Kolberg erobert. Halb Schlesien, ganz Hinterpommern und Teile Sachsens mussten aufgegeben werden. Mit dem Tod von Zarin Elisabeth, der Tochter Peters des Großen, veränderte sich für Preußen die Lage dann allerdings unverhofft. Ihr Nachfolger, Peter III., Verehrer des Preußenkönigs, ließ sofort die Kampfhandlungen einstellen und am 5. Mai 1763 Frieden schließen. Russland gab ohne Entschädigungsforderungen all seine in Preußen gemachten Eroberungen auf. Im letzten Gefecht bei Burkersdorf (Landkreis Mittelsachsen) konnte Friedrich II. die Österreicher schlagen und zum Abzug nötigen. Nun war auch für Preußen der Sieg vollständig. Auch der französische Philosoph Voltaire hatte die Folgen erkannt:
„A cannon shot fired in America would give the signal that sets Europe in blaze“.
(10) Nun wird eine in den USA abgeschossene Kanone die ganze Welt in Brand setzen. Eine ähnliche Wendung wie damals für Preußen ist diesmal allerdings für Deutschland in diesem US-Krieg „Win in a Complex World 2020 - 2040“ nicht zu erwarten.
Zweiter Dreißigjähriger Krieg (1914 – 1945)
Am 28. Juni 1919 unterzeichnete Deutschland nach dem Ende des Ersten Weltkriegs den Friedensvertrag von Versailles. Auf der Rückseite des Buches "Europas Verhängnis - Die Herren des Geldes greifen zur Weltmacht" ist zu lesen:
„Der Erste Weltkrieg kannte letztlich nur Verlierer: Deutschland sowieso, aber auch Russland, Frankreich, Österreich-Ungarn, ja selbst England. Einzig die USA blieben außen vor. Die Profiteure aber waren wie immer die Herren des Geldes - die 'Händler des Todes'. Durch diplomatische Intrigen wurde Europa in die 'Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts' getrieben. Ziel war u.a., die herrschenden Dynastien abzuschaffen, was ja auch gelang. Heute befinden sich die Nationalstaaten im Visier, denn als Garanten der Rechtstaatlichkeit stehen sie der gewollten unipolaren Weltordnung im Wege. Nur vor diesem Hintergrund ist das geopolitische Geschehen der vergangenen Jahrzehnte wirklich zu begreifen“.
Im - exakt am fünften Jahrestag des Attentats von Sarajewo - unterzeichneten Friedensdiktat wurde von Deutschland im Artikel 231 (Teil VIII. Wiedergutmachungen) die Anerkennung der Alleinschuld verlangt: „Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären, und Deutschland erkennt an, dass Deutschland und seine Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Staatsangehörigen infolge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungenen Krieges erlitten haben“.(11) Die Forderung war kaum geeignet, eine stabile Friedensphase einzuleiten: 20 Jahre später wurde Europa in einen noch unmenschlicheren Krieg gestürzt. Schon 1941 sprach denn auch General de Gaulle in einer Radioansprache von einem zweiten 30-jährigen Krieg, Churchill äußerte sich 1944 ähnlich. Die beiden Weltkriege waren nötig, um der Seemacht USA gemäß dem Trieb aller Seemächte Brückenköpfe auf den gegenüberliegenden Küsten zu verschaffen, in diesem Fall der atlantischen und der pazifischen Küsten. So blieben nach 1945 die US-amerikanischen Befehlsstrukturen der Atlantik- und der Pazifikfront aktiv - siehe die Regionalkommandos EUCOM und PACOM. Während der Kubakrise kamen noch Nord- und Südamerika hinzu, und nach der Revolution im Iran wurde sogar der Persische Golf als ein Gebiet angesehen, das die amerikanischen Sicherheits-interessen direkt berührt (Carter-Doktrin). Carters Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski schuf 1982 dafür die Architektur: das von Ägypten bis nach Kasachstan reichende Zentrale US-Kommando.
Ohne Zweifel ging es in beiden Kriegen, ja geht es bis heute letztlich um Weltherrschaft. Winston Churchill hatte durchaus die amerikanischen Interessen im Blick, als er im April 1947 unverblümt die "Vereinigten Staaten von Europa" als notwendige Voraussetzung für eine autoritative Weltordnung propagierte: „Wir geben uns natürlich nicht der Täuschung hin, dass die Vereinigten Staaten von Europa die letzte und vollständige Lösung aller Probleme der internationalen Beziehungen darstellen. Die Schaffung einer autoritativen, allmächtigen Weltordnung ist das Endziel, das wir anzustreben haben. Wenn nicht eine wirksame Welt-Superregierung errichtet und rasch handlungsfähig werden kann, bleiben die Aussichten auf Frieden und menschlichen Fortschritt düster und zweifelhaft... Ohne ein Vereinigtes Europa keine sichere Aussicht auf eine Weltregierung“.(12) Eine US-Weltregierung mit einer "Special Relationship" zum Vereinigten Königreich Großbritannien - [der britische Bergbaumagnat und Millionär] Cecil Rhodes lässt grüßen!
Nach dem Zweiten Weltkrieg galt es dann, Europa für den Krieg gegen die Sowjetunion fit zu machen. Am 15. Mai 1947 verkündete US-Präsident Harry S. Truman seine Doktrin zur Eindämmung der weiteren Ausdehnung der Sowjetunion.
Am 6. Juni 1947 folgte der Marshallplan. Er hatte das Ziel, Westeuropa gegen den Ostblock zu stärken und der noch vom Krieg überhitzten amerikanischen Wirtschaft Absatzmärkte zu öffnen. Mit der Annahme der Hilfe mussten die Länder ihre finanzpolitische Souveränität an Washington abtreten - das war der Beginn der ökonomischen Kolonisierung Europas, die gar nicht viel kostete (zwischen 1948 und 1952 flossen nur ca. 15 Mrd. US-Dollar).
Am 26. Juli 1947 wurde der "National Security Act" für die militärische Durchdringung der Welt verabschiedet, eines der wichtigsten Gesetze der US-amerikanischen Nachkriegs-geschichte. Er ist bis heute die Grundlage weltweiter amerikanischer Militärmacht.
Am 4. April 1949 wurde die NATO gegründet, offiziell als Verteidigungsbündnis gegen die Sowjetunion - die erst 1955 als Reaktion darauf den Warschauer Pakt ins Leben rief -, eigentlich aber, wie es der erste NATO-Generalsekretär Lord Ismay salopp formulierte, „…um die Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten“.(13) Im Bündnisvertrag wurde festgehalten, dass wirtschaftlicher Wiederaufbau und wirtschaftliche Stabilität wichtige Elemente der Sicherheit seien - daher auch der Marshallplan. Alle drei Ereignisse stehen in einem direkten Zusammenhang.
Bereits im Dezember 1949 verabschiedete die NATO den Kriegsplan "Dropshot", mit dem 1957 die Sowjetunion angegriffen werden sollte. Es sollte wie immer so aussehen, als sei der Gegner der Aggressor. Die "Grundannahme", so heißt es in dem streng geheimen Papier wörtlich, sei:
"Am oder um den 1. Januar 1957 ist den Vereinigten Staaten durch einen Aggressionsakt der UdSSR und/oder ihrer Satelliten ein Krieg aufgezwungen worden“.
Daraufhin sollten 300 Atombomben und 29.000 hochexplosive Bomben auf 200 Ziele in einhundert Städten abgeworfen werden, um 85 Prozent der industriellen Kapazität der Sowjetunion mit einem einzigen Schlag zu vernichten. Der Zeitpunkt war zweifellos auf den ursprünglich geplanten Abschlusstermin der Remilitarisierung Westdeutschlands abgestimmt.
Aufgrund der Ablehnung der Verträge über die sogenannte "Europäische Verteidigungsgemeinschaft" durch die französische Nationalversammlung 1954, aber auch wegen der Gegner einer Wiederbewaffnung in der Bundesrepublik, verzögerte sich der Aufbau der Bundeswehr um einige Jahre. Als dann 1957 auch noch der fiepsende Satellit Sputnik seine Kreise um die Erde zog, mussten die Kriegsplanungen überarbeitet werden, und der Zeitpunkt für Dropshot wurde vertagt. In Moskau aber ist der Kriegsplan unvergessen.
Die drei genannten Ereignisse müssen als Schritte in Richtung einer NATO-orientierten Europäischen Union verstanden werden, die unter absoluter Geheimhaltung entstanden ist. Erst später lancierten interessierte Kreise Propagandakampagnen, die das Projekt Europa als Friedenswerk darstellen sollten. Und diese wirken bis heute fort. In Anlehnung an die berühmte Maxime Immanuel Kants bilanziert John Laughland:
„Die Freiheit für Deutschland ist der Ausgang aus einer 70-jährigen Vormundschaft durch die Amerikaner“.(14)
Mit Halford Mackinder auf dem Weg zur Weltherrschaft
An der Schwelle zum 20. Jahrhundert, das ein Jahrhundert der Weltkriege und des Kalten Kriegs werden sollte, entstand vom britischen Geografen Halford Mackinder (1861-1947) die angelsächsisch geprägte geopolitische Theorie über den Weg zu Weltmacht.
Wer Weltpolitik von heute verstehen will, muss sich vorher mit der Theorie von Mackinder vertraut machen. Sie ist der Schlüssel zum Verständnis der heutigen Globalpolitik vor dem Hintergrund der US-Langzeitstrategien, vor allem der vom September 2014 "Win in a Complex World 2020 -2040".
Für Mackinder werden politische und wirtschaftliche Beziehungen letztlich von der Macht bestimmt. Die Macht wolle sich ausdehnen und strebe nach der Eroberung strategischer Gebiete (wegen ihrer geographischen Lage oder ihrer Ressourcen). Den Isolationismus hält er für nicht lebensfähig.(15) Die Verteidigung des Empire hat nach Mackinder zwei Ziele:
„Erstens die Vorherrschaft (über den Raum und die Macht) der angelsächsischen Rasse zu gewährleisten, nicht nur in Großbritannien, sondern auch in der Gesamtheit der Dominions sowie der Vereinigten Staaten; zweitens, die anderen Völker zu zivilisieren und ihnen die überlegenen Werte der Angelsachsen beizubringen“.(16)
Auch besteht für ihn kein Zweifel, dass diese Werte direkt mit dem englischen Blut zusammenhängen. Er sieht für die Zukunft einen Gipfel-Kampf zwischen den drei männlichen und daher überlegenen Völkern, den Angelsachsen, den Deutschen und den Russen. Im zweiten Dreißigjährigen Krieg wurden die Deutschen vom Spielfeld genommen, und nun soll den Russen das Gleiche blühen. Vor diesem Hintergrund engagierte sich Mackinder in der Strömung der liberalen Imperialisten, zusammen mit dem führenden Vertreter der Hochfinanz und der rechten Hand des Diamantenkönigs Cecil Rhodes, Alfred Milner, der 1899 den 2. Burenkrieg vom Zaun brach und in dem der britische Historiker John P. Cafferky den Drahtzieher des 1. Weltkriegs sieht.(17) Mackinder prägte die Vorstellung von Eurasien als ein zusammenhängendes Land, das im Norden von Eis und ansonsten von Wasser umgeben ist. Ein Land, dessen Fläche von 54 Millionen Quadratkilometern dem Dreifachen der Fläche Nordamerikas und dem Doppelten der Fläche Europas entspricht.
Ein Land, das keine Wasserwege zum Ozean hat, andererseits aber, außer in den subarktischen Wäldern, im Allgemeinen für die Mobilität von Reitern und Kameltreibern günstig ist. Inzwischen, so Mackinder, würden die russischen Eisenbahnen zwischen Wir ballen im Westen und Wladiwostok im Osten eine Strecke von 9.000 km überwinden. Östlich, südlich und westlich des von Mackinder im Zentrum der Weltinsel (Eurasien) lokalisierte Heart- oder Kernland, welches sich von der Wolga bis zum Jangtsekiang und vom Himalaya zur Arktis erstreckt; die Randregionen erstrecken sich in einem weiten Halbmond und sind für Schifffahrt zugänglich (US-Militärkommando CENTCOM).
Der ideelle Hintergrund der Weltherrschaftsobsession ist nicht zu unterschätzen.
Mackinder 1919 – damals Zweimeeres- heute Dreimeeres-Initiative
1919 hatte Mackinder sein geopolitisches Meisterstück "Democratic Ideals and Reality" als Handreichung für die britischen Vertreter in Versailles für den Umgang mit Deutschland geschrieben. Als dauerhafte Vorkehrung gegen ungebrochene deutsche Machtambitionen empfahl er einen "cordon sanitaire" zwischen Deutschland und Russland - Jozef Pilsudski (1867-1935) nannte es Intermarum - zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer. Bald erstreckte sich tatsächlich von Finnland über die Baltischen Staaten und Polen bis hin nach Rumänien ein Staatengürtel, der die Sowjetunion vom übrigen Europa trennen sollte - angeblich zum Schutz vor der "bolschewistischen Weltrevolution".
Die Geopolitik der USA von vor 100 Jahren findet heute eine Neuauflage. Nach wie vor wird danach getrachtet, Deutschland und Russland zu trennen, wie es im Versailler Vertrag durch die Stärkung Polens erreicht wurde. Die "Gemeinsame Erklärung der USA und Deutschlands zur Unterstützung der Ukraine, der europäischen Energiesicherheit und unserer Klimaziele", unterzeichnet am 21. Juli 2021 von US-Präsident Joe Biden und der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, hört sich harmlos an. Doch darin muss Deutschland zusagen,
„seine Zusammenarbeit mit der Initiative auch im Hinblick auf die finanzielle Unterstützung von Vorhaben der Drei-Meere-Initiative [Ostsee - Schwarzes Meer - Adria, W.E.] in den Bereichen regionale Energiesicherheit und erneuerbare Energien auszuweiten. Ferner wird Deutschland es unterstützen, dass über den EU-Haushalt im Zeitraum 2021-2027 Vorhaben von gemeinsamem Interesse im Energiesektor mit Beiträgen im Umfang von bis zu 1,77 Milliarden US-Dollar gefördert werden. Die Vereinigten Staaten sind weiterhin gewillt, in die Drei-Meere-Initiative zu investieren, und werden weiterhin um konkrete Investitionen durch ihre Mitglieder und von anderer Seite werben“.(18)
Mackinder, der sich ernsthaft mit den Eigentümlichkeiten von Land- und Seemächten auseinandergesetzt hatte, wollte nach Ansicht des deutschen Geographen Hanno Beck als Patriot vor allem seinem Land die Seeherrschaft erhalten. Klar hatte Mackinder erkannt, dass das englische Weltreich nur so lange Bestand haben konnte, wie die überseeischen Verbindungen kontrolliert werden konnten. So galten alle Befürchtungen einer fernen Unterbrechung dieser Verbindungslinien und einer sich verstärkenden Gefahr von der nahen europäischen Gegen-küste. Mackinder hielt Deutschland, Russland und Japan zusammen für unschlagbar und sah „…die Unruhe in der politischen Erdbebenzone des inneren Halbmonds Baltikum-Polen-Balkan-Türkei-Persien-China-Korea“ voraus“.(19) Seit über 100 Jahren versuchen Briten und US-Amerikaner, diese "politische Erdbebenzone des inneren Halbmonds" mit ihren militärischen Mitteln in den Griff zu bekommen. Das hat der wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses Mitte November 2022 unumwunden zugegeben. Im Oktober 2022 bekräftigte US-Präsident Biden im neuen Strategiepapier die Hauptziele: Abbau der wachsenden multi-disziplinären Bedrohung durch China und Abschreckung der von Russland ausgehenden Herausforderung in Europa (steht so auch schon in „Win in Complex World vom September 2014).
Keine vier Wochen später gab der wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses für die Mitglieder des Kongresses Handreichungen heraus, in denen zu lesen ist:
„Um regionale Hegemonie in Eurasien zu verhindern, sind anscheinend viele militärische Operationen der USA im 1. und 2. Weltkrieg, sowie zahlreiche militärische Kriegseinsätze und alltägliche Operationen der USA seit dem 2. Weltkrieg zu einem nicht geringen Teil zur Unterstützung dieses Ziels durchgeführt worden“.(20)
Dazu gehört unter anderem der am 26. Juli 1947 verabschiedete "National Security Act", eines der wichtigsten Gesetze der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Dieses Gesetz ist bis heute die Grundlage weltweiter amerikanischer Militärmacht.
Mackinder meinte, dass die Angelsachsen die Europäer spalten sollten, vor allem die Russen und die Deutschen. Überall sollten Pufferstaaten zwischen ihnen und um sie herum (Polen, Kaukasus, Baltische Staaten, Zentralasien) geschaffen werden, die so die Ausdehnung Russlands in Richtung der warmen Meere und den Drang der Deutschen nach Osten bremsen sollen. Frankreich betrachtete er als eine Halbinsel, die seit dem Sturz Napoleons nicht mehr über die Mittel verfügt, allein die Herausbildung eines mächtigen Herzlandes zu verhindern. Alle Halbinseln (Frankreich, Italien, Ägypten, Indien, Korea) seien berufen, Brückenköpfe der Inselmächte (Großbritannien, USA) auf dem eurasischen Kontinent zu werden und sich mit diesen zu verbünden, um das kontinentale Imperium zu schwächen. In einem seiner letzten Artikel, "The Round World and the Winning of the Peace", erschienen im schicksalhaften Jahr 1943 in Foreign Affairs, der Zeitschrift des sehr einflussreichen Council on Foreign Relations, präzisierte Mackinder sein geopolitisches Projekt für die Nachkriegswelt: Er verlagerte das Zentrum des angelsächsischen Imperiums von Großbritannien zu den Vereinigten Staaten. Die Nachfolge war also angetreten, Mackinder vertraute die Verteidigung der Angelsächsischen Rasse dem entstehenden Nordamerikanischen Imperium an. Er starb 1947, in dem Jahr, in dem Indien aus dem britischen Empire austrat und die USA in den Kampf gegen das neue dominante Herzland eintraten.(21)
Angesichts des heutigen Kampfes um die unipolare Weltordnung darf das Herzland-Konzept als "…die wohl bedeutsamste Idee in der Geschichte der Geopolitik" gesehen werden.(22)
Am 4. April 1949 wurde die NATO offiziell als Verteidigungsbündnis gegen die Sowjetunion gegründet. Es galt, Europa für den Krieg gegen die Sowjetunion tauglich zu machen.
An der physischen Kriegstauglichkeit muss noch gefeilt werden, die mentale scheint nach dem Lesen von Leo Ensels erhellendem Artikel "Wie man die Linke in den Krieg lockt …- oder: „Antiimperialismus“ und „Decolonize Russia“ erstaunlich erfolgreich gelungen".(23)
Erfolgreiche mentale Kriegführung
Nicht wenige stramme Linke (oder sich als solche Definierende) plädieren plötzlich, in trauter Einheit mit konservativen Scharfmachern, für den Einsatz westlicher Waffensysteme gegen Ziele in Russland, inklusive Taurus-Marschflugkörpern!
"Die Linke", wenn man das mal so unstatthaft verallgemeinern darf, war in ihrer Gesamtheit nie pazifistisch. Im Gegenteil: Dezidiert pazifistische Positionen wurden nicht selten mit Hohn und Spott übergossen. Am 4. August 1914 ließ Kaiser Wilhelm II die Parteien im Reichstag über die Kriegskredite abstimmen. Zusammen mit den anderen Reichstagsfraktionen stimmte die SPD einstimmig für die Aufnahme von Kriegskrediten. Damals wurde noch nicht vernebelt. Am 27. Februar 2022 zauberte Kanzler Olaf Scholz ein 100 Milliarden "Sondervermögen" (eine Umschreibung für die heutigen Kriegskredite) aus dem Hut. Hier musste 2022 im gleichen Haus nicht mehr abgestimmt werden. Diese "Ordre du mufti" (Befehl des Mufti)(24) brachte dem Kanzler sogar stehenden Applaus!
Ende Mai 2022 schrieb der US-amerikanische Autor Casey Michel in der angesehenen Zeit-schrift "The Atlantik":
„Der Westen muss das 1991 begonnene Projekt zu Ende führen. Er muss versuchen, Russland vollständig zu entkolonialisieren. Sobald die Ukraine Russlands Versuch einer neuen Kolonisierung abwehrt, muss der Westen die vollständige Freiheit der russischen imperialen Untertanen unterstützen“.(25)
Ein im Mai 2022 gegründetes "Free Nations of Post Russia Forum" - es tagte u. a. am 31. Januar 2023 im Europäischen Parlament in Brüssel - listet ganze 41 Regionen der Russischen Föderation auf, die es in selbständige Staaten zu verwandeln gilt! Unter anderem finden sich dort, bereits mit den passenden Nationalflaggen, eine "Schwarzerde-Republik", eine "Wolga-Republik", die "Vereinigten Staaten von Sibirien" und eine "Pazifische Föderation". In Westeuropa sprangen neben den bekannten Hardlinern auch Linke auf diesen Zug auf, allen voran die "taz" und die "Heinrich-Böll-Stiftung", die im November 2023 prompt ein "11.Europäisches Geschichtsforum: Dekolonisiert Euch!" veranstaltete. Kurz: Europäische Linke und stramm neokonservative Kreise der "Einzigen Weltmacht" wittern in trauter Einheit dekolonialistische Morgenluft!(26)
Der Proxy-Krieg der USA gegen Russland begann mit dem vom Westen orchestrierten völkerrechtswidrigen Putsch gegen den 2010 rechtmäßig gewählten Staatspräsidenten Janukowitsch. Mit großen Schritten schreiten die USA in der Vorbereitung des Proxy-Kriegs in Asien gegen China voran. Auf den Philippinen werden die nuklearfähigen Mittelstreckenraketen aufgebaut und Japan wird massiv mit amerikanischen Waffen aufgerüstet. Nur Südkorea scheint nach anfänglichen "pro USA Schritten" auszuscheren. Die Koreaner haben die zwischen 1911 und 1945 begangenen Verbrechen der Japaner in Korea noch nicht vergessen. Eine Allianz mit Japan ist ausgesprochen unpopulär in Korea. Ein Proxy-Krieg in Asien wird Deutschland noch tiefer in die Krise stürzen.
Hitzige Migrationsdebatten im Deutschen Bundestag in den letzten Januartagen 2025
Am 29. Januar hatte die Union bereits als Reaktion auf die Messerattacke von Aschaffenburg ihren Fünf-Punkte-Plan zur Verschärfung der Migrationspolitik mit Hilfe der AfD im Bundestag durchgesetzt.(27) Das brachte anscheinend bei einigen Abgeordneten das Blut zum Kochen. Mit lautem Geschrei machten sie sich Luft. Eine unbeaufsichtigte Kindergartengruppe - die Bundestagspräsidentin hielt sich vornehm zurück - dürfte sich kaum undisziplinierter verhalten. Aus Protest gegen die gemeinsame Abstimmung von Union und AfD im deutschen Bundestag gingen Zehntausende Menschen auf die Straße, Extremisten stürmten die Parteizentrale der CDU.(28)
Am Freitag, dem 31. Januar 2025, erhielt das „Zustrombegrenzungsgesetz“ im Bundestag in zweiter Lesung keine Mehrheit, obwohl sich auch die Abgeordneten der AfD bis auf eine nicht abgegebene Stimme geschlossen dafür aussprachen.(29)
2024 wurden dagegen für das Überleben Deutschlands maßgebliche Vorhaben weder in den Medien noch im Bundestag behandelt: Hier reichte wieder die "Ordre du mufti".
Am 16. Februar 2024 - zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz - unterschrieben Selenskyj und Scholz ein zunächst auf 10 Jahre befristetes Sicherheitsabkommen, in dem Deutschland der Ukraine allumfassende Unterstützung zusichert, einschließlich der Wiederherstellung der Souveränität von 1991. Damit kettete Scholz Deutschlands Schicksal an das Schicksal der Ukraine - am Bundestag vorbei! Am 10. Juli 2025 legte Scholz nur noch die Hände an die Hosennaht, als US-Präsident Biden die Zustimmung für die Aufstellung der US-Hyperschallwaffen in Deutschland für 2026 forderte.
Diese Aufstellung wird Russland kaum Reaktionszeit lassen. Der US-Atomwissenschaftler Theodore Postal hält es für zwingend, dass sich Russland dagegen nur mit einem präventiven umfassenden Nuklearschlag schützen kann. Das alles wird im Wahlkampf von allen Parteien ausgeklammert! Die Steigerung der Rüstungsausgaben wird von vielen sogar als notwendig angesehen.
Zeitenwende in Görlitz: Panzer statt Waggons
Am 5. Februar 2025 kam Bundeskanzler Scholz zu einem Begräbnis erster Klasse nach Görlitz. Seit 175 Jahren werden in Görlitz Bahnwaggons hergestellt. Im März 2026 soll damit Schluss sein. Der aktuelle Besitzer, der französische Zugbauer Alstom, will das Werk in Ostsachen mit derzeit 700 Beschäftigten schließen. Als Grund nannte Alstom eine strategische Verlagerung von Rohbauarbeiten nach Osteuropa.(30) An der Infrastruktur der Waggonfabrik zeigt der Rüstungskonzern KNDS Interesse. Nur die Infrastruktur? Die Fertigungshallen liegen zudem passend zur NATO Bahn-Trasse Bremerhaven - Görlitz/ Horka Güterbahnhof - Breslau – Kiew, die mit EU-Hilfe seit 2017 (PESKO-Abkommen) vorangetrieben wurde.
Vom Bahnhof Horka aus in Richtung Polen (32)Eine derartige Trasse wird nicht für einen deutsch-osteuropäischen Personen- und Güterverkehr gebaut.
KNDS N.V., vormals KMW+NEXTER Defense Systems N.V. ist ein niederländischer Rüstungskonzern mit Sitz in Amsterdam. Er entstand aus einer Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter und ist hälftig im Besitz der französischen "Agence des participations de l’État" und der Wegmann-Gruppe. Das Produktportfolio von KNDS Deutschland beinhaltet Kampfpanzer und Artilleriesysteme, Schützenpanzer, Flugabwehr-, Aufklärungs- und Brückenlegesysteme. In Görlitz sollen Baugruppen für den Kampfpanzer Leopard 2 und den Schützenpanzer Puma hergestellt werden sowie Module für den Radpanzer Boxer. Schon in diesem Jahr soll mit der Produktion begonnen werden.
Der "Zeitenwende- und Friedens"-Kanzler fand an diesem denkwürdigen Tag die richtigen Worte und hob hervor, dass er sich persönlich gemeinsam mit der sächsischen Landesregierung für die Zukunft des Standortes eingesetzt habe:
„Diese Produktion in Görlitz sorgt für mehr Sicherheit in Deutschland“, behauptete Scholz fest. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach von einem guten Tag und einer großen Chance für Görlitz:
„Die Grundlage für unsere Freiheit und unseren Wohlstand. ist Sicherheit und Frieden. Diese Technik dient dazu, dass wir in Deutschland und in der Europäischen Union in Frieden leben können.“ (32a)
Tödliche Floskeln! Die Geschichte weist schonungslos auf das Kommende hin: Als Mitte der dreißiger Jahre im Görlitzer Waggonbau Schützen-Panzerwagen, MG-Wagen, Aufbauten für Krankenkraftwagen, Panzeraufbauten uvm. hergestellt wurden, war der große Krieg nicht mehr weit.
Als einzige Partei hatte das Bündnis Sarah Wagenknecht zur Kundgebung aufgerufen: Eine Nation geht freiwillig auf die Schlachtbank! War das Schmierentheater im Bundestag nur von allen als Ablenkung inszeniert?
Eine beachtenswerte Analyse von Willy Wimmer
Für Willy Wimmer tobt seit Jahren erneut ein Kampf um Deutschland; er hält den Atem an und fragt: „Wer und wann wird erneut auf dem wiedererstandenen Reichstag seine Flagge als Zeichen des Sieges über Deutschland hissen?“.(33) Der Kampf, der sich auch innenpolitisch zeigt, werde global ausgetragen. Wimmer sieht seit der Wiedervereinigung von 1990 drei herauskristallisierte Fronten, wobei die Ursprünge für die Herausforderungen, denen Deutsch-land ausgesetzt ist, gut 150 Jahre zurückgehen.
1990 ging es darum, Deutschland nach der Wiedervereinigung auf die neue Linie zu bringen:
„Als probates Zuchtmittel diente dabei die jüngere deutsche Geschichte,
die mit dem Ersten Weltkrieg, der Beendigung desselben und der angelsächsischen Einflussnahme auf das deutsche Verhängnis auf die gewünschte Spur gebracht wurde.
Mit der neuen Linie waren drei Schwerpunkte deutscher Politik unvereinbar:
1. Der Bürger als Souverän und die daraus sich herleitende demokratische Staatsordnung. Stattdessen wurde die Fremdsteuerung durch eine neue Ebene der NGOs bestimmend und verdrängte den Bürger als Souverän.
2. Eine leistungsstarke Wirtschafts-und Sozialordnung mittels der Sozialen Marktwirtschaft. Es folgte der Ersatz derselben über das angelsächsische System des Shareholder Value und die Vernichtung des deutschen Erfolgsmodells.
3. Die grundgesetzliche Friedensordnung, die nach der Wolfowitz-Doktrin des Jahres 1992 zur Beseitigung der Charta von Paris und der europäischen Friedensordnung führte“.(34)
Insgesamt habe, so Willy Wimmer, die innenpolitische Entwicklung und der wechselnde globale Anspruch in den USA zu einer permanenten, bürgerkriegsähnlichen Situation geführt, die noch nicht mit Waffen ausgetragen wird. Diese Entwicklung wird vollumfänglich auch im Bündnisgebiet ausgetragen, um einen innenpolitischen "leverage" (Hebelwirkung, Einfluss, Druckmittel) für die Kampflage in Washington zu erzielen. Das sei nur möglich, wenn in den Bündnisstaaten souveränitätsferne Politik bestimmend gestaltet werden kann:
„Die in Deutschland tobende Auseinandersetzung um die drohende Begrenzung der repräsentativen Demokratie durch Wähler-Ausschluss ist ein fremdbestimmtes Gestaltungsmerkmal der anstehenden Veränderung. Welche Farben hat morgen die Flagge auf dem Dach des Reichstages in Berlin. Eine Frage, die sich mit ‚Schwarz-Rot-Gold‘ in Bonn nie stellte.“(35)
Wo sind heute die Friedensfreunde?
Angesichts der akuten Kriegsgefahr sollte sich Europa an den französischen Friedensfreund und Sozialistenführer Jean Jaurés erinnern. Ihm war es am Vorabend des Ersten Weltkriegs (1912) zusammen mit der deutschen Sozialistin Rosa Luxemburg in Paris gelungen, die europäischen Arbeiterparteien im Falle eines Krieges auf einen Generalstreik zu verpflichten (der dann aber, als es ernst wurde, doch nicht stattfand). Das wäre auch heute notwendiger denn je!
Am 29. Juli 1914, einen Tag nach der Österreichischen Kriegserklärung an Serbien, schrieb Jaurés an den Belgier E. van der Velde seine Einschätzung der Lage: Es liege „…in der Macht der französischen Regierung, Russland am Krieg zu hindern. Aber man sucht den Krieg, den man schon lange geschürt hat. Hier treiben alle schädlichen Kräfte zum Kriege, den man zur Erfüllung eines krankhaften Ehrgeizes führen will, und weil die Börse in London und Paris auf Petersburg spekulieren“.(36)
Wenige Tage vor Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Jean Jaurès am 31. Juli 1914 im Pariser Café du Croissant bei einem Attentat von dem französischen Nationalisten Raoul Villain ermordet. Nach dem siegreichen Krieg und entsprechend langer Untersuchungshaft wurde der Mörder des Kriegsgegners am 29. März 1919 von einem Cour d'assises (Geschworenengericht) freigesprochen. Zudem wurden die Kosten der Witwe Jaurès' aufgebürdet.
Während des Zweiten Weltkriegs lebte der deutsche Literaturnobelpreisträger Thomas Mann in den USA. Nach der Rückkehr aus seinem Exil wandte er sich an die europäische Öffentlichkeit. Er hatte im US-Exil die Neigung der Amerikaner erkannt,
„Europa als ökonomische Kolonie, militärische Basis, Glacis im zukünftigen Atom-Kreuzzug gegen Russland zu behandeln, als ein zwar antiquarisch interessantes und bereisenswertes Stück Erde, um dessen vollständigen Ruin man sich aber den Teufel scheren wird, wenn es den Kampf um die Weltherrschaft gilt“.(37)
Jaurès hat ein bemerkenswertes Zitat hinterlassen:
„Nicht der Krieg ist revolutionär, der Friede ist revolutionär“.(38)
So lasst uns im Sinne von Jaurès Friedens-Revolutionäre sein!
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Quellen & Links
2) https://www.bmvg.de/de/aktuelles/nato-force-model-wie-deutschland-sich-ab-2025-engagiert-5465714
3) https://www.deutschlandfunk.de/vor-70-jahren-als-bertolt-brecht-den-offenen-brief-an-die-100.html
4) https://de.wikipedia.org/wiki/Punische_Kriege#/media/Datei:Punic_wars-fr.svg Bourrichon - Travail personnel à partir de File:Carthaginianempire.PNG (by Javierfv1212) et sur les indications de fr: Utilisateur:Zivax.
5) https://alsaciae.org/2024/01/17/1631-franzosisch-schwedischer-vertrag-von-barwalde/
6) Ebda.
7) Von Straty_ludnościowe_po_wojnie_30letniej.PNG: Mix321derivative work: Schoolinf3456 - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Straty ludnościowe po wojnie 30letniej.PNG:, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18755096
8) Groehler 1990, S. 66 (zitiert Wolfgang Effenberger: Pfeiler der US-Macht Seefahrermentalität und Puritanismus, Gauting 2005, S. 38)
9) Wolfgang Effenberger: Pfeiler der US-Macht Seefahrermentalität und Puritanismus, Gauting 2005, S. 38
10) Johnson 1997, S. 126 (zitiert Wolfgang Effenberger: Pfeiler der US-Macht Seefahrermentalität und Puritanismus, Gauting 2005, S. 38)
11) Wolfgang Effenberger: Aus "Europas Verhängnis – Die Herren des Geldes greifen zur Weltmacht"unter http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24996
12) Ebda.
13) Ebda.
14) Ebda.
15) Aymeric Chauprade: Halford Mackinder und das Heartland unter
16) Ebda.
17) John P. Cafferky: The Rhodes-Milner Secret Society; The Origin of World War I; and the Start of the New World Order Published by CreateSpace Independent Publishing Platform, 2013 ISBN 10: 1481940325 / ISBN 13: 9781481940320
18)https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/gemeinsame-erklaerung-usa-und-deutschland/2472074
19) Hanno Beck: Große Geographen. Pionier – Außenseiter – Gelerhte, Berlin 198, S. 236
20) Congressional Research Service Informing the legislative debate 1914
Defense Primer: Geography, Strategy, and U.S.Force Design, Updated November 15, 2022
21) http://theheartlandblog.wordpress.com/2012/07/01/halford-mackinder-und-das-heartland/
22) Hoffmann, 2012, S. 35
24) "Par ordre du mufti" ist eine ironische Umschreibung einer nicht auf fachlichen Gründen, sondern auf Autorität beruhenden Anweisung eines Dienstvorgesetzten,
26) Ebda.
28) https://www.focus.de/politik/deutschland/polizeieinsatz-laeuft-noch-aktivisten-steigen-auf-balkon-von-cdu-kreisverband-hannover_id_260684065.html; https://www.bild.de/news/inland/polizei-dynamische-lage-linker-mob-stuermt-cdu-zentrale-in-hannover-679ce819147f4c675163eb30
29) Aus der Unionsfraktion gab es nach Angaben des Bundestags keine Gegenstimmen. Allerdings gaben 12 CDU-Abgeordnete ihre Stimme nicht ab. Aus der FDP-Fraktion gab es zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. 16 FDP-Abgeordnete gaben keine Stimme ab.
Die Abgeordneten der SPD, der Grünen und der Linken stimmten nahezu geschlossen gegen das Gesetz. .
31) Vgl Ingrid Szagunn in Aufgewacht, Krieg & Frieden, Erstausgabe 2022, S. 34, Bildquelle DB Netz AG, Grafik Aufgewacht
32) Ebda.
33) Willy Wimmer, persönliche mail vom 2. Februar 2025
34) Ebda.
35) Ebda.
36) Zitiert wie Wolfgang Effenberger/Willy Wimmer in Wiederkehr der Hasardeure, Höhr-Grenzhausen 2014, S. 192
37) Quelle: Thomas Mann: Deutsche Hörer!
Europäische Hörer! Darmstadt 1986, Rückseite
38) https://gutezitate.com/autor/jean-jaur%C3%A8s
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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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Apolut Artikel:
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Neutrality Studies Deutsch
Trump sanktioniert IStGH, bedroht internationales System
Ray McGovern
Published on Feb 7, 2025
[Teil 3 von 3] Nachdem er seinen Plan angekündigt hat, "Gaza zu besitzen" und es von seiner Bevölkerung zu leeren, geht Donald Trump nun mit einem weiteren Gefallen für Israel voran, indem er Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen ihrer Haftbefehle gegen Israel verhängt. Hören Sie Ray McGoverns Meinung dazu:
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Neutrality Studies
Trump Sanctions ICC, Threatens International System Over Israel Investigations
Ray McGovern
Published on Feb 7, 2025
Neutrality Studies
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[Part 3 of 3] After announcing his plan to "own Gaza" and empty it of its population, Donald Trump now moves forward with another favour to Israel, putting sanctions on the International Criminal Court (ICC) over their arrest warrants against Isreal. Listen to Ray McGovern's take on this:
Follow Ray on his homepage: https://raymcgovern.com
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Originally Published on: 2025-02-07
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Hochrangiger Offizier schockt: "Befinden uns in Europa bereits im Kriegszustand"
7.2.2025, 09:20:03
Wir befinden uns in einem hybriden Krieg. So schätzt zumindest das österreichische Verteidigungsministerium die Lage für dieses Jahr ein. Ein zentraler Punkt der Strategie für das heurige Jahr ist der Kampf gegen vermeintliche Desinformation. Damit rücken u.a. Alternativ-Medien wie AUF1 ins Fadenkreuz des Militärs.
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AUF1 Artikel:
https://auf1.tv/eilt/hochrangiger-offizier-schockt-befinden-uns-in-europa-bereits-im-kriegszustand
Gegenstimme Peertube Link: https://gegenstimme.tv/videos/watch/eb9218fd-d3ab-44eb-bd07-837b59779ada
Neutrality Studies Deutsch
Frieden mit Russland ist UNVERMEIDLICH. NATO im Endstadium | Ray McGovern
Published on Feb 8, 2025
[Teil 2 von 3] Ein allgemeiner Frieden in Europa mit Russland ist nicht die Frage des Ob, sondern des Wann, selbst wenn die Neokonservativen links und rechts des Atlantiks alles versuchen, um ihn zu verhindern. Die einzige Frage ist, wie man schneller dorthin gelangt, um Tausende von Leben zu retten. Ray McGovern, ein ehemaliger CIA-Analyst und langjähriger politischer Aktivist für eine vernünftige US-Außenpolitik, erklärt, warum der Weg zum Frieden einer sein könnte, der Russland alles gibt, was es verlangt (und ohnehin durchsetzen würde), während er es als "großartigen Deal" für Donald Trump verpackt.
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Peace With Russia Is INEVITABLE. NATO Is In Terminal Decline | Ray McGovern
Published on Feb 7, 2025
Published on Feb 7, 2025
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Neutrality Studies
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[Part 2 of 3] A general peace in Europe with Russia is not a question of if but when even if the neocons left and right of the Atlantic are trying everything to prevent it. The only question is how to get there faster to save thousands of lives. Ray McGovern, a former CIA analyst and long-time political activist for a sane US foreign policy explains why the way to peace might be one that gives Russia everything it demands (and would enforce anyhow) while packaging it as a "great deal" for Donald Trump.
Ray McGovern online: https://raymcgovern.com
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"WHO und UN-Zukunftspakt:ein kritischer Blick hinter die Kulissen" Vortrag von RA Beate Bahner
Started streaming on Feb 8, 2025
Die Heidelberger Buchautorin Beate Bahner hat sich einen großen Namen gemacht mit ihrem Bestseller „WHO-Pandemievertrag – Der finale Angriff auf Ihre Freiheit“ (Kopp-Verlag 2024). Die WHO-Machenschaften kennen keine Grenzen. Beate Bahner berichtet über internationale Verflechtungen und Korruption bis hin zur UN. „Die meisten Menschen können sich das Ausmaß des Bösartigen gar nicht vorstellen“, erklärt sie in ihrem leidenschaftlichen Vortrag anlässlich des 4. AfA-Bürgerforums am 01.12.2024 in Rüsselsheim.
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Paul Brandenburg (Rumble)
Nacktes Geld #12 – High auf Luftgold
Feb 7, 2025
Banker Herman erklärt Paul Brandenburg (x.com/docbrandenburg) Chinas NVIDIA-Schummel bei "Deepseek", die Reaktion des Finanzmarktes auf den Zusammenbruch der verdeckten US-Subventionen durch "USAID", US-Staatsanleihen für jedermann - per Blockchain, die DOGE-Clock in der US-Schuldenuhr (usdebtclock.org), die Aufregung um Luftgold, der Sovereign Wealth Fund unter Howard Lutnick, "Financial Integration" für Europas Schuldengemeinschaft, Ungarns Handelsinitiative und die Idee für ein Krypto-Experiment mit unseren arglosen Hörern (Erstveröffentlichung: 07.02.2025).
Jede Woche das wichtigste über Geld.
Mit einem, der sich auskennt; und Paul Brandenburg.
KAPITEL:
00:00 Begrüßung
03:05 Der US-Chinesische Handelskrieg und KI
06:09 Die Rolle von Nvidia und KI-Entwicklung
09:11 Chinas Herausforderungen und Reaktionen
11:58 Zinsen und die Rolle der FED
14:59 Elon Musk und die Effizienzsteigerung im Staat
18:10 Zukunft der US-Staatsanleihen und Blockchain
20:47 Der Einfluss des US-Dollars auf die Weltwirtschaft
25:46 Der Goldmarkt im Aufruhr
32:59 Die Gefahren des Papiergoldes
39:40 Der Sovereign Wealth Fund und seine Bedeutung
50:10 Staatliche Einflussnahme auf den Markt
50:36 US-Defizit und die Rolle von Trump
53:53 Korruption und die politische Landschaft
57:30 Die EZB und die Zukunft des Euro
01:01:25 Ungarns Weg und die EU-Kritik
01:04:22 Einführung eines eigenen Krypto-Coins
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Kontrafunk (Audio & Artikel)
Freitag, 7. Februar 2025, 5:05 Uhr
(Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)
Kontrafunk aktuell vom 7. Februar 2025
Rommy Arndt im Gespräch mit Ernst von Waldenfels, Christian Pfeffer und Jonas Greindberg – Kontrafunk-Kommentar: Cora Stephan
https://kontrafunk.radio/de/stimmen/kontrafunker/rommy-arndt
Der Journalist Ernst von Waldenfels berichtet, wie Häscher auf ukrainischen Straßen Männer im wehrfähigen Alter wegfangen, um sie an die Front zu schicken. Außerdem erzählt er über ukrainische Blogger und Influencer, die bisher von den USA bezahlt wurden, und jetzt – unter Donald Trump – kein Geld mehr kriegen.
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Kontrafunk (Kontrafunk aktuell. Interview Ernst von Waldenfels (MP3)):
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Die weiteren Beiträge dieses Audiocasts hören Sie bitte auf der Webseite von Kontrafunk.
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Quellen & Links
Kontrafunk Stream (MP3):
https://icecast.multhielemedia.de/listen/kontrafunk/radio.mp3
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Kontrafunk Artikel:
Apolut-Buchempfehlung
Aktualisiert am Feb. 6, 2025
So ist die Lage, und sie sieht nicht gut aus

Ein Meinungsbeitrag von Dr. Wolfgang Bittner.
Die Folgen der bedingungslosen Kapitulation reichen bis in die Gegenwart.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die materielle Lage der deutschen Bevölkerung, insbesondere durch die mangelhafte Versorgung mit Lebensmitteln, von Jahr zu Jahr prekärer. Um die größte Not zu lindern, sammelte das von der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt gegründete „Winterhilfswerk des deutschen Volkes“ Sach- und Geldspenden. Dazu hielt Adolf Hitler im Oktober 1943, wie jedes Jahr, eine Rede, in der er die nationale Solidarität rühmte und beschwor. Der Slogan lautete: „Keiner soll hungern, keiner soll frieren!“ Im Volksmund wurde daraus bald die Verballhornung: „Keiner soll hungern, ohne zu frieren!“
Wir lebten damals in der Großstadt Gleiwitz in Oberschlesien, dem zweitgrößten deutschen Industriegebiet. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Polen Ansprüche auf diese wirtschaftlich bedeutende Region erhoben, und 1921 führte der Völkerbund eine Volksabstimmung durch, in der sich 59,6 Prozent der Oberschlesier für den Verbleib im Deutschen Reich entschieden, 40,4 Prozent für den Anschluss an Polen.
Dennoch wurde Oberschlesien geteilt: Der überwiegend landwirtschaftlich geprägte Teil verblieb bei Deutschland, und der Osten um die Metropole Kattowitz mit wertvollen Steinkohle-, Eisenerz- und Zinkbergwerken sowie der Eisenverhüttung wurde Polen zugesprochen. Das trieb viele Deutsche, die das, ebenso wie den außerordentlich belastenden Versailler Vertrag, als eine Schande und Demütigung empfanden, in die Hände der Nazis. Sie wählten künftig deutschnational, das heißt Hitler.
Aufgrund des Versailler Vertrags mussten enorm hohe Reparationen vor allem an Frankreich gezahlt werden, die Inflation hatte vielen Menschen die Existenzgrundlage genommen, die Arbeitslosigkeit stieg ins Unermessliche, und die Not wurde von Monat zu Monat unerträglicher. Fast täglich kam es zu Straßenschlachten zwischen Kommunisten und der SA, und da das Deutsche Reich kein Militär haben durfte, bildeten sich Freikorps aus den heimgekehrten Soldaten, die Gegner ermordeten, unter anderem die Arbeiterführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Das Chaos nahm überhand.
In dieser desaströsen Lage konnte sich Hitler, der bereits seit den 1920er-Jahren nachweislich aus dem Ausland, insbesondere aus den USA, unterstützt wurde, als „Retter des deutschen Volkes“ und „Bollwerk gegen den Kommunismus“ durchsetzen. Das war das Ende der Weimarer Republik. 1933 stimmte die Mehrheit des Reichtages wegen der zunehmenden existenziellen Bedrohung für das Ermächtigungsgesetz, das den Weg in die Diktatur ebnete.
Der Weg in Diktatur und Krieg
In den Städten wurden zur Kontrolle, Bespitzelung und Indoktrination ehrenamtlich tätige „Blockwarte“ eingesetzt, die alle, die verdächtig schienen, bei der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) anzeigten, wozu schon ein falsches Wort reichte. Wer sich nicht unterordnete, wurde denunziert und drangsaliert. Für Regimekritiker und Oppositionelle wurde es lebensgefährlich, viele wurden gefoltert und ermordet.
Schon kurz nach der „Machtübernahme“ war es zu öffentlichen Bücherverbrennungen und zur Ächtung und Ausbürgerung von Autoren und Künstlern gekommen. Wer konnte, flüchtete ins Ausland, darunter Schriftsteller wie Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Anna Seghers, Kurt Tucholsky, Alfred Döblin, Egon Erwin Kisch, Hilde Domin, Lion Feuchtwanger und viele andere.
Im Krieg nahm die Überwachung und Aussonderung sogenannter „Volksschädlinge“ weiter zu. Die Juden wurden registriert und zu Hunderttausenden in Konzentrations- und Vernichtungslager gebracht, ihr Eigentum wurde „arisiert“. In den Lagern, in die auch Kommunisten, Sozialdemokraten, Zigeuner und Homosexuelle verschleppt wurden, herrschte Willkür und unmenschliche Brutalität. Erst mit der Vernichtung der 6. Armee Anfang Februar 1943 in Stalingrad und der verlorenen Panzerschlacht von Kursk zeichnete sich ein Ende ab. Zwar hielt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 noch seine berüchtigte Sportpalastrede, in der er zum „totalen Krieg“ aufrief, aber der Kriegseintritt der USA im Westen und das stetige Vorrücken der Roten Armee im Osten hatten den Kriegsausgang bereits entschieden.
An der „Heimatfront“ wurde allerdings bis zum bitteren Ende weitergekämpft, obwohl die Lage aussichtslos war und die Schlangen der Anstehenden vor den Geschäften immer länger wurden. Lebensmittel, schon seit 1939 rationiert, wurden von Monat zu Monat knapper, es gab Karten auch für Kleider oder Brennstoff, Bezugsscheine für Sonderzuweisungen, Berechtigungsscheine und so weiter. Die Partei, Polizei, selbsternannte Zuchtmeister und aufgehetzte Bürger prägten das gesellschaftliche Leben. Wer sich seine Menschenwürde bewahrt hatte, musste sich vorsehen und lebte in ständiger Angst vor der Gestapo.
Nachdem die Alliierten im September 1943 auf dem italienischen Festland gelandet waren, schied Italien aus dem Krieg aus. Im Juni 1944 fand dann mit fast einer Million Soldaten die Invasion in der Normandie statt, und Ende Januar 1945 nahm die Rote Armee Oberschlesien ein. Die Front im Westen und Süden wie auch im Osten rückte immer näher. Letzte Abwehrkämpfe kosteten noch Zehntausenden Soldaten auf beiden Seiten das Leben, bis die deutsche Wehrmacht am 8. und 9. Mai 1945 kapitulierte.
Kapitulation bis in die Gegenwart
Das Kriegsende war sowohl für die Soldaten als auch für die Zivilbevölkerung entsetzlich. Durch Flächenbombardierungen der deutschen Großstädte noch bis zum Schluss erzwangen die Alliierten die bedingungslose Kapitulation. Erneut war durch die Beteiligung der USA, aber auch durch den überaus verlustreichen Einsatz der Sowjetunion der Krieg entschieden worden. Diesmal bedeutete es das Ende des Deutschen Reiches, das vollständig besetzt und in die Rudimente BRD und DDR aufgeteilt wurde, jeweils unter fremder Verwaltung. Die deutschen Ostgebiete Schlesien, Ostpreußen und Pommern wurden von Polen annektiert, etwa 14 Millionen Deutsche mussten flüchten oder wurden aus ihrer angestammten Heimat vertrieben.
Nach zwei Weltkriegen hatte Deutschland ungefähr ein Drittel seines Staatsgebiets verloren, das meiste an Polen. Damit hatten die USA, Großbritannien und Frankreich erreicht, was im Ersten Weltkrieg noch nicht möglich gewesen war: die Eliminierung des Deutschen Reiches, der zentralen europäischen Großmacht. Neuere Forschungen belegen, dass von angloamerikanischen Kräften in Verbindung mit Frankreich seit Anfang des 20. Jahrhunderts, im Grunde aber schon seit der Neugründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871, insgeheim darauf hingearbeitet wurde, das wirtschaftlich prosperierende, kulturell in die ganze Welt ausstrahlende Land in der Mitte Europas als Konkurrenten auszuschalten.
Die Folgen der bedingungslosen Kapitulation reichen bis in die Gegenwart: Deutschland ist nach wie vor ein besetztes Land mit zahlreichen Militärstützpunkten der ehemaligen Alliierten, besonders der USA. Daran hat sich auch nach der Vereinigung der beiden Relikte BRD und DDR nichts geändert. Zwar wurde der Bundesrepublik Deutschland 1990 in dem Vereinigungsvertrag (Zwei-plus-Vier-Vertrag) „volle Souveränität“ zugesichert, aber das wurde durch Zusatzverträge, zum Beispiel über Truppenstationierungen und militärische Zusammenarbeit, wieder relativiert. Einen Friedensvertrag gibt es nicht, Deutschland befindet sich also noch immer im Stadium des Waffenstillstands und ist nach der Charta der Vereinten Nationen nach wie vor ein Feindstaat. Das ist die Faktenlage.
Die Gegenwart der Vergangenheit
Zurzeit sehen wir, wie sich vieles, was wir überwunden glaubten, wiederholt. Ökonomisch geht es bergab, ganz zu schweigen von der Kultur. Inzwischen stehen in den Städten die Schaufenster ganzer Straßenzeilen leer, die Infrastruktur ist marode, der Zustrom von Asylsuchenden und Wirtschaftsflüchtlingen in das Sozialsystem steigt ins Unermessliche, etwa 20 Millionen Menschen – das ist ein Viertel der deutschen Bevölkerung – leben am Rande oder unterhalb des Existenzminimums. Die Rente reicht nicht, Kranken- und Altersversorgung liegen im Argen, Lebensmittelpreise, Mieten und Heizkosten steigen, Menschen verzweifeln. Zehntausende leben in einem Land, indem es zahlreiche Milliardäre und Multimillionäre gibt, auf der Straße, während die „Volksvertreter“ empörende Reden halten, sich den Vorgaben aus Washington unterwerfen und sich an Kriegen beteiligen. Hinzu kommt eine unmäßige Digitalisierung, Registrierung, Überwachung und obrigkeitliche Bevormundung.
Kritik, die sich gegen die offiziellen Verlautbarungen richtet, kann sanktioniert werden. Da finden Hausdurchsuchungen sogar bei Wissenschaftlern, Ärzten und Richtern statt, die sich der Gefolgschaft widersetzen. Und sowohl der Organisator der Berliner Großdemonstrationen gegen die restriktiven Corona-Maßnahmen, der Unternehmer Michael Ballweg, als auch der Mitbegründer des Corona-Ausschusses, Rechtsanwalt Dr. Reiner Füllmich, saßen monatelang in Untersuchungshaft, obwohl die Beschuldigungen gegen sie von vornherein fragwürdig waren.
Die deutsche Gesellschaft ist gespalten und chaotisiert, es herrscht akute selbstverschuldete Kriegsgefahr, und die Wirtschaft wird – offenbar aus Konkurrenzgründen – ruiniert. Für Soziales, Kultur und Bildung fehlt es an Geld, das zu Milliarden für Aufrüstung und den Ukraine-Krieg ausgegeben wird. Verpulvertes Geld, vergeudetes Vermögen. Und es hat den Anschein, dass die Berliner Regierung unfähig ist, den Weg in die Katastrophe zu beenden. Deutschland, bis vor Kurzem noch in der ersten Reihe der Industrienationen, treibt in die Bedeutungslosigkeit.
Aufgrund der aus ideologischen, ökonomischen und strategischen Gründen von den USA durchgesetzten Sanktionspolitik und der Sperrung der russischen Gas- und Öllieferungen für Deutschland müssen mittelständische Unternehmer ihre Betriebe an ausländische Investoren verkaufen oder Insolvenz anmelden – wegen zu hoher Energiepreise, fehlender Produktionsmaterialien und mangelnder Aufträge. Nicht wenige Konzerne verlagern ihre Standorte in die USA, wo ihnen vorteilhafte Angebote gemacht werden. Dass die dortige Regierung die Energieknappheit in Deutschland letztlich zu verantworten hat, wird nicht thematisiert, ebenso wenig die katastrophale geopolitische Lage.
Auch die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten seit 1945 zahlreiche Interventionskriege geführt, Regime Changes orchestriert, Krisen verursacht und die Welt chaotisiert haben, ist in den Ländern des Westens ein Tabu. Ebenso die weltweite Bespitzelung durch NSA (National Security Agency) und CIA (Central Intelligence Agency), die mit Zehntausenden von Mitarbeitern für zumeist illegitime Interessen Washingtons tätig sind. Stattdessen wird gegen Russland, China, Iran, Syrien, Venezuela, Nordkorea, Myanmar, Kuba und weitere Länder, die sich nicht unterwerfen, gehetzt und intrigiert. In der Ukraine findet ein Stellvertreterkrieg statt und in Palästina ein Völkermord. Die Welt steht Kopf.
Aber viele Staaten des sogenannten Globalen Südens lassen sich die Bevormundung und Unterdrückung durch die USA nicht mehr gefallen. Global zeichnet sich eine tektonische Verschiebung ab, was große Gefahren zur Folge hat. Denn die USA besitzen die größte Streitmacht der Welt, und es ist absehbar, dass sie sich nicht ohne Gegenwehr in den Bankrott treiben lassen werden.
So ist die Lage, und sie sieht nicht gut aus. Das lässt sich beim besten Willen nicht beschönigen. Zu hoffen ist, dass es nicht erneut zu einem großen Krieg kommt, der alles zunichtemachen würde.
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Quellen & Links
Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner ist Autor zahlreicher Bücher, u.a. „Deutschland – verraten und verkauft“(2021). Der vorstehende Beitrag ist ein Auszug aus dem kürzlich im Verlag zeitgeist erschienenen Buch „Niemand soll hungern, ohne zu frieren“.
https://zeitgeist-online.de/1122-wolfgang-bittner-niemand-soll-hungern.html
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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Handelsblatt
(IC Disclaimer: Der Beitrag vom Handelsblatt enthält Werbung).
Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung: Diesmal eine realistische Prognose
Published on Feb 7, 2025
In der aktuellen Episode von Economic Challenges untersuchen Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, den Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung, der am 29. Januar erschienen ist.
Dem Inhalt zum Trotz – denn die konjunkturellen Herausforderungen für Deutschland kommen darin durchaus zum Tragen – müssen Rürup und Hüther erst mal Positives vermerken: „Der aktuelle Bericht hat mich in Teilen sehr positiv überrascht“, sagt Rürup. „Nicht nur weil die letzte ziemlich unrealistische oder optimistische Konjunkturprognose deutlicher runterrevidiert wurde. Und es wurde erstmalig auch die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit, internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft explizit anerkannt.“
Auch seien erstmalig die bislang verdrängten geo- und handelspolitischen Risiken hervorgehoben worden. Das Potenzialwachstum ist im aktuellen Bericht von 1,4 Prozent auf gegenwärtig unter 0,5 Prozent reduziert worden. „Also wenn man an die Äußerungen der letzten Jahre denkt, dann las sich das hier ganz anders. Auch in der Hinwendung zu angebotspolitischen Maßnahmen kann man eigentlich ein Perspektivwechsel Regierung feststellen“, sagt Rürup. Michael Hüther resümiert: „Man kann auch sagen, diesmal ist es eine realistische Prognose. Es ist ja auch eindeutig der letzte Jahreswirtschaftsbericht dieser Bundesregierung, und insofern ist es vielleicht auch ein Art Testament, das hier hinterlassen wird für die nächste Regierung.“
Wie Rürup und Hüther die Aussichten und die empfohlenen Maßnahmen bewerten, das hören Sie in dieser Folge Economic Challenges.
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Quellen & Links
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Invidious Link:
AUF1
So will nun das Bundesheer gegen „Desinformation“ vorgehen
6.2.2025 • 12:48 Minuten
So will nun das Bundesheer gegen „Desinformation“ vorgehen
Jetzt will sogar das Bundesheer „Desinformation“ bekämpfen. Denn das Militär sieht die Demokratie in Gefahr, wie aus seinem aktuellen „Risikobericht“ hervorgeht. Auch alternative Medien wie AUF1 und Report24 werden als Bedrohung genannt. Was sagt Report24-Chefredakteur Florian Machl zu diesem Vorwurf?
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Quellen & Links
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AUF1 Artikel:
https://auf1.tv/nachrichten-auf1/so-will-nun-das-bundesheer-gegen-desinformation-vorgehen
Gegenstimme Peertube Link: https://gegenstimme.tv/videos/watch/8a166237-1a84-4bea-824e-fe49ec675b9f
NachDenkSeiten (Audio & Artikel)
Trumps außenpolitische Wahnvorstellungen machen Deutschland zum Mittäter
05. Februar 2025 um 11:41 Ein Artikel von: Jens Berger
Erst wenige Tage im Amt hat US-Präsident Trump die Welt bereits mit gleich mehreren territorialen Forderungen geschockt. Erst erhob er Anspruch auf den Panamakanal und Grönland, nun ließ er die Welt noch wissen, dass die USA gerne den Gazastreifen übernehmen, die Palästinenser vertreiben und aus dem Gebiet eine „Riviera des Nahen Ostens“ machen wollen. Überflüssig zu erwähnen, dass keine dieser territorialen Forderungen auch nur im Ansatz durch das in Deutschland neuerdings so beliebte Völkerrecht gedeckt ist. Wenn US-Soldaten dereinst in Gaza ethnische Säuberungen vornehmen sollten, so wird dafür auch die „Drehscheibe“ Ramstein eine wichtige Rolle spielen. Deutschland wäre Mittäter – Zeit, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und die US-Militärpräsenz in Deutschland zu beenden. Ein Kommentar von Jens Berger.
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NachDenkSeiten Audiocast (MP3):
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Wer wissen will, wie verrückt die sicherheitspolitische Debatte innerhalb der NATO zurzeit verläuft, muss sich nur die jüngsten Äußerungen zum Thema Grönland vor Augen halten. NATO-Generalsekretär Mark Rutte lancierte am Wochenende einen Vorschlag, der besagt, dass die NATO Truppen auf Grönland stationieren solle – FDP-Falke Marie-Agnes Strack-Zimmermann bekräftigte diesen Vorschlag gestern. Offiziell heißt es bei beiden, es ginge um den Schutz vor russischen und chinesischen Schiffen. Dass dies vorgeschoben ist, ist klar. Die Idee: Wenn NATO-Truppen unter dem Befehl der grönländischen Schutzmacht Dänemark auf der Insel stationiert sind, wird dies die USA davon abhalten, selbst Truppen zu entsenden und sich ihrerseits zur Schutzmacht Grönlands zu erklären. Trump erhob jüngst im Namen der USA Ansprüche auf Grönland und stellte klar, dass man Grönland auch „bekommen“ werde. Die rohstoffreiche und strategisch wichtige Insel Grönland ist als autonomer Teil Dänemarks jedoch NATO-Gebiet.
Würden die USA ihre territorialen Forderungen also militärisch durchsetzen, könnte Dänemark laut NATO-Statut den kollektiven Verteidigungsfall ausrufen – gegen die NATO-Hegemonialmacht USA. Das ist absurd? Selbstverständlich. Diese absurde Situation zeigt jedoch auch glasklar auf, dass man zwischen den Interessen der USA und den Interessen der einzelnen NATO-Mitglieder unterscheiden muss. Es ist ja beileibe nicht das erste Mal, dass sich die Interessen der USA und die Interessen der Europäer diametral bei militärischen und außenpolitischen Fragen unterscheiden. So kann beispielsweise Deutschland nicht das geringste Interesse am Krieg in der Ukraine haben – die USA profitieren hingegen sehr wohl davon, wenn Europa und Russland auseinanderdriften und die Europäer fortan amerikanische Rohstoffe und amerikanische Waffen kaufen.
Vollends absurd klingen zunächst auch Trumps jüngste Ideen zur Zukunft des Gaza-Streifens. „Die USA werden den Gazastreifen übernehmen“ und dorthin Truppen entsenden, so Trump. Man werde das Gaza „planieren“, die Palästinenser sollten den Gazastreifen „für immer verlasen und anderswo in schöne Häuser umsiedeln, wo sie glücklich sein können und nicht erschossen werden“. Was für ein Zynismus. Was Trump da vorschlägt, ist ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, die völkerrechtswidrige Annexion eines souveränen Staates und ethnische Säuberungen. Sein Traum einer „Riviera des Nahen Ostens“ klingt derweil wie ein Immobilienentwicklungsprojekt. Wahrscheinlich sollen israelische und amerikanische Touristen künftig im Trump Hotel Gaza dem Glücksspiel frönen und bewacht von US-Militärs den Sonnenuntergang über der Levante genießen. Ginge es hier nicht um Trump, die USA und Israel, sondern um Putin und Russland, wäre der medial-politische Komplex sicher schon völlig aus dem Häuschen und würde zur nächsten Zeitenwende blasen. Da es aber um unsere „guten Freunde“ aus den USA geht, begibt man sich lieber in eine Duldungsstarre und übt lauwarme Kritik, ohne dieser Kritik etwas folgen zu lassen.
Das ist sogar „verständlich“, da die einzig logische Folge, die man aus Trumps imperialem Getöse ziehen müsste, Transatlantikern gar nicht schmeckt. Spielen wir Trumps Pläne doch mal durch. Ohne die US-Stützpunkte in Deutschland wäre ein „robustes militärisches Engagement“, wie man einen derartigen Angriffskrieg wohl euphemistisch bezeichnen würde, in Nahost überhaupt nicht denkbar. Wenn US-Soldaten in Gaza das Völkerrecht brechen und ethnische Säuberungen vornehmen, wäre Deutschland, von dessen Boden dieser Krieg mitgeführt würde, Mittäter, solange es den USA die Nutzung von US-Stützpunkten für diesen Krieg nicht untersagt. Doch wer glaubt ernsthaft, dass ein Donald Trump sich darum scheren würde, ob ein „Mister Schulz“ oder ein „Mister Mörz“ ihm irgendwas erlaubt oder verbietet?
Wenn man mitbekommt, dass ein Dritter eine schwere Straftat begehen will, und diese Straftat geschehen lässt, ohne zu versuchen, sie zu verhindern oder zumindest zu erschweren, macht man sich selbst schuldig. Deutschland muss also tätig werden. Es reicht nicht aus, in Sonntagsreden über Trump und seine außenpolitischen Wahnvorstellungen zu zetern. Wer A sagt, muss auch B sagen und seinen Worten Taten folgen lassen. Ami, go home – nie war diese Forderung schlüssiger als heute.
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Quellen & Links
Titelbild: Bumble Dee/shutterstock.com
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NachDenkSeiten Artikel:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=128270
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Al Jazeera English
US aid shutdown: Refugee camps in Thailand running out of supplies
Published on Feb 6, 2025
In Asia, seven refugee camps on the Thailand-Myanmar border, mostly funded by the US, are running out of food and essential supplies.
The suspension of funding has left many people who have been cleared for resettlement, with little hope of ever making it to the US.
Al Jazeera’s Tony Cheng reports from Mae La, on the Thai-Myanmar border.
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Sources & Links
Check our website: https://aljazeera.com
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RT DE (Rumble)
"Akt des Kolonialismus": Indonesien verurteilt Trumps Gaza-Plan als völkerrechtswidrig
Feb 7, 2025
Auch in Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, stößt Trumps Plan, Millionen Palästinenser umzusiedeln, auf scharfe Kritik. RT hat sich in der Hauptstadt Jakarta umgehört.
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Quellen & Links
Trump verkündet, dass Israel Gaza nach Kriegsende an die USA übergeben werde: https://rtde.online/international/235995-trump-israel-wird-gaza-nach/
Weitere RT DE Links:
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