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Ich bin ein alter, weißer, heteronormativer cis-Mann und habe erst ziemlich spät von meinen Privilegien erfahren.
Für mich waren sie einfach immer da, und es war lange Zeit nicht klar, dass anderen Menschen der Zugang zu unserer Gesellschaft verwehrt wird. Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und hatte bis zum 17. Lebensjahr eigentlich gar keinen Kontakt zu #LGBTQ-Menschen. In meinem Umfeld gab es auch lange Zeit keine Ausländer*innen. Die Frauen, die ich kannte, waren allesamt Hausfrauen und Mütter, die höchstens einen Nebenjob an der Kasse hatten. Ich war der erste Akademiker in meiner Familie und der erste, der nach vielen Jahren mal wieder aus dem Landkreis herauskam.
Erst während meines Studiums wurde mir langsam bewusst, dass in Deutschland nicht alle die gleichen Chancen haben, sondern dass es für viele schon allein aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung gläserne Decken gibt. Für mich ist es absolut nachvollziehbar, warum sich die Menschen in Bayern gegen eine gendergerechte Sprache einsetzen: Sie verstehen die Notwendigkeit nicht und sehen auch keinen Bedarf, sich damit auseinanderzusetzen. Sie sind sich ihrer eigenen #Privilegien nicht bewusst.
Um das zu ändern, müssten wir meiner Meinung nach bereits in der Schule die Kinder dafür sensibilisieren. Junge Menschen, auch auf dem Dorf, sollten frühzeitig über Vielfalt, Gleichberechtigung und soziale Ungerechtigkeiten aufgeklärt werden. Auf den Lehrplänen sollten auch Themen wie Intersektionalität, LGBTQ-Rechte, #Rassismus und Geschlechtergleichstellung integriert werden. Außerhalb des Bildungsapparats wird meiner Meinung nach schon deutlich mehr getan für die Aufklärung: Die meisten Firmen können es sich gar nicht mehr erlauben, in Stellenausschreibungen nicht zu gendern und wir begegnen gendergerechter Sprache und Vielfalt inzwischen viel häufiger im Medien- und Kulturbereich.
Aber auch der Widerstand wächst immer mehr.
Seit Jahren arbeiten sich #Rechtsextreme und #Konservative an diesen Themen ab und das, leider, mit großem Erfolg. Diesen Widerstand kann man meiner Meinung nach nur mit sanftem Druck über eine lange Zeit behandeln. Es verhält sich in gewisser Weise so wie mit nassem Sand: Sachte bewegt, fließt er vor sich hin, mit großem Druck verhält er sich allerdings wie Beton.
Umso trauriger ist, dass aufgrund des rechtspopulistischen Kurses der #CSU in Bayern der Fortschritt etlicher Jahre zerstört wurde.
#Genderverbot #AfD