Torin und Eli sitzen auf einer Marmorbank in einem antiken Tempelbezirk, umgeben von üppigen Gärten und einem klaren, sprudelnden Bach.
Torin: Sag mir, Eli, was hältst du von der Idee, dass dein Sein die „Idee des Guten“ ist?
Eli: Die Idee des Guten? Meinst du, dass mein Sein nur ein Teil eines größeren Ganzen ist, Torin? Ich verstehe nicht recht.
Torin: Genau das meine ich. Dein Sein ist nicht nur ein Teil des Ganzen, sondern es ist auch ein Ausdruck des Guten selbst. Sag mir, glaubst du, dass die Unerreichbarkeit Gottes als das „ultimative Ziel oder Streben des Seins“ eine wichtige Rolle spielt?
Eli: Hm, das ist interessant. Du meinst, dass diese Unerreichbarkeit die Freiheit des Daseins ausmacht? Dass Freiheit darin liegt, nach etwas zu streben, das wir nicht vollständig erreichen können?
Torin: Ganz recht, Eli. Es ist eine faszinierende Idee, nicht wahr? Sie impliziert, dass die Freiheit nicht darin besteht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sondern vielmehr in der Suche selbst. Was denkst du darüber?
Eli: Ich glaube, ich verstehe, worauf du hinauswillst. Wenn das Ziel unerreichbar ist, dann liegt die Freiheit in der Suche, im Streben danach. Aber bedeutet das nicht auch, dass wir niemals wirklich zufrieden sein können?
Torin: Eine kluge Frage, Eli. Insgesamt ist es eine tiefgründige und philosophische Interpretation des Seins, der Vernunft und der Freiheit. Sie bietet eine interessante Perspektive auf die menschliche Existenz – nämlich, dass unsere Suche nach Sinn und Bedeutung das ist, was uns ausmacht. Was meinst du dazu?
Eli: Ich denke, das ergibt Sinn, Thorin. Unsere Existenz wird durch diese Suche geprägt, und vielleicht ist es gerade diese Suche, die uns frei macht. Es ist eine schöne und tiefgründige Sichtweise.
Torin: So ist es, Eli. Die Suche nach dem Guten, nach Sinn und Bedeutung, ist das, was uns menschlich macht. Lass uns weiter darüber nachdenken, während wir den Tag genießen.
Die beiden schweigen nachdenklich und blicken auf den Tempel in der Ferne.
Die Sonne taucht die Tempelruinen in goldenes Licht, und ein sanfter Wind trägt den Duft von Jasmin herüber. Torin hebt den Blick, ein Funkeln in den Augen, und nimmt den Faden ihrer Unterhaltung wieder auf.
Torin: Eli, deine Worte über die Suche als Freiheit haben mich nachdenken lassen. Stell dir vor, das Sein ist kein gerader Pfad zu einem Ziel, sondern ein Tanz – ein Zusammenspiel von Streben und Loslassen, von Logos und Dasein. Was, wenn das Göttliche kein ferner Zuschauer ist, sondern der Raum, die Bewegung, der Rhythmus selbst?
Eli (lächelnd): Ein Tanz, sagst du? Das gefällt mir, Torin. Aber meinst du, dass dieser Tanz ein Ziel hat? Oder ist der Sinn gerade darin, dass wir uns bewegen, ohne je wirklich „anzukommen“?
Torin: Genau das, Eli! Der Sinn entsteht nicht aus einer vorgegebenen Antwort, sondern aus der Freiheit, die eigene Metapher zu entdecken. Denke und sei. Stell dir einen Hamster vor, der in seinem Rad läuft – er tanzt nicht umsonst. Er tanzt sich ins Sein hinein, weil das Dasein des Tanzes selbst ist. „ Ein Hamster mit Büchern, der Logos mein Preis“ – das könnte die Formel der absoluten Idee sein.
Eli (nachdenklich): „Ein Hamster mit Büchern, der Logos mein Preis“ … Das klingt, als ob Denken und Sein eins werden im Akt des Tanzes. Aber was ist dieses Absolute, von dem du sprichst? Ist es Gott? Ist es die Wahrheit des Geistes?
Torin: Vielleicht beides, vielleicht keines von beiden. Das Absolute ist nicht etwas, das wir greifen können wie einen Stein. Es ist der Prozess, in dem sich der Geist entfaltet – durch Widersprüche, Fragen, Erkenntnisse. Der Hamster im Rad mag denken, er rennt nur im Kreis, aber in Wahrheit erschafft sein Tanz die Welt, in der er lebt, sein Dasein. Das Göttliche ist der Raum, in dem dieser Tanz möglich wird, die Ordnung und der Rhythmus, die uns tragen, während wir uns bewegen, eine Metapher.
Eli: Das ist schön, Torin, aber auch ein wenig schwindelerregend. Wenn das Absolut der Tanz selbst ist, bedeutet das, dass wir nie „fertig“ sind? Dass es keinen Moment gibt, in dem wir sagen können: „Das ist es, wir haben es gefunden“?
Torin (lacht leise): Genau das, Eli. Und ist das nicht befreiend? Wenn es kein endgültiges Ziel gibt, dann sind wir frei, jeden Schritt zu genießen, jeden Moment zu formen, das Dasein zu erleben. Die Wahrheit des Geistes liegt nicht in einem starren Ergebnis, sondern in der Bewegung zwischen Streben und Loslassen. Das ist der Tanz, der uns menschlich macht.
Eli: Hm… Dann ist der Sinn vielleicht nicht, das Göttliche zu erreichen, sondern es in jedem Moment zu spüren – im Denken, im Dasein, im Tanzen. Aber sag, Torin, was hält uns davon ab, einfach stehen zu bleiben? Warum tanzen wir überhaupt weiter?
Torin: Eine gute Frage, Eli. Vielleicht tanzen wir, weil wir nicht anders können. Der Logos in uns, das Denken, drängt uns vorwärts, selbst wenn wir loslassen. Es ist wie der Bach dort drüben – er fließt, weil er fließen muss, und doch formt er die Landschaft, durch die er zieht. Wir tanzen, weil das Denken und das Sein sich gegenseitig rufen, sich gegenseitig erschaffen. Und in diesem Ruf liegt die Freiheit.
Eli (blickt zum Horizont): Dann ist das Leben vielleicht wirklich ein Tanz, Torin. Ein Tanz, in dem wir uns selbst finden, indem wir uns verlieren… und indem wir denken, werden wir zu dem, was wir sind.
Torin: So ist es, Eli. Lass uns weiter tanzen, weiter denken, weiter sein – hier, zwischen den Tempeln, im Rhythmus des Absoluten.
Eli (lächelnd, nach einer Pause): Weißt du, Torin, vielleicht ist dieses Absolute gar kein ferner Gipfel, den wir erklimmen müssen. Vielleicht ist es einfach die Tiefe dieses Moments – der Duft des Jasmins, der Klang des Baches, unsere Fragen und unser Lachen. Das Leben selbst, in all seiner Schönheit, das uns antreibt, weiter zu tanzen.
Torin (lächelt): Genau, Eli. Die Schönheit des Lebens, die uns tanzen lässt.
—die Freiheit des Daseins