Folgende These ist mir gerade über den Weg gelaufen:

"Die Gurtpflicht war unironisch der Anfang vom Ende der Freiheit.

Sie hat den Präzedenzfall gesetzt dass man den Bürger mit Gewalt vor sich selbst schützen kann. Statt Gewalt nur bei Gefahr für andere einsetzen zu dürfen, darf der Staat nun jedes "gefährliche" Verhalten bestrafen"

Richtig oder Falsch? Ich würde mich dem anschließen.

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Discussion

Ja und nein. Du als Autofahrer kannst dir dadurch aber sicherer sein, dass ein Unfall nicht dazu führt, dass Insassen des anderen Autos überleben. Ich finde grundsätzlich auch, dass der Staat ein Gewalttäter isty der uns beraubt und die Freiheit einschränkt. Hier denke ich aber auch an den Seelenfrieden von Menschen, die in einen Unfall verwickelt sind. Wer möchte schon einen Toten auf dem Kerbholz haben?

Aber ja. Staat hat nichts mit Freiheit zu tun.

Das wesentliche Problem das ich sehe ist, wo fängt man damit an, wo hört man wieder auf? Wenn man einmal anfängt, öffnet man die Büxe der Pandora.

Genau. Für den Staat gibt es kein Halten mehr.

Ich meinte natürlich man kann sich sicherer sein, dass die anderen nicht sterben!

Stimmt, ich finde es auch ganz schrecklich, dass mir der Staat vorschreibt ein Auto zum TÜV zu bringen. Ich persönlich finde es cool bei einem Autounfall drauf zu gehen weil der Verursacher keine funktionierenden Bremsen hat. Der Verursacher es vielleicht sogar weiß aber kein Geld die zu reparieren. Wäre ja einschränken von Freiheit

Beim TÜV geht es ja eben nicht darum dich vor dir selbst zu schützen, sondern andere. Das Beispiel passt also nicht. Wobei man natürlich dennoch mit Freiheit argumentieren könnte und dafür dann eben voll in Haftung nehmen.

Doch eigentlich schon 🤔. Wenn ich bremsen habe die defekt sind, ich keine Kohle habe die zu reparieren bekomme ich keinen tüv. Wegen unfallgefahr. Dieses Vorgehen schützt mich das ich nicht mit einem gefährlichen Auto unterwegs bin und unnötigerweise bei z.B. gegen ein Haus fahre weil ich nicht bremsen kann.

Ja natürlich, aber es schützt auch andere, das du sie durch technische Mängel verursacht, nicht überfährst. Das ist genau der Punkt um den es sich dreht, der Gurt schützt nur und ausschließlich den der ihn nutzt. Würde die Bremse auch nur dich schützen und keinen anderen würde der Vergleich passen.

Also mein Kollege hatte mal einen Autounfall den er überlebt hat (angeschnallt) der Fahrer war nicht angeschnallt, ist leider verstorben. Ihn hat es ausn Fenster auf ein anderes Auto geschleudert was dann auch einen Unfall hatte. Ich würde da nicht behaupten dass es nur Auswirkungen auf den „nicht anschnaller“ hat

Dann nehmen wir subjektive Empfindungen als Grundlage für Verbote/Gebote. Auch hier stellt sich dann die gleiche Frage, wo anfangen und wo aufhören. Wenn sich zum Beispiel jemand von gefärbten Haaren und zerrissenen Jeans getriggert fühlt, wollen wir dann eine Kleiderordnung vorschreiben?

Du findest echt eine gurtpflicht falsch?

Ja

Zumindest für Erwachsene, die per Definition im Stande sind die Tragweite ihres Handelns abzuschätzen.

Ich würde halt auch immer sehen den grad wie es einen einschränkt. Da muss ich persönlich für mich sagen dass es eigentlich keinen einschränkt einen Gurt umzulegen in seiner Freiheit. Wenngleich der nutzen viel größer ist.

Du hast ja nach wie vor die Freiheit keinen anzulegen mit den entsprechenden Konsequenzen.

Ja, dann kann man jede Freiheit einschränken, man muss halt nur mit den Konsequenzen der Bestrafung leben, das ist kein Argument.

Bzgl. des grades der Einschränkung, reden wir letztlich über persönliche Empfindungen und die sind immer subjektiv. Subjektive Empfindungen als Grundlage für Verbote bzw. Gebote sind keine Vernünftige Begründung, denn bei jedem anders.