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Das Problem scheint mir die Gleichsetzung von Kapitalismus und Korporatismus/Vetternwirtschaft zu sein und zu behaupten, dass Libertäre Anhänger dessen sind.

Ersteres ist das was man auch im gängigen Diskurs so wiederfindet und eigentlich schon eine irreführende Fehlinterpretation, da man anfängt über grundverschiedene Dinge zu sprechen...

Bspw. würde das Haftungsprinzip im Kapitalismus dafür sorgen, dass der Handlungsspielraum stärker eingeschränkt ist, da man für Fehler selbst die vollen Konsequenzen trägt und es keine Bailouts gibt – dafür darf man die Früchte ebenfalls selber ernten. Genau das Gegenteil ist im "Crony Capitalism" der Fall: man inzentiviert Übertretungen, da im Schadensfall die Haftung von der Gesellschaft getragen wird, weil diese Akteure "too big to fail" sind.

Lange Rede, kurzer Sinn: Privatisieren von Gewinnen und Sozialisieren der Kosten ist ein Prinzip, das weder dem Kapitalismus entspricht, noch von Libertären unterstützt wird.

Es lohnt sich näher hinzusehen, als Startpunkt empfehle ich Thorsten Polleits "Der Antikapitalist", da es sich genau diesen Kritikpunkten widmet, die sich oftmals als Fehlinterpretationen und Begriffsumdeutungen entpuppen.

Wie Bitcoin das fixt und warum es genau das Werkzeug seien kann, wieder zu mehr Ausgewogenheit und Gerechtigkeit zu kommen, das wäre ein ganz eigenes Thema ;)

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Discussion

Die Frage ist halt, ob Kapitalismus nicht zwangsweise zum Korporatismus führt, weil die mit dem meisten Geld automatisch den größten Einfluss auf die Politik haben.

Ja, aber unter Socialismus war es auch so. 🤷‍♀️

Stimmt. Ne Lösung kenn ich auch nicht. 🤷

Da wären wir dann beim Libertarismus, dessen Anliegen es ist, Einfluß und Macht in Form von zentraler Steuerung seitens der Politilk zurückzufahren, so dass sich der Staat nur um die notwendigsten Aufgaben (Recht und Sicherheit) kümmert – nicht aber Menschen und Wirtschaft aktiv durch Anreizsetzung lenkt.

Mittlerweile sind viele Lebensbereiche politisiert und reguliert, insbesondere die Wirtschaft. Dieses System, in dem der Staat aktiv lenkt, subventioniert und weitreichend in die wirtschaftliche und private Freiheit eingreift als "Kapitalismus" (laut der ursprünglichen Definition) zu bezeichnen, ist eher absurd und Teil der Propaganda.

Hab ich im Live-Chat in ähnlicher Art und Weise probiert. Ob sie drüber nachdenken, wird sich zeigen. Prinzipiell sind sie ja schon auch in der Lage, tiefe Recherchen zu betreiben und die Extrameile zu gehen. Daher gebe ich hier die Hoffnung auch nicht auf - wenn auch die Ablehnung deutlich zu spüren war.

Das Argument, dass sie trotz vieler richtiger Ansätze an einigen Stellen einfach über die falschen Begriffe sprechen, ist mehr oder weniger verpufft mit dem Verweis auf den ersten Teil des Videos.

Es klingt an einigen Stellen im Video durch, dass sie einen freien Markt prinzipiell ablehnen, weil er laut ihnen zwangsläufig zu dem führt, was wir aktuell sehen. Das scheint mir die Grundthese zu sein.

Sie machen aber aus meiner Sicht eben den entscheidenden Fehler und kombinieren - trotz guter Ansätze bei der Erklärung des Geldsystems - die beiden Systeme in der Fehlerbetrachtung nicht miteinander. Solange der Staat mehr oder weniger das Geldmonopol besitzt, wird sich ein freies Wirtschaftssystem immer in eine interventionistische Richtung entwickeln. Allein die Verlockung der Macht und des Geldes sind viel zu groß, als dass diese Möglichkeit ungenutzt bliebe. Der Knackpunkt im Verständnis ist aus meiner Sicht, dass sie Bitcoin nur oberflächlich als Finanzasset ansehen und sich gar nicht vorstellen können, dass wir damit eine reelle Chance auf die Trennung von Staat und Geld haben, was die Grundvoraussetzung für einen echten freien Markt/Kapitalismus überhaupt erst bildet.