Grußwort zur NJW
9.4.2025
"Was geht uns das an? Es wäre naiv, zu denken, dass Vergleichbares nicht auch in Deutschland passieren könnte. Vielleicht kann man für diesen Fall aus den aktuellen Entwicklungen in den USA zumindest eins lernen: Ihre Unabhängigkeit verteidigen muss die Anwaltschaft vor allem selbst. Auch wenn sie Gerichte an ihrer Seite weiß, die Dekrete gegen Kanzleien für unwirksam erklären, und Jura-Professoren, die in öffentlichen Briefen Solidarität bekunden: Wenn der Berufsstand nicht gemeinsam für seinen wichtigsten Core Value eintritt, ist alles andere wertlos. Auch der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat daher die Anwaltschaft, der er vor seiner politischen Laufbahn selbst angehörte, in seiner viel beachteten Rede am Hamilton College aufgefordert, für ihre rechtsstaatlichen Prinzipien einzustehen. "
Tobias Freudenberg
Schriftleiter
Herr Freudenberg ist offenbar der Meinung, dass es in der Bundesrepublik Erscheinungen der
- Liebedienerei,
- Erpressbarkeit,
- Korruption,
- fehlender Bereitschaft der Kanzleien die von ihm zitierten Werte in der Anwaltspraxis zu verteidigen,
- bewusster Aufgabe von Unabhängigkeit zu Gunsten eines vom Staat gefüllten Order-Books,
- politisch gewollten Verschiebung der Kräfte im Beratungsmarkt,
- politisch zumindest tolerierte Schwächung der Anwaltschaft,
nicht gibt.
Entweder ist er naiv, oder er profitiert genau davon.
Wenn ein Markt durch und durch korrupt und somit wirtschaftlich dysfunktional ist, mit welchem Recht berufen sich dann seine Sprachrohre (und die NJW ist so eines) auf die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit?
Auch hier gilt der Satz: Kehre erst einmal vor der deiner Tür !
völlig verfehlt - dieses "Vorwort"