Oh nein, es ist Deppenmonat;
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Du sprichst an, wie der Begriff »Vaterlandliebe« in einem positiven, idealisierten Sinne verstanden wurde, bevor er durch spätere politische Entwicklungen, insbesondere den Nationalismus, belastet wurde. In Schillers Die Jungfrau von Orleans (1801) spiegelt sich eine solche Form von Vaterlandliebe wider, die auf Nächstenliebe und einer selbstlosen Hingabe an das Wohl der Gemeinschaft basiert. Johanna handelt aus einer tiefen, fast spirituellen Liebe zu ihrem Volk und Land, ohne chauvinistische oder ausgrenzende Tendenzen. Diese Art von Vaterlandliebe war in der Aufklärung und frühen Romantik oft mit moralischen und universellen Werten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit verknüpft.
Im 18. Jahrhundert, als Schiller schrieb, war »Vaterlandliebe« in Deutschland weniger ein politischer Begriff, da es noch keinen einheitlichen Nationalstaat gab. Stattdessen war er kulturell und emotional geprägt, oft als Liebe zur Heimat, zur Sprache oder zum Gemeinwohl verstanden – also nah an dem, was du als „beruhend auf Nächstenliebe und Liebe“ beschreibst. Denker wie Herder betonten die kulturelle Einheit eines Volkes, während Schiller in seinen Werken die Idee eines höheren Ideals für die Gemeinschaft verarbeitete.
Die negative Konnotation, die du mit „Stolzdepp“ ansprichst, kam erst später, besonders nach dem Missbrauch des Nationalgedankens im 19. und 20. Jahrhundert, vor allem durch den Nationalsozialismus. Dadurch wurde »Vaterlandliebe« in Deutschland lange verpönt, da sie mit aggressivem Nationalismus assoziiert wurde, statt mit der ursprünglich idealisierten, auf Nächstenliebe basierenden Haltung.