Die Luft schwer war von den Tönen der Medienbarden, jener selbsternannten Sänger der Wahrheit, die doch nur Angst in Strophen gossen. „Fürchtet euch!“, sangen sie im Chor, „fürchtet die Schatten, die Fremden, die Zweifler!“ Und die Herde, jene große Masse der Willigen, nickte im Takt, die Köpfe gesenkt, die Schritte gleichförmig, stramm auf einen Abgrund zu marschierend, den sie nicht sahen – oder sehen wollten.
In der Masse ein Mann, nennen wir ihn Fritz. Fritz war kein Held, kein Rebell mit flammendem Schwert, sondern ein einfacher Mann, der eines Tages stolperte – nicht über einen Stein, sondern über eine Frage: „Warum marschieren wir?“ Die Herde hielt inne, nur für einen Wimpernschlag, und die Blicke der anderen bohrten sich in ihn wie Lanzen. „Obacht!“, zischte ein Hirte mit buntem Haar, „wer ausbricht, der eckt an!“ Und ein anderer fügte hinzu: „Er ist einer von denen – ein Rechtsradikaler!“
Fritz, verwirrt ob dieser Worte, schaute sich um. Rechtsradikal? Er hatte doch nur gefragt. Doch die Herde teilte sich bereits in Farben: die Bunten hier, die Blauen dort, die Grünen jenseits – und doch waren sie eins in ihrer Angst.
Und die Medienbarden schürten das Feuer, ihre Lauten mit Saiten aus Falschheit bespannt, während sie verkündeten: „Bleibt in der Reihe, oder ihr seid verloren!“
Da hörte Fritz ein Flüstern aus der Ferne, ein lockendes „Komm zu uns!“ Es waren die Rechten, die mit honigsüßen Versprechen winkten. Doch als er näher trat, sah er, dass ihre Fahnen ebenso starr im Winde standen wie die der anderen – Teil desselben Kollektivs, nur in anderer Farbe. „Schleicht euch!“, murmelte er und wandte sich ab.
Die Herde marschierte weiter, und Fritz begann zu begreifen: Eine fremde Software war in ihre Köpfe geladen, ein Programm, das Vernunft in Unvernunft verwandelt. Die Vernünftigen schwiegen, nicht aus Weisheit, sondern aus Angst, und so wurde die Unvernunft zur Tugend erhoben.
Am Rande des Abgrunds hielt Fritz inne. Die Herde stampfte voran, die Medienbarden sangen ihr Lied, und die Banner flatterten im Sturm. „Welche Software wurde bei euch installiert?“, rief er, doch seine Stimme ging im Lärm unter. Und so stand er allein, nicht als Held, sondern als Narr – ein Narr, der fragte, während die anderen marschierten.