Ich habe um mir diese Frage zu beantworten ein Jagdschein gemacht und stand vor der Herausforderung es selbst zu tun oder für immer Fleisch aus meinem Leben zu verbannen.

Ich habe mich also angemeldet, gebüffelt für die Prüfung, ein Gewehr gekauft,mich einem Jagdrevier angeschlossen und es getan. Das hat mein Leben für immer verändert. Ich esse noch Fleisch, aber wesentlich bewusster und seltener. Ich habe auch ein Gefühl für den Kreislauf und ein tiefes Verständnis für die Sache an sich bekommen. Es hat mir aber dennoch gezeigt was für ein Vor allem in Bezug auf Tierschutz und Naturschutz. Ich weiß wie es ist wenn ein entnommen wird und wie es sich anfühlt alleine im Wald zu sein mit einem Blutüberströmten Tier.

Anschließend muss man es "versorgen", was eine sehr intensive Erfahrung ist.

Ich denke auf diese Art und Weise kann man viel über sich und seine Mitwelt lernen. Gerne nehme ich dich mal mit auf den Hochsitz :-)

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Discussion

Lel - Keine Ahnung warum da jetzt Wörter fehlen. Mein Client buggt manchmal. Was ich noch sagen wollte ist, dass jedes Wesen würdevoll Leben sollte. Jedes Tier und jede Pflanze. Es kommt also nicht darauf an ob es Fleisch, Milchprodukte oder Pflanzenprodukte sind. So wie wir mit unseren Lebensmitteln umgehen, so gehen die Lebensmittel mit uns um. Ich kann auch im Vegi, Veganbereich mir den letzten Dreck reinziehen und mir einreden es ist gut für mich.

Selbst anbauen,hochwertige Kost zu sich nehmen. Sich damit auseinandersetzen wie mit dem Fiatthema ebenfalls. Das was man für freies Geld aufbringt auch in "freie" Nahrung aufbringen. Das ist anfangs keine Leichte Aufgabe.

So wie wir mit unserer Mitwelt umgehen, so geht im übrigen auch die Mitwelt mit uns um.

Vielen Dank für deine Geschichte.

Was hat dich ursprünglich angetrieben zu dem Jagdschein?

Hast du die Tiere dann auch am Ende verzerrt? Kann mir sehr gut vorstellen, dass es einen zum Nachdenken bringt.

Ich habe mich nicht mit dem Gefühl abfinden können, nicht zu verstehen was es ursprünglich bedeutet mit dem Tier in freier Wildbahn, also als Nahrung in Konfrontation zu gehen. Ich habe also ein halbes Jahr kein Fleisch mehr gegessen und in dieser Zeit den Beschluss gefasst einen Jagdschein zu machen. Wenn ich es nicht geschafft hätte alleine im Wald, im Morgengrauen ein Tier zu erlegen, dann würde ich auch nie wieder Fleisch essen und das Gewehr wieder verkaufen. Das Leben als Konsument in einer Wirtschaft, die sehr viel Leid erzeugt, habe ich einfach nicht länger hinnehmen wollen.

Ich habe natürlich das Tier gegessen und zerlegt, mit allem was dazu gehört. Mit einem Respekt und einer Demut, dass ich jedes Gramm davon wertschätzen konnte.

Ich habe final damit meinen Frieden finden können und bin mir einfach bewusst, was es bedeutet etwas zu essen. Ein begeisterter Jäger bin ich nie geworden, aber ich habe eine ungefähre Ahnung davon, wie tiefgründig dieser Kreislauf ist und tue mir unheimlich schwer einfach so mir einen Döner an der Ecke reinzudrücken. Das ist mein persönliches Ding und ich will niemanden Verurteilen, aber wenn man sieht was man "angerichtet" hat und wie das Tier trotz Blattschuss am Boden zappelt, dann ist jedes Stück Fleisch ein Heiligtum.

Vielleicht möchte ich soweit gehen zu sagen, dass es sogar eine Spirituelle und sehr Ursprüngliche Erfahrung war.

Wow sehr thoughtful! Ich bin ehrlich, ich esse plant based weil ich davon überzeugt bin, dass es besser für mich und meinen Körper ist. Die Tiere und ihre Empfindungen waren für mich bei der Entscheidung nicht zentral. Aber sehr gute Gedanken und extrem konsequentes Handeln! Respekt! Du hast natürlich absolut recht, man kann auch als Veganer den letzten Müll in sich hinein stopfen. Stichwort Ersatzprodukte. Daher ist die Bezeichnung plant based vielleicht auch besser. Und wesentlich ist, zumindest für mich, dass alles was ich zu mir nehme so wenig Verarbeitungsschritte hinter sich hat, wie nur irgend möglich. Bestenfalls ist es unverarbeitet.